Handgemachte Kleidung, Stricken

Mein ältestes UFO ist fertig! – Der Sous Sous Sweater von Norah Gaughan

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber für mich ist ein bevorstehender Urlaub ja immer ein Produktivitäts-Beschleuniger. Einzig und allein dem Abflugdatum für unseren Island Urlaub habe ich es zu verdanken, dass ich meinen inneren Schweinehund überwinden und diesen Pullover fertigstellen konnte. 

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Die letzten Arbeitsschritte forderten Zusammennähen, Fäden vernähen und zusätzliches Annähen der Halsausschnitt-Blende von Hand. Vor diesen Dingen habe ich mich mal wieder viel zu lange gedrückt. Als ich mich dann aber daran gesetzt habe, hat es eigentlich gar nicht so doll weh getan. Das geht mir jedes Mal so.

Eigentlich, ganz ganz eigentlich macht mir das „finishen“ von selbstgestrickten Kleidungsstücken sogar Spaß. Es fordert zwar Geduld. Aber es ist auch wie eine Extraportion Liebe und Sorgfalt, die man den Strickstücken noch einmal mit auf den Weg gibt, bevor sie endgültig von den Nadeln und in die Welt entlassen werden. Ich versuche mal, mir das für mein nächstes Projekt zu merken. Vielleicht brauche ich dann kein näher rückendes Flugdatum, um es fertig zu bekommen.

Dieser Sous Sous Sweater hat 1 Jahr und 9 Monate gebraucht, um fertig zu werden. Zwischendurch hat er oft wochenlang als UFO in der Ecke gelegen, bevor ich ihm wieder Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt habe. Eigentlich war er ein viel zu ambitioniertes Projekt, denn tatsächlich war er das allererste Kleidungsstück, das ich – abgesehen von Schals und Tüchern – angeschlagen habe.

Der Pullover war so lange ein UFO, dass ich in der Zwischenzeit mehrere Schals, Kopfbedeckungen und sogar eine Strickjacke fertig gestrickt habe. Aber zu dem Start-Zeitpunkt des Pullovers war ich mir noch nicht sicher, ob ich überhaupt das Durchhaltevermögen habe, ein größeres Strickprojekt zu Ende zu bringen. Darum habe ich auch nicht in teure Wolle investiert.

Eine Sache war mir aber absolut klar: Damit das Projekt auch über einen längeren Zeitraum interessant für mich bleibt, muss es drei Dinge erfüllen. Es muss eine Herausforderung sein. Es muss eine motivierende Farbe haben. Und ich muss es unbedingt anziehen wollen.

Also wurde mein erstes Kleidungsstück-Projekt ein roter Sous Sous Sweater von Norah Gaughan.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Der Pullover wird flach in Einzelteilen gestrickt und muss nachher zusammengenäht werden. Das Grundmuster aller Teile ist ein großes Perlmuster, in das auf der Front und Rückseite mittig ein schönes Zopfmuster eingebettet ist. Auch mittig auf den tief angesetzten Ärmel ist ein kleines Muster eingearbeitet. Ich finde das Design des Pullis einfach nur genial – es ist so gut ausgewogen und modern!

Mit dem Kabelmuster bin ich von Anfang an super zurechtgekommen. Es ist so eingängig, dass ich es zwischenzeitlich sogar auswendig konnte. Probleme haben mir lediglich die Abnahmen am V-Ausschnitt bereitet. Die sahen im ersten Versuch so fürchterlich aus, dass ich in einer Not-OP am offenen Herzen bestimmt 15 cm aufgeribbelt habe, um den Teil – nach ausgiebiger Beratung mit Strick-Guru Mama – noch einmal neu zu stricken. Danach konnte ich mit dem Ergebnis leben.

