Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Das erste komplette Me-Made-Outfit: Jeansrock + Ringel-Longsleeve

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Davon, dass ich euch heute mein erstes komplettes Me-Made-Outfit zeigen kann, war ich die letzten Tage nicht gerade besonders überzeugt. Das Nähen dieses Jeansrocks hat mich tatsächlich einige Nerven gekostet. Ich bin unendlich erleichtert, dass sich die Mühe doch gelohnt hat und alles passt. Darum muss ich es euch unbedingt heute schon zeigen. Auch wenn ich keine tollen Fotos parat habe. Draußen regnet es seit zwei Tagen und Sascha war heute morgen im Stress. Darum bekommt ihr heute die “Selfies vor dem ersten Kaffee – Edition”. Unser Haus ist aktuell aber leider noch so überhaupt nicht selfie-tauglich – darum bitte ich euch, großzügig über das schlechte Licht hinwegzusehen. Ich arbeite an besseren Selfie-Stationen *lach* Das Leben eines Bloggers und so… wir haben Probleme! 😀

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Jeansrock mit Reißverschluss

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: dunkelblauer Stretch-Denim von Stoff und Stil

Variante: kurze Version

Longsleeve

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: Interlock Jersey von Ebay

Variante: Lange Ärmel

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Die einzigen Fotos, zu denen ich Sascha heute morgen überreden konnte, waren diese hier beim Kaffee trinken – so seht ihr immerhin das Ringeltop noch mal besser.

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Und für ein Detailfoto des Rocks noch ein schnelles Auto-Selfie. Natürlich NICHT beim Fahren – is klar, ne?

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Ich erzähle jetzt noch die lange Version meiner ersten Näh-Problemchen. Wer sich das Elend nicht anhören möchte – einfach weiterscrollen. Ich habe vollstes Verständnis. 😉

Von Anfang an war es wie verhext mit dem Rock und mir: Als ich das Schnittmuster aus der Schublade gefischt und mir die Maße noch einmal durchgelesen habe, dachte ich, ich hätte die falsche Größe gekauft. Bei Stoff und Stil kauft man ja tatsächlich immer nur eine einzige Größe des Schnittes und da ich noch nicht so viel Näh-Erfahrung habe, traute ich mir nicht zu, den Schnitt selber anzupassen. Also habe ich einfach meine ganze Hoffnung auf den Stretch-Anteil des Stoffes gesetzt und den Schnitt so genutzt, wie gekauft. Wenn auch immer mit dem blöden Gefühl im Hinterkopf, dass die ganze Arbeit vielleicht doch in der UFO-Kiste landen muss.

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Beim Zuschnitt dann das nächste Problem: Ich habe mich beim Stoffkauf an die Menge gehalten, die auf dem Schnitt angegeben war. Allerdings ist der Stoff beim Waschen so krass eingelaufen, dass mir in der Breite 20 cm fehlten. Ahhhh! Zuerst habe ich die Schnittteile herumgeschoben, wie eine Irre. Nach 15 Minuten habe ich dann eingesehen, dass es keinen Sinn hat, und mich dazu entschlossen, ein Teil zu stückeln.

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Das “Hinterteil” musste ich stückeln.

Dann ging es ans Nähen: Die ersten paar Schritte der Anleitung waren kein Problem – alles hat gut geklappt. Auch mit meinem Topstitching war ich ganz zufrieden.

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Dann aber ging es an den Besatz. Da hat mir die Nähanleitung (und mein fehlendes Fach-Vokabular) einige Rätsel aufgegeben. Ich habe nämlich nicht weiter über die Bedeutung des Wortes “Besatz” nachgedacht und bin automatisch davon ausgegangen, dass es so etwas wie ein Bund ist.

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Ähm ja, das gab die – ohnehin schon sehr knapp betextete – Anleitung aber so gar nicht her. Und auch wenn es schon fast peinlich ist – bis es bei mir “klick” gemacht hat und ich auf die Idee gekommen bin, dass der gesamte Streifen nach innen gebügelt werden muss, hat es echt eine ganze Weile gedauert. Danach lief es dann aber zum Glück wie am Schnürchen.

