Stricken

Corona Beschäftigungs-Therapie // Mein Stash ist jetzt auf Ravelry

Ich weiß, dass die Corona bedingte Kontaktsperre, die Kita- und Schul-Schließungen für alle Familien mit Kindern den absoluten Stress-Overkill bedeuten und ich habe größten Respekt vor all meinen Mutti-Freundinnen. Was die gerade leisten ist Übermenschlich!

Aber für kinderlose Paare wie uns bedeutet die Kontaktsperre gerade vor allem eines: Viiiieeel Zeit.

Und die haben wir schon dafür genutzt, viele viele Projekte rund um Haus und Garten anzugehen. Wir haben die Garage aufgeräumt. Wir haben ausgemistet. Wir haben alle unsere ungenutzten oder mittlerweile ungeliebten Möbel bei Ebay Kleinanzeigen eingestellt und auch fast alles schon verkauft. Wir haben neue Möbel ausgesucht und bestellt. Wir haben unsere Gartenmöbel repariert und frisch gestrichen. Wir haben eine Hecke für unseren Vorgarten ausgesucht und bestellt. Und wir haben das ganze Haus von oben bis unten aufgeräumt und geputzt. Wir kochen jeden Tag. Wir veranstalten Skype-Dinner mit unseren Freunden. Wir waren am Wochenende wandern.

Und bei mir hat diese freie Zeit noch zu einer für den ein oder anderen von euch vielleicht etwas befremdlich wirkenden Aktion geführt:

Ich habe meinen inneren Nerd rausgelassen und meinen gesamten Woll-Stash (oder auch Woll-Vorrat) fotografiert und bei Ravelry archiviert.

Ja ich weiß, dass ist wirklich nerdig. Aber tatsächlich wollte ich genau das schon lange mal machen! Vielleicht hätte ich Bibliothekarin werden sollen. Denn das Katalogisieren hat mir richtig kindliche Freude bereitet.

Ich finde es toll, dass ich jetzt von jedem Strang Wolle ein einzelnes Foto besitze. Das Schießen der Fotos war ein bisschen wie die Marie Kondo Ausmiste-Methode – ich habe jeden einzelnen Strang Wolle, den ich besitze, in die Hand genommen, natürlich kurz gestreichelt, ein Foto davon gemacht und mir dabei noch einmal genau angeschaut. Dadurch habe ich jetzt nicht nur wieder einen super Überblick über meinen Stash, sondern ich habe mich auch noch mal neu in meine Woll-Schätze verknallt und allein beim Durchsehen der Bilder wieder super viele neue Ideen für Projekte bekommen.

Eigentlich wollte ich ja dieses Jahr – bis auf einen geplanten Kaufrausch beim Düsseldorfer Wollfestival – keine Wolle kaufen. [Okay… ich gebe zu, Corona hat mich hier schwach werden lassen. Aber nur einmal! Sonst habe ich bisher super durchgehalten und schon fleißig für das Wollfestival gespart (toi toi toi  + ganz feste Daumendrücken, dass es stattfinden kann!).]

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Und auch für diesen Vorsatz finde ich die Archivierung meines Woll-Stash super hilfreich. Denn so kann ich ganz einfach – wenn mal wieder eine neue Strick-Idee im Köpfchen aufploppt – auf Ravelry gehen und sehe direkt, ob ich passende Wolle für die Idee besitze. Ich muss nicht in diversen Schränken und Tüten und Kisten kramen. Denn auch wenn das hin und wieder mal Spaß macht – oft ist man doch schneller dabei, sich zum Lieblings-Woll-Dealer durchzuklicken und für die frische Idee frische Wolle zu shoppen. Auch wenn man eigentlich perfekt passende Wolle zu Hause hat.

Und das Beste daran ist:
Dank der richtig gut durchdachten Funktionen von Ravelry muss man sich noch nicht mal selber durch seinen archivierten Stash scrollen.

Denn es gibt ein super hilfreiches Tool, das einem dabei hilft, die passende Wolle für geplante Projekte zu finden.

Wusstet ihr, dass wenn man Strickmuster in die Strick-Warteschlange (Queue) aufnimmt, Ravelry die für das Strickmuster benötigte Wolle mit dem Stash abgleicht und automatisch Vorschläge macht, welche Wolle man für das Projekt nutzen könnte? Ich finde dieses Werkzeug richtig, richtig cool und freue mich sehr, dass Ravelry jetzt jedes meiner Wollknäule kennt, um sie mir vorschlagen zu können. 😊

Wie behaltet ihr den Überblick über euren Woll-Vorrat? Könnt ihr euch auch für Archivierung begeistern? Nutzt ihr die Möglichkeiten von Ravelry oder habt ihr ein eigenes System? Ich bin super neugierig, wie ihr dieses Thema so handhabt!

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Ich habe mir überlegt, in gewissen Abständen eine Inventur zu machen und zu dokumentieren, wie viel Wolle rein und raus gegangen ist. Mal sehen… vielleicht denke ich mir dazu eine Blogpost-Serie aus und halte euch hierzu auf dem Laufenden. Möglicherweise quartalsweise oder auch halbjährlich. Je nachdem wie spannend die Veränderungen so sind. Dazu muss ich mir noch mal Gedanken machen.

So – wenn ihr neugierig seid und euch meinen Woll-Stash – oder auch einfach die Funktion –  bei Ravelry mal ansehen wollt, könnt ihr das hier in meinem Profil gerne machen. Ich freue mich auf euren Besuch. 😊

Und ich freue mich auf eure Kommentare zu euren Archivierungs-Methoden! Das Thema hat es mir echt angetan.