Bevor ich die Einzelteile im Matrazenstich zusammengenäht habe, habe ich sie mit dem Bügeleisen durch ein feuchtes Tuch dampf geblockt. Das Zusammennähen hat auch gut geklappt – ich habe die Teile mit Hilfe von Näh-Clips zusammengehalten, so dass nichts verrutschen konnte. Als letzter Arbeitsschritt musste im Nacken noch eine Blende angenäht werden, um den rückseitigen Halsausschnitt zu versäubern. Dies habe ich per Hand mit dünnem, roten Nähgarn gemacht und es hat erstaunlich gut geklappt. Ich habe dabei darauf geachtet, dass die Stiche fast unsichtbar bleiben, so dass die Nacken-Kante jetzt wirklich sehr ordentlich aussieht.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Mit der Erfahrung, die ich in der Zwischenzeit beim Stricken und ganz allgemein beim Kleidung Selbermachen gesammelt habe, würde ich ein paar Dinge anders machen, wenn ich jetzt noch einmal mit dem Pulli anfangen würde. Allen voran würde ich in hochwertigere Wolle investieren, denn ich weiß ja jetzt, dass ich Stricken LIEBE und definitiv meine Projekte zu Ende bringe. Und ich würde mir eine Farbe aussuchen, die etwas leichter zu kombinieren ist als Knallrot.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Aber das alles mindert meine Freude über diesen Pullover nicht im Geringsten. Ich bin stolz darauf, diese Zopfmuster-Herausforderung gemeistert zu haben und freue mich sehr über das neue handgestrickte Kleidungsstück für meine Garderobe.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Das kühle Island-Wetter kam mir natürlich sehr gelegen. So konnte ich den Pulli einweihen und die tolle Kulisse dazu nutzen, schöne Fotos für den Blog zu machen. Ich hoffe, sie gefallen euch!

Alles Liebe – Wiebke


Hier kommen die Projekt-Details

Muster: Sous Sous Sweater von Norah Gaughan

Wolle: Drops Merino Extra fine in rot

Nadelstärke: 4

Hier entlang geht es zu meiner Ravelry Projekt-Seite, falls ihr euch die Idee dort speichern möchtet.


Dieser Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag , bei Handmade on Tuesdays

und bei Auf den Nadeln.

Handgemachte Kleidung, Stricken

Mein Frühlings-Jäckchen ist endlich fertig! // Caramel Cardigan

Ich freue mich so unglaublich, dass ich endlich mein allererstes selbstgestricktes Kleidungsstück in meinem Kleiderschrank begrüßen darf! Und ich bin sehr sehr stolz, euch das gute Stück heute beim Me Made Mittwoch präsentieren zu können.

Strickmuster: Caramel Cardigan von Isabell Kraemer

Wolle: De rerum natura “Gilliatt” in den Farben Sel, Potimarron, Goeland, Argile

Stricknadeln: Knit Pro 4mm + CraSy Trio 4mm für die Ärmel

Die ersten Maschen habe ich für diesen Cardigan bereits im März im Rahmen des Frühlingsjäckchen Knit-Alongs angeschlagen. Seitdem sind die Monate ins Land gezogen und ich habe mich – Yogalehrer-Ausbildung zum Trotz – Masche für Masche und Reihe für Reihe durch das Strickmuster gearbeitet. Auch wenn ich an manchen Abenden nur zwei Reihen geschafft habe, bevor mir auf der Couch die Augen zu gefallen sind, habe ich das Projekt nicht aus der Hand gelegt. So bin ich zwar sehr langsam aber dennoch stetig dem Ziel immer näher gekommen.

In unserem Dänemark Urlaub Mitte Oktober hatte ich dann genug wunderbare, gemütliche Strickzeit, um das Jäckchen endlich fertig zu stellen. Der zweite Ärmel musste noch zur Hälfte gestrickt werden und dann wollte die Jacke ja auch noch geblockt und die Fäden vernäht werden. Wohl weißlich hatte ich extra Wollwaschmittel mit in den Koffer gepackt. So kam es, dass meine Premiere in Sachen Strickstück blocken tatsächlich in einem dänischen Ferienhaus stattgefunden hat.

Auch für das Vernähen der Fäden habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen. Da es ja mein erstes Kleidungsstück war, wollte ich es dieses mal vernünftig und sorgfältig machen. Bei meinen Schals und Tüchern habe ich diesen Arbeitsschritt vorher immer geschludert und die Fäden einfach irgendwie vernäht, ohne aber zu wissen, was ich da eigentlich mache.

