Shoppingfreies Jahr 2018

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke | 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke – 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

In meinem letzten Post hatte ich ja schon geschrieben, dass ich den Januar über noch intensiv reflektiert habe – vor allem über mein shoppingfreies Jahr und was ich daraus mitnehme. Meine größten Erkenntnisse aus dem Jahr habe ich hier ja bereits mit euch geteilt.

Jetzt möchte ich noch einmal 10 Highlights aus dem letzten Jahr mit euch teilen. Es ist eine bunte Mischung aus Erlebnissen, Inspirationen und Lieblings-Stücken.

 1. Karen Templer

Auch wenn ich die stylishen und hochwertigen Strick-Accessoires aus dem Hause Fringe Supply Co. schon etwas länger kannte (seit letztem Jahr bin ich stolze Besitzerin einer Field Bag), habe ich mich noch nie mit der Macherin hinter der Marke beschäftigt. Letztes Jahr bin ich dann zufällig über ein Podcast-Interview auf Karen Templer und ihr Engagement für die Slowfashion-Bewegung aufmerksam geworden und habe mich auf ihrem Blog etwas umgeschaut. Sie ist die Gründerin der Instagram-Aktion #slowfashionoctober oder #slowtober und beschäftigt sich sehr intensiv mit ihrer Garderoben-Planung. Sie strickt nicht nur, sondern näht auch und ich finde sowohl ihren Style als auch ihre Herangehensweise an die Outfit Planung einfach unfassbar inspirierend.

 2. Visual Mending

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf das Buch “Mending Matters” von Katrina Rodabaugh aufmerksam geworden bin. Ich glaube aber, es war über den Blog von Karen Templer. Jedenfalls war ich schockverliebt in der Sekunde, als ich ein Bild ihrer geflickten Jeans gesehen habe.  Kathrin macht sich für “visual mending” – also sichtbares Flicken von Kleidungsstücken stark. Sie vertritt die Einstellung, dass geflickte Stellen nicht versteckt werden sollten, da sie ein Kleidungsstück nur schöner machen.

Ausbessern, Stopfen und Flicken als Kunstform – die Idee lässt mein Herz höher schlagen.

Und ich gebe ihr recht: Die kunstvoll im japanischen Sashiko-Stil geflickten Jeans sind wirklich kleine Kunstwerke. Dass durch diese Verschönerung auch noch die Lebensdauer von Kleidungsstücken erheblich verlängert wird gerät dabei fast – aber auch nur fast – zur Nebensache. Ich finde es bei der heutigen Wegwerf-Mentalität absolut wichtig, das Thema Flicken immer und immer wieder anzusprechen.

Denn selbst für viele begeisterte Näherinnen ist dieses Thema noch so mit dem mühseligen und angestaubten Socken-Stopfen verbunden, dass es sie davor graust, zerschlissene Kleidungsstücke auszubessern. Darum glaube ich, dass die Idee des kunstvollen “Visual Mendings” ordentlich frischen Wind in diesen ungeliebten Bereich der Handarbeit bringen kann. Ich habe mir jedenfalls direkt Sashiko Garn bestellt und angefangen, eine Jeans zu flicken. Zwei weitere löchrige Lieblingsjeans liegen auch schon bereit.

3. Sew Liberated

Die Schnitte und der Style von Sew Liberated waren eine DER Entdeckungen für mich in 2018. Ich denke, auf die Schnittmuster des Indie-Labels bin ich über die Strick-Community auf Instagram aufmerksam geworden. Einige amerikanische Strick-Designerinnen lieben die entspannten Kleider-Schnitte der Designerin Meg Mcelwee. Und ich jetzt auch. Als ich mich zu Megs Instagram Feed durchklickte, war ich nicht auf diese enorme Inspirations-Flut gefasst, die dort auf mich wartete. Denn ich kann es nicht anders sagen: Ich liebe Megs Art sich zu kleiden. Sie trägt viel selbst geschneiderte Kleidung und schichtet ihre Kleider so gekonnt übereinander, dass ein ganz besonderer und sehr lässiger Stil dabei herauskommt. Auf dem Moodboard in meinem Nähzimmer hängen mittlerweile eine ganze Menge ihrer Outfit-Fotos und in meiner Schnittmuster-Sammlung befinden sich drei ihrer Kleiderschnitte. Ich kann es kaum erwarten, selber ein paar Sew Liberated Teile aus coolem Ethno-Stoff in meinem Kleiderschrank zu haben.