Alles Liebe,

Wiebke

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Mein selbstgestrickter Winter-Begleiter – Das Drachenfels Tuch

Mein Drachenfels Tuch ist schon länger fertig – es hat mich schon durch den Spätsommer und den kompletten Herbst begleitet. Irgendwie habe ich es bisher nur noch nicht geschafft, schöne Fotos von meinem wolligen Begleiter zu machen. Darum freue ich mich umso mehr, dass es heute -passend zu den ersten Schneeflocken – endlich soweit ist!

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Auf Christines wunderbarem Blog dennmanto habe ich das Drachenfels Tuch zum ersten Mal gesehen und war direkt hin und weg. Das einzige, was mich zunächst noch davon abhielt direkt loszulegen, war die Qual der Farbauswahl. Ich wollte, dass das Tuch ein bisschen Farbe bekommt – allein schon, damit es beim Stricken nicht so langweilig wird. Ich wollte aber auch, dass es sich gut kombinieren lässt. So bin ich nach einigem Überlegen bei der Farbe Türkis gelandet. Obwohl es meine Lieblingsfarbe ist, besitze ich kaum ein türkises Kleidungsstück – denn zum Tragen bevorzuge ich eigentlich andere Farben. Darum habe ich das Türkis in dem Tuch mit hellem Beige und Wollweiß kombiniert – so wird es für mich tragbarer und neutral genug, um es mit Trenchcoats, Jeansjacken und fast all meinen Pullis zu kombinieren.

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Das Stricken hat mir super viel Spaß gemacht. Ich habe mich dabei ein wenig über mich selbst gewundert. Bisher hatte ich bei größeren Strickprojekten selten genug Durchhaltevermögen, um sie auch wirklich zu Ende zu bringen. Mir wurde mittendrin langweilig und irgendwann sind die Wollknäule hinten im Schrank verschwunden. Aber anscheinend hat sich etwas geändert. Denn obwohl das Strickmuster sehr einfach ist – man muss wirklich nicht mitzählen oder die ganze Zeit hochkonzentriert bei der Sache sein – habe ich mich während der Arbeit an dem Tuch kein einziges Mal gelangweilt. Und das, obwohl ich wirklich sehr lange daran gestrickt habe. Ich habe das Stricken eher als entspannend empfunden und wirklich jede Minute genossen, die ich daran gearbeitet habe.

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Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich richtig in die Wolle verknallt habe, je größer das Tuch beim Stricken wurde. Ich konnte kaum glauben, wie wunderbar weich und kein einziges bisschen kratzig die Wolle sich in verarbeiteter Form anfühlt. Ich bin nämlich bisher überhaupt kein Fan von Kleidungsstücken aus Wolle gewesen. Ich habe zwar immer sehr gerne mit Wolle gearbeitet – aber ich habe ein regelrechtes Kratze-Pulli Trauma. Ich finde, es gibt kaum etwas schlimmeres (auch Rutsche-Socken, die sich unten im Schuh zusammengekrumpelt haben, sind ein Pups dagegen) als kratzige Woll-Kleidungsstücke. Sogar mit Longsleeve unter dem Pulli könnte ich mir die Haut von den Armen ziehen, wenn ich einen Woll-Pulli trage.

Aber so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass ich bisher einfach nur immer an die falsche Wolle geraten bin. Denn diese Baby Merino Wolle ist einfach nur ein Traum. Ich habe mir beim Stricken immer wieder mit dem schon fertigen Stück über den Arm gestrichen und hätte am liebsten schon mit dem Tuch gekuschelt. Und dabei habe ich noch nicht mal in ganz teure Merino Wolle von Madeline Tosh o.ä. investiert. Ich kann mir kaum vorstellen, wie weich eine solche Premium Wolle dann sein wird. *träum*

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Je größer das Tuch wurde, desto langsamer kam ich vorwärts. Bei über 300 Maschen pro Reihe habe ich gegen Ende manchmal nur eine einzige am Abend geschafft. Aber meine Motivation, fertig zu werden wurde immer größer. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie happy ich war, als ich die letzten Maschen abgekettet hatte und mir das Tuch das erste Mal umlegen konnte. Seit dem Tag trage ich es ständig . Es wärmt so wunderbar wie eine kleine To-Go-Decke und fühlt sich richtig luxuriös an. Ich glaube, ein so großes Tuch aus 100% Merino Wolle wäre im Geschäft für mich unbezahlbar.

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Ich denke, dies wird nicht das letzte Stricktuch gewesen sein. In dem Ravelry Shop von Melanie Berg – der Designerin des Strickmusters – gibt es noch so viele schöne andere Tücher! Aber im Moment stricke ich erst einmal an meinem Sous Sous Pullover weiter. Auf den freue ich mich nämlich auch schon kolossal! Und ich denke, dass ich mit diesem Pulli dann mein Trauma endgültig ad acta legen kann.

Alles Liebe – Wiebke

Falls ihr jetzt auch so einen kuscheligen Begleiter stricken möchtet, habe ich euch hier noch einmal die Material-Infos zusammengestellt:

Strickmuster: Drachenfels-Schal von Melanie Berg

Wolle: Drops Baby Merino – Farben: Natur, Hellbeige + Helltürkis

Stricknadeln: Rundstricknadeln mit auswechselbaren Spitzen von Knitpro

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Mit diesem Beitrag verlinke ich mich noch nachträglich für die Farbe Beige bei Selmins 12 Colours of handmade fashion Challenge.