Darum habe ich die Gelegenheit genutzt, um auch diesen Arbeitsschritt einmal von Grund auf zu lernen. Dazu habe ich meine Lieblings Strick-Youtuberin Elizzza von Nadelspiel konsultiert und mir dieses Video angesehen bevor ich losgelegt habe. Mit ihrer Anleitung hat es super geklappt. Ich hatte direkt das Gefühl, nun endlich zu wissen, was ich da eigentlich mache und meiner Jacke die Sorgfalt zukommen zu lassen, die sie verdient hat. Und bei den vielen Streifen hatte ich ja auch reichlich Gelegenheit zu üben.

Auch wenn die Jacke bei weitem nicht perfekt ist, liebe ich sie heiß und innig und werde sie mit Stolz tragen. Das erste Mal ausgeführt habe ich sie natürlich direkt im Urlaub. Und zwar zu einem windigen Strandspaziergang. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, die Jacke direkt in einer wetter-technisch so anspruchsvollen Situation testen zu können. Denn so durfte ich die Vorzüge von Kleidung aus Merino Wolle live am eigenen Körper erleben.

Ja, ich wusste, dass Merino Wolle super wärmt. Gelesen hatte ich auch, dass Merino Wolle sogar dann noch wärmt, wenn sie nass ist. Aber was ich nicht wusste ist, wie sehr sie vor Wind schützen kann. Die Ärmel meiner Jacke haben wirklich kaum etwas von dem doch sehr starken Nordsee-Wind durch gelassen. Das hat mich wirklich sehr beeindruckt und mir ist noch einmal bewusst geworden, dass Strick-Kleidung nicht nur hübsch und kuschelig, sondern auch extrem funktional ist. Vor allem, wenn man es mit raueren Wetterlagen zu tun hat.

Daher ist es auch gar nicht schlimm, dass mein Caramel Cardi kein Frühlings-Jäckchen geworden ist. Denn – so schlau bin ich mittlerweile auch – die Wolle, die ich ausgesucht habe, ist eindeutig eine Herbst- und Winter-Wolle. Für den nächsten Frühlingsjäckchen Knit-Along suche ich mir ein luftigeres Teil aus, dass ich dann mit dünnerer Wolle stricken werde. Damit sich das Kleidungsstück dann auch wirklich für den Frühling eignet.

Jetzt bin ich aber erst einmal sehr froh über mein neues Herbst-Jäckchen und freue mich auf viele Gelegenheiten, dieses schöne Teil zu Spaziergängen auszuführen!

Alles Liebe – Wiebke

 

PS: Wenn ihr möchtet, könnt ihr hier noch einmal meine Posts zu dem Knit-Along nachlesen.

Inspiration

Projektvorstellung

Erster Zwischenstand

Zweiter Zwischenstand

Dritter Zwischenstand

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Auf den Nadeln im Januar

Wie ich hier in meinen Plänen für das Jahr 2018 ja schon verkündet habe, möchte ich dieses Jahr auch einige Strickprojekte für meine handgemachte Garderobe angehen.
Da ich immer nur abends ein paar Reihen stricke, komme ich mit meinen Projekten zwar stetig – aber insgesamt nur ziemlich langsam vorwärts.
Um euch hier trotzdem regelmäßig etwas von meinen Strick-Abenteuern erzählen zu können, beteilige ich mich dieses Jahr an der Aktion “Auf den Nadeln”, die Marisa auf ihrem Blog Maschenfein organisiert.

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Diesen Monat stricke ich fleißig an meinem Sous Sous Sweater weiter.
Nachdem ich das Rückenteil fertig habe, ist mir das Zopfmuster mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und das Stricken ist tatsächlich entspannt geworden. Auch wenn man sich das bei einem solchen Muster kaum vorstellen kann.
Ich hoffe so sehr, dass ich es schaffe, den Pullover bis Ende Februar fertig zu stricken. Dann könnte ich ihn diesen Spät-Winter noch tragen und muss nicht bis zum Herbst warten. Ich habe schon so viele Outfit-Ideen für den Pulli im Kopf und hoffe sehr, dass er tatsächlich so wird, wie ich es mir vorstelle!