  4. Elle Puls Podcast mit Sindy von Mein Gewisses Etwas

Einen der größten Aha-Momente des Jahres 2018 hatte ich beim Hören dieser Folge des Podcasts “Näh deinen Stil” von Elle Puls. In dieser Episode unterhält Elke sich mit Sindy – der Frau, die den großartigen Nähblog “Mein gewisses Etwas” schreibt. Es geht um das Thema, wie Nähen bei der eigenen Stilfindung helfen kann. Bei ein paar Erfahrungen, die Sindy auf ihrer Reise gemacht hat und die sie in dem Interview mit den Hörern teilt, hat es bei mir sowas von laut KLICK gemacht. Ich konnte mich so mit ihren Gedanken identifizieren und habe mich so verstanden und abgeholt gefühlt, dass es mir richtig gut getan hat, dem Gespräch der beiden zuzuhören.

Jeder, die auf dem Weg zu ihrer selbst genähten Garderobe zwischendurch mal ins Stocken gerät. Jeder, die sich mit Gedanken wie “Das schaffe ich nie. Ich komme nie dort an, wo andere Näherinnen schon sind.” quält, kann ich nur empfehlen, dieses Interview zu hören. Danach werdet ihr euch beruhigt und motiviert fühlen und wieder voller Zuversicht eurer Traum-Garderobe entgegen schneidern.

 5. Das Kleiderschrank-Projekt

Dieses Buch ist definitiv die Geheimzutat gewesen, die mich während des shoppingfreien Jahres am stärksten nach vorne – hin zu meiner Stil-Vision – gebracht hat. Ich habe Anuschkas Blog schon vor einigen Jahren entdeckt, als ich mich das erste mal – rein theoretisch – mit dem Thema Capsule Wardrobe beschäftigt habe. Ihre klare und analytische, aber trotzdem sehr inspirierte Herangehensweise an das Thema der Garderobenplanung fand ich schon damals sehr ansprechend. Daher war ich mir sehr sicher , dass ihr Buch richtig gut sein muss. Und genau so ist es auch: “Das Kleiderschrank-Projekt” ist eher ein Kurs als ein Buch.

Es nimmt die Leserin an die Hand und zeigt ihr Schritt für Schritt wie sie eine klare Stil-Vision entwickeln und diese dann auch in die Realität umsetzen kann. Aber man sollte sich keine Illusionen machen: Sich dem Kleiderschrank-Projekt zu widmen, bedeutet Arbeit und Engagement.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man aus dem Buch das meiste herausholen kann, wenn man auch bereit ist, Zeit in das Projekt zu investieren.

Ich habe Anfang November 2018 begonnen, mit dem Buch zu arbeiten und bin noch nicht durch.

Ich sehe es als langfristiges Projekt
und finde es gut,
die Erkenntnisse zwischendurch
sacken zu lassen.

Mit der “Kleid-Layering Mini-Capsule”, die ich in meinem letzten Blogpost angekündigt habe, setze ich die ersten Teile um, die ich dank des Buches für meine Garderobe identifiziert habe. Ich kann kaum erwarten zu sehen, wie die ersten Teile aus meiner Vision zur Realität werden. Und ich freue mich schon darauf, die nächsten Kapitel in Angriff zu nehmen.

 6. Fibreshare

Ein großes Highlight in 2018 war meine erste Teilnahme an der internationalen Woll-Tausch Aktion FibreShare. Für eine Anmeldegebühr von 8 Dollar ist man dabei. Ashley und Beth – die zwei Frauen hinter FibreShare – machen die Zuordnung der über 3000 Tausch-Partner aus aller Welt tatsächlich von Hand! Sie werten die Fragebogen aus, die man zu Beginn der Aktion ausfüllen muss und versuchen Partner zu finden, die etwas gemeinsam haben. Bei mir hat es tatsächlich wunderbar geklappt. Ich habe zwei ganz tolle Stricker aus den USA als Tausch-Partner bekommen, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe.

Die ganze Aktion war ein großer Spaß für mich – es war so eine Freude, das Paket für die andere Person zu packen. Und es war ein Wahnsinns- Adrenalin-Schub, als das eigene Paket nach all der Warterei endlich angekommen ist. Ein Gefühl wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag. Ich kann es jedem zur empfehlen, diese Erfahrung zu machen!