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Aktuell habe ich noch keinen blassen Schimmer davon, was ich machen muss, um die Teile zusammen zu nähen oder was es bedeutet, Maschen aufzunehmen, um die Ärmel anzusetzen. Aber das werde ich schon herausfinden, wenn es soweit ist. Ich nehme diese Herausforderung Reihe für Reihe und stresse mich jetzt noch nicht damit.

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Das nächste Projekt steht auch schon in den Startlöchern. Ich habe mir letzten Monat nämlich meine allererste Madeline Tosh Wolle gekauft.

Vorher habe ich es mir selber noch nicht erlaubt, so viel Geld für Wolle auszugeben. Ich war mir einfach nicht sicher, ob ich das Durchhaltevermögen habe, auch so langfristige Strickprojekte wie einen Pullover oder ein großes Tuch zu Ende zu führen. Mittlerweile weiß ich aber, dass mich das Strickfieber so schnell nicht wieder verlässt.

Und darum habe ich mir meine ersten Madeline Tosh Stränge gegönnt.
Und das habe ich auch so richtig zelebriert! Ich war nämlich das erste mal in meinem “Local Yarn Store”, dem Atelyeah in Mönchengladbach. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich schon seit 5 Jahren, – also so lange ich in Mönchengladbach arbeite – dass es dieses tolle Wollgeschäft gibt. Aber ich habe es noch nie geschafft, einen Fuß in den Laden zu setzen. Und jetzt, nachdem ich das erste mal dort war, könnte ich mir selber dafür so richtig zünftig in den Hintern treten. Denn was soll ich sagen: Es ist das Woll-Paradies auf Erden!
Sogar Sascha, der mich liebenswürdigerweise begleitet hat, war begeistert und konnte verstehen, warum ich stundenlang Wolle streicheln musste, bevor ich mich entscheiden konnte.

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Aus diesen vier Strängen möchte ich einen Shockwaves Schal stricken, wenn ich mit dem Pullover fertig bin. Ich kann es kaum abwarten, mit dieser wunderbaren Wolle zu arbeiten.

Strickideen habe ich darüber hinaus schon jetzt viel zu viele für das Jahr. Eine Sache, die ich aber ganz fest plane ist, Jaquard-Stricken zu üben. Vielleicht bei einem Paar Socken oder an einer Mütze, damit ich mich dann im Herbst an den Sunset Highway Pullover von Boylandknitworks wagen kann.

So das war mein aktueller Strick-Bericht!
Jetzt werde ich mal schauen, was die anderen Mädels so auf den Nadeln haben.

Viele liebe Grüße,
Wiebke

Handgemachte Kleidung

Mein Blog-Jahresrückblick & Pläne für 2018

Mein Jahresrückblick 2017

Ich kann kaum glauben, dass ich jetzt schon meinen ersten Blog-Jahresrückblick schreibe. Auch wenn ich mit diesem Blog noch nicht Geburtstag feiern kann, habe ich trotzdem das Gefühl, dass das Jahr einfach unheimlich schnell vorbei geflogen ist. Darum mag ich es sehr, noch einmal einen Blick auf die vergangenen Monate zu werfen, bevor ich mich dann mit frischem Schwung in das neue Jahr stürze.

In 2017 habe ich damit begonnen, selber Anziehsachen für mich zu nähen. Und das direkt mit einem großen Vorsatz: Ich hatte den Plan, mir nach und nach eine komplett handgemachte Capsule Wardrobe zu schneidern.

Mein allererstes selbstgenähtes Kleidungsstück war eine rote Cleo.

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Schon in der zweiten Saison meines “Capsule Wardrobe-Nähprojektes” habe ich allerdings festgestellt, dass diese Art und Weise, meine Garderobe zu planen, nicht so richtig zu mir passt.

Der Grund: Ich bin nicht der Typ für streng abgegrenzte Saison-Garderoben. Ich tendiere viel mehr zu einer Ganzjahres-Garderobe, bei der nur ein paar Teile für die ganz heißen oder ganz kalten Wochen des Jahres vorgesehen sind. Ansonsten bin ich eindeutig der Zwiebel-Look Typ und nutze die meisten meiner Teile das ganze Jahr über.

Trotzdem habe ich das ganze Jahr über fleißig weiter geschneidert.

Das Positive an der strengen Garderoben- und damit auch Näh-Planung war, dass ich kein einziges “Schrankhüter”-Teil genäht habe. Ich trage all meine bisher genähten Stücke oft und gerne.

Mein am häufigsten getragenes Teil ist dieses Longsleeve.

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Das Teil, auf das ich am stolzesten bin ist dieser schicke Rock.

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Ich habe gelernt, dass sich mit den Jahreszeiten zwar nicht meine komplette Garderobe ändern muss, aber dass sich meine Motivation ändert. In den kühleren Monaten habe ich mehr Lust zu stricken. In den wärmeren Monaten habe ich mehr Lust zu nähen. Praktischerweise passt das gut zu dem, was die Garderobe in der Zeit an neuen Stücken gebrauchen kann.

Und darin steckt auch eine weitere Erkenntnis, die ich in diesem Jahr gewonnen habe: Eine handgemachte Garderobe besteht für mich nicht nur aus selbst genähten Teilen. Für mich gehören gestrickte Teile ebenfalls unbedingt dazu. Darum möchte ich auch das Stricken noch weiter üben und mir nach und nach ein paar tolle Pullis, Cardigans und Kuscheltücher zulegen.

In 2017 habe ich dieses Drachenfels Tuch gestrickt.

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Mit über den Jahreswechsel werde ich wohl meinen Sous Sous Sweater nehmen.

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Stricken ist für mich zum Inbegriff von Slowfashion geworden. Zum einen arbeite ich an größeren Strickprojekten sehr, sehr lange. Zum anderen wähle ich die ja oft hochpreisige Wolle gewissenhaft aus. Wenn ich über 100 Euro an Material für einen Pullover ausgebe und viele viele Stunden Arbeit investiere, dann achte ich noch viel stärker darauf, dass ich die Farben auch wirklich mag und dass das Teil sich später gut mit vielen Kleidungsstücken kombinieren lässt. Für die kommenden Jahre peile ich ein bis zwei Projekte pro Jahr an. So kommt kein Stress auf und ich kann mir immer für den nächsten Woll-Kauf mein Budget zusammensparen.

Meine Pläne für 2018

Ich werde keinen weiteren Versuch starten, eine Capsule Wardrobe aufzustellen. Aber ich habe trotzdem Lust auf eine Challenge. Für eine gute Challenge bin ich immer zu haben! Daher nehme ich mir vor, das ganze Jahr 2018 keine Oberbekleidung zu shoppen. Alles, was ich an Anziehsachen benötige oder auch einfach nur so gerne hätte, mache ich von Hand. Auch meine Yoga-Kleidung. Die einzigen Ausnahmen sind Unterwäsche und Schuhe.

So bleibe ich dem Konzept der handgemachten Garderobe treu und bin gleichzeitig viel freier in der Wahl meiner Projekte. Toll!

Außerdem habe ich mir für 2018 vorgenommen, mich mit meinem Blog noch mehr mit anderen Bloggern zu vernetzen. Bisher habe ich nur beim MeMadeMittwoch und bei Selmins 12 Colours of handmade fashion teilgenommen. Aber es gibt ja noch so viele andere tolle Blogger-Aktionen und Link-Ups.

Ich werde versuchen, in 2018 regelmäßig bei den “12 von 12” auf Frau Kännchens Blog, und bei Marisas “Auf den Nadeln” mitzumachen. Und natürlich weiterhin beim MeMadeMittwoch. Und dann mal sehen was mir noch für Sew-Alongs oder Knit-Alongs über den Weg laufen. Da diese DIY Leidenschaft ja meistens nur im stillen Kämmerlein zu Hause ausgelebt wird, finde ich es umso wichtiger, durch solche tollen Aktionen auf Gleichgesinnte zu treffen. Darauf freue ich mich!