 7. Wollfestival Düsseldorf

Gemeinsam mit meiner Mama habe ich mich in Düsseldorf das erste Mal ins Getümmel eines Wollfestivals gestürzt. Was für ein Erlebnis! So viel Wolle auf einem Fleck – wir waren im 7. Woll-Himmel. Ich war von der ganzen Pracht allerdings so überfordert, dass ich mehrere Runden auf dem Festival drehen musste, um mich dazu durchringen zu können, etwas zu kaufen. Ich hatte im Vorfeld schon die Befürchtung, dass ich all meine Strickpläne in der Sekunde vergessen würde, in der ich die Veranstaltungsräume betrete. Darum hatte ich mir vorsorglich eine Einkaufsliste geschrieben. Na ja – auf diese Liste habe ich an dem Tag keinen einzigen Blick geworfen und Wolle für ein ganz anderes Projekt gekauft.  Auch schön.

Meine Mama war da wesentlich professioneller – sie hat direkt beim dritten Stand zugeschlagen und sehr fokussiert für bestimmte Projekte Wolle geshoppt. Vielleicht läuft es dieses Jahr ja besser für mich, jetzt wo ich kein blutiger Festival-Anfänger mehr bin. Die Karten hängen jedenfalls schon am Kühlschrank. Und mit dem Sparen fange ich auch schon mal an. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den nächsten Besuch. Es war so faszinierend zu sehen, wie viele Strickbegeisterte es gibt und wie viel Freude sie daran hatten, sich unter Gleichgesinnten ihrem Lieblingshobby zu widmen. Darum gehört das Wollfestival für mich definitiv auch zu den Jahres-Highlights.

8. Ich bin interviewt worden!

Meine liebe Freundin Biggy ist Art-Coach und letztes Jahr hatte ich die Chance an einem ihrer Art-Coaching Retreats teilzunehmen. Eine großartige Erfahrung – jedem, der seine kreativen Energien mal wieder ordentlich durchschütteln möchte, kann ich Art-Coaching wärmstens empfehlen. Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist, dass ich auf diesem Retreat die tolle Melanie Hoessel kennengelernt habe. Sie war von meinem shoppingfreien Jahr so begeistert, dass sie mich zu diesem Thema für ihren Blog interviewt hat. Wenn ihr neugierig seid – hier könnt ihr das Interview nachlesen.

 9. Mein Caramel Cardigan

Meine Highlights können natürlich nicht ohne meine liebsten selbstgemachten Teile auskommen. Es gibt zwei Teile auf die ich ganz besonders stolz bin. Ein gestricktes und ein genähtes Teil. Das gestrickte Teil ist ganz klar meine Streifenjacke. Sie ist das erste richtige Kleidungsstück, das ich gestrickt habe und es grenzt für mich noch immer an Zauberei. Dabei zuzusehen, wie Reihe für Reihe auf den Nadeln ein tragbares Kleidungsstück entsteht, ist im Moment die coolste kreative Erfahrung, die ich mir vorstellen kann.

 10. Mein Weihnachtskleid

Und zu guter letzt: Mein liebstes Nähstück 2018. Es ist mein Weihnachtskleid und leider habe ich es immer noch nicht geschafft, einen Blogpost dazu zu erstellen. In erster Linie liegt es daran, dass ich noch keine schönen Tragefotos gemacht habe. Tatsächlich gibt es nur ein einziges Foto, auf dem das Kleid in voller Länge zu sehen ist und das ist leider ganz scheußlich ausgeleuchtet. Trotzdem darf das Kleidungsstück in meiner Highlight-Liste nicht fehlen. Und darum zeige ich euch auch dieses schlimme Foto. Denn ich LIEBE dieses Kleid…

… es war mein erster Versuch an einem Hemdblusenkleid. Gleichzeitig war es mein erster Versuch an einer Oberteil-Knopfleiste und – noch gruseliger – an einem Hemdkragen. Genäht habe ich das Isca Shirtdress von Marilla Walker aus einem wunderschönen, etwas schwereren Schottenkaro Stoff. Und abgesehen davon, dass die Karos an den Nähten nicht überall perfekt passen, habe ich alle Näh-Herausforderungen gemeistert. Ich bin super happy und sehr angefixt, weitere Blusen und Hemdblusenkleider in Angriff zu nehmen.

 

So, ihr Lieben – das waren meine 10 Kreativ-Highlights aus 2018 und damit ist meine etwas verlängerte Jahres-Rückschau abgeschlossen. Jetzt freue ich mich darauf, mit frischer Energie und Motivation meine neuen Nähprojekte in Angriff zu nehmen!

Alle Liebe – Wiebke