Für die Blog-Themen 2018 habe ich noch den Entschluss gefasst, die Garten-Rubrik deutlich zu reduzieren. So wie ich es sehe, werde ich kommendes Jahr nicht viel Zeit in Gartenprojekte stecken. Daher vernachlässige ich das Thema hier vorerst. Ich überlege aber, eine Gartenecke weiterhin monatlich zu fotografieren. Vielleicht schließe ich mich hierfür der Aktion 12tel Blick auf dem Blog von Tabea an.

Und vielleicht ist es dem ein oder anderen von euch aufgefallen – ich versuche mich an einem frischen Look für Drinnen & Draussen. Als ich diesen Blog letztes Jahr gestartet habe, sollte es in erster Linie schnell gehen – ich wollte die meiste Energie in den Inhalt stecken und nicht ins Design. Aber jetzt nach fast einem Jahr bloggen (im Februar ist Blog-Geburtstag) ist es an der Zeit für ein wenig Detail-Liebe. Ganz fertig bin ich noch nicht – es ist sozusagen eine Live-OP am offenen Herzen. Aber mein neues Logo liebe ich schon mal sehr. Was sagt ihr dazu?

So – das war mein Jahresrückblick 2017 und gleichzeitig mein Jahresausblick 2018. Ich freue mich schon darauf, meine handgemachte Garderobe weiter wachsen zu sehen!

Was habt ihr euch für das neue Jahr vorgenommen?

Alles Liebe – Wiebke

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Mein selbstgestrickter Winter-Begleiter – Das Drachenfels Tuch

Mein Drachenfels Tuch ist schon länger fertig – es hat mich schon durch den Spätsommer und den kompletten Herbst begleitet. Irgendwie habe ich es bisher nur noch nicht geschafft, schöne Fotos von meinem wolligen Begleiter zu machen. Darum freue ich mich umso mehr, dass es heute -passend zu den ersten Schneeflocken – endlich soweit ist!

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Auf Christines wunderbarem Blog dennmanto habe ich das Drachenfels Tuch zum ersten Mal gesehen und war direkt hin und weg. Das einzige, was mich zunächst noch davon abhielt direkt loszulegen, war die Qual der Farbauswahl. Ich wollte, dass das Tuch ein bisschen Farbe bekommt – allein schon, damit es beim Stricken nicht so langweilig wird. Ich wollte aber auch, dass es sich gut kombinieren lässt. So bin ich nach einigem Überlegen bei der Farbe Türkis gelandet. Obwohl es meine Lieblingsfarbe ist, besitze ich kaum ein türkises Kleidungsstück – denn zum Tragen bevorzuge ich eigentlich andere Farben. Darum habe ich das Türkis in dem Tuch mit hellem Beige und Wollweiß kombiniert – so wird es für mich tragbarer und neutral genug, um es mit Trenchcoats, Jeansjacken und fast all meinen Pullis zu kombinieren.

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Das Stricken hat mir super viel Spaß gemacht. Ich habe mich dabei ein wenig über mich selbst gewundert. Bisher hatte ich bei größeren Strickprojekten selten genug Durchhaltevermögen, um sie auch wirklich zu Ende zu bringen. Mir wurde mittendrin langweilig und irgendwann sind die Wollknäule hinten im Schrank verschwunden. Aber anscheinend hat sich etwas geändert. Denn obwohl das Strickmuster sehr einfach ist – man muss wirklich nicht mitzählen oder die ganze Zeit hochkonzentriert bei der Sache sein – habe ich mich während der Arbeit an dem Tuch kein einziges Mal gelangweilt. Und das, obwohl ich wirklich sehr lange daran gestrickt habe. Ich habe das Stricken eher als entspannend empfunden und wirklich jede Minute genossen, die ich daran gearbeitet habe.

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Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich richtig in die Wolle verknallt habe, je größer das Tuch beim Stricken wurde. Ich konnte kaum glauben, wie wunderbar weich und kein einziges bisschen kratzig die Wolle sich in verarbeiteter Form anfühlt. Ich bin nämlich bisher überhaupt kein Fan von Kleidungsstücken aus Wolle gewesen. Ich habe zwar immer sehr gerne mit Wolle gearbeitet – aber ich habe ein regelrechtes Kratze-Pulli Trauma. Ich finde, es gibt kaum etwas schlimmeres (auch Rutsche-Socken, die sich unten im Schuh zusammengekrumpelt haben, sind ein Pups dagegen) als kratzige Woll-Kleidungsstücke. Sogar mit Longsleeve unter dem Pulli könnte ich mir die Haut von den Armen ziehen, wenn ich einen Woll-Pulli trage.

Aber so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass ich bisher einfach nur immer an die falsche Wolle geraten bin. Denn diese Baby Merino Wolle ist einfach nur ein Traum. Ich habe mir beim Stricken immer wieder mit dem schon fertigen Stück über den Arm gestrichen und hätte am liebsten schon mit dem Tuch gekuschelt. Und dabei habe ich noch nicht mal in ganz teure Merino Wolle von Madeline Tosh o.ä. investiert. Ich kann mir kaum vorstellen, wie weich eine solche Premium Wolle dann sein wird. *träum*

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Je größer das Tuch wurde, desto langsamer kam ich vorwärts. Bei über 300 Maschen pro Reihe habe ich gegen Ende manchmal nur eine einzige am Abend geschafft. Aber meine Motivation, fertig zu werden wurde immer größer. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie happy ich war, als ich die letzten Maschen abgekettet hatte und mir das Tuch das erste Mal umlegen konnte. Seit dem Tag trage ich es ständig . Es wärmt so wunderbar wie eine kleine To-Go-Decke und fühlt sich richtig luxuriös an. Ich glaube, ein so großes Tuch aus 100% Merino Wolle wäre im Geschäft für mich unbezahlbar.

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Ich denke, dies wird nicht das letzte Stricktuch gewesen sein. In dem Ravelry Shop von Melanie Berg – der Designerin des Strickmusters – gibt es noch so viele schöne andere Tücher! Aber im Moment stricke ich erst einmal an meinem Sous Sous Pullover weiter. Auf den freue ich mich nämlich auch schon kolossal! Und ich denke, dass ich mit diesem Pulli dann mein Trauma endgültig ad acta legen kann.

Alles Liebe – Wiebke

Falls ihr jetzt auch so einen kuscheligen Begleiter stricken möchtet, habe ich euch hier noch einmal die Material-Infos zusammengestellt:

Strickmuster: Drachenfels-Schal von Melanie Berg

Wolle: Drops Baby Merino – Farben: Natur, Hellbeige + Helltürkis

Stricknadeln: Rundstricknadeln mit auswechselbaren Spitzen von Knitpro

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Mit diesem Beitrag verlinke ich mich noch nachträglich für die Farbe Beige bei Selmins 12 Colours of handmade fashion Challenge.

Krimskrams

Im Moment…

Im Moment habe ich eine Phase, in der ich am liebsten an fünf Projekten gleichzeitig arbeiten würde. Ich habe unheimlich große Schaffenslust, unheimlich viele Ideen, aber leider unheimlich wenig Zeit.

Darum habe ich wenig fertige Dinge zum Zeigen für euch. Aber so ganz still soll es hier ja auch nicht sein. Darum dachte ich mir, ich zeige euch einfach mal woran ich gerade so tüftele. Auch Work-In-Progress kann ja eine Inspiration sein. Hier also die Herzens-Ideen, an denen ich im Moment arbeite.

Im Moment stricke ich an meinem Sous Sous Sweater. Es ist mein erster Pullover und das erste Mal, dass ich mich an ein Zopfmuster getraut habe. Bisher klappt es ganz gut. Nachdem ich bei den ersten paar Wiederholungen des Musters wirklich hochkonzentriert mitgezählt habe und Sascha immer wie eine wilde Furie angefunkelt habe, wenn er es wagte, mich mitten in einer Reihe anzusprechen, schaffe ich es jetzt sogar beim Fernsehen zu stricken.
Das Rückenteil sollte ich in absehbarer Zeit fertig haben. Vorderteil und Ärmel kommen als nächstes dran. Ich habe keinen blassen Schimmer, wann ich mit diesem Pulli fertig sein werde. Möglicherweise trage ich ihn erst im nächsten Winter. Aber ich hoffe, hoffe, hoffe, dass ich noch in dieser Saison in den Genuss meines ersten selbstgestrickten Pullis komme! Und wenn es nur für die letzten beiden März-Wochen ist.
Falls ich euer Interesse für den Pulli geweckt habe – Das Muster findet ihr hier. Und mit dieser Wolle stricke ich. Da ich Anfängerin bin, habe ich darauf verzichtet, mir die tolle, aber doch sehr teure Madeline Tosh Wolle zu kaufen und habe auf die preiswerte – aber wie ich finde auch sehr tolle – Drops Merino Wolle gesetzt. Für den nächsten Pulli gönne ich mir dann etwas luxuriöseres Material.

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Im Moment habe ich nach meiner ersten intensiven Klamotten-Nähphase mal wieder so richtig Lust zu Quilten. Ich habe ein WIP herausgekramt und schon zwei neue Blöcke genäht. Dieser Quilt soll eine Tagesdecke für unser Schlafzimmer werden. Auch wenn ich noch nicht mal eine komplette Reihe fertig habe, träume ich jetzt schon davon, wie schön er einmal auf unserem Bett aussehen wird. Ich bin gespannt, wie viele Blöcke ich in diesem Motivations-Schub fertig nähen kann.
Das Muster heißt Squash-Blossom. Ich mag besonders, dass es so einen tollen Ethno-Azteken-Vibe mitbringt.

Im Moment liegt die Stoff-Auswahl für eine U-Heft Hülle auf meinem Nähtisch. Eine liebe Freundin hat sie sich gewünscht und ich freue mich schon darauf, am Wochenende ans Werk zu gehen.

Im Moment liegt außerdem noch ungefähr mein kompletter Vorrat an Patchwork-Stoff auf meinem Nähtisch verstreut. Außenstehende Betrachter könnten denken, dass es sich bei diesem Phänomen um pures, willkürliches Chaos handelt. Aber dem ist natürlich nicht so! Hinter diesen Stoff-Häufchen steckt System! Oder besser gesagt: Hinter den Stoff-Häufchen steckt eine Idee. Ich möchte nämlich gerne für den Weihnachts-Event meiner Yogaschule Sachspenden in Form von selbstgenähten Augenkissen beisteuern. Ich strebe 15 bis 20 Stück an. Ich habe schon wilde Design-Skizzen auf Schmierpapier gemacht und wollte am Dienstag vor der Yogastunde nur mal eben kurz gucken, ob ich überhaupt genug Stoff dafür habe…. und ihr wisst ja wie das ist. Auf einmal war diese Stoff-Kombination so schön. Und diese aber auch. Oh – und die drei Stoffe passen aber auch sehr gut zusammen. Ja… das Ergebnis dieser crazy Stoff-Schieberei habe ich dann einfach so auf dem Tisch liegen lassen und bin zum Yoga gegangen. Ommmmm

Wo wir gerade beim Thema Yoga sind.
Im Moment lese ich mich durch die Pflichtlektüre-Liste meiner bevorstehenden Yogalehrer-Ausbildung. So richtig wie früher – mit Bleistift, Textmarker und Notizbuch. Das Lernen tut mir soooo gut! Ich liebe lernen und ich liebe es, dass mein Kopf mal wieder so richtig Futter bekommt.

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Im Moment versuche ich tapfer jeden Morgen um spätestens 5.15h aufzustehen, um vor der Arbeit noch Yoga und Meditation üben zu können.

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Woran arbeitet ihr im Moment?

Ich wünsche euch für alle Herzens-Projekt gutes Gelingen!

Alles Liebe – Wiebke