Als ich die letzten Topstitching-Nähte abgeschlossen hatte und den fertigen Rock vor mir hatte, war ich wirklich wirklich stolz. Dachte aber: Der passt dir bestimmt nicht. Wenn er zu klein ist, dann verschenkst du ihn einfach. Bloß nicht drüber ärgern. Immerhin hast du dabei etwas gelernt. Das ist auch was wert. So ging es weiter, bis ich im Badezimmer stand, den Reißverschluss hochzog und ganz zu meinem Erstaunen bemerkte: Er passt! Und zwar wie angegossen. Juhuu!

Meine Erkenntnisse nach dieser Näh-Aktion:

  • Bei einem Stoff mit Stretch-Anteil passt manchmal auch mal eine Nummer kleiner.
  • Ein Besatz ist nicht das gleiche wie ein Bund.
  • Manchmal muss man sich eine Nähanleitung 10 mal durchlesen und die technische Zeichnung ein paar Minuten lang anstarren, bis einem das rettende Licht aufgeht. Also Ruhe bewahren.

Ich bin auf jeden Fall sehr stolz darauf, das Rock-Projekt durchgezogen zu haben. Und mit dem Ergebnis bin ich auch super happy. Jetzt geht es direkt weiter mit dem nächsten Teil. Aber vorher schaue ich noch beim MeMadeMittwoch vorbei und gucke, was die anderen Mädels tolles genäht haben.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Meine Girlfriday Culottes in Dänemark

Ich bin total happy, dass ich für die Fotos meiner Culottes die schöne Kulisse unseres Ferienhauses in Dänemark nutzen konnte.

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Schnitt: Girlfriday Culottes von Liesl + Co

Version: Midi-Länge

Stoff: leichter Stretch Denim in hellblau von Stoff & Stil

Als allererstes muss ich direkt gestehen, dass das hübsche Oberteil, das ihr hier seht, nicht aus meiner Capsule Wardrobe stammt. Schande über mich. Eigentlich hatte ich vor, die Culottes gemeinsam mit meinem selbstgeschneiderten rot-geringelten Jersey-Longsleeve zu zeigen. Denn die beiden Kleidungsstücke passen ganz hervorragend zusammen. Aber dann kam alles ganz anders: Wir brauchten neues Brennholz für unseren Ofen (hier in Dänemark ist es noch richig frisch) und haben uns daher in den nächsten Ort begeben, um einen Supermarkt aufzusuchen. Auf dem gleichen Gelände gibt es neben dem Supermarkt noch ein paar weitere Geschäfte, unter anderem auch eine kleine Boutique, in der wir letztes Jahr schon ein paar hübsche Teile gefunden haben. Tja – und wie das immer so ist. Sascha: “Komm, wir gehen da noch mal ein bißchen gucken.” Ich im Stillen zu mir selbst: ” Ach ja – gucken schadet ja nix.” Und dann im Geschäft laut: “Och – ich glaub, das probier ich mal an. Ohhh das ist aber toll. Und es würde bestimmt super zu meinen Culottes passen.” Und Sascha: “Ja, das stimmt. Und in Deutschland würdest du nach so etwas bestimmt lange suchen.” Das glaube ich zwar nicht, aber es war eine sehr willkommene Absolution. Das Oberteil wurde also gekauft. Und weil es – wie ich finde – tatsächlich super den Culottes passt, kam es mit auf die Fotos. Das Ringel-Jersey Oberteil zeige ich dann später.

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Am Anfang dieses Näh-Projektes habe ich mich mit dem Stoff etwas schwer getan. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich bei Stoff & Stil leichten Denim Stoff aus 100% Baumwolle gekauft habe. Beim Bügeln hatte ich aber auf einmal so komisches klebriges Zeug an meinem Bügeleisen. Zuerst dacht ich, ich hätte irgendwo ein Stück Vlieseline aus versehen geschmolzen. Bügeleisen also abkühlen lassen, geschrubbt wie eine Blöde und noch einmal von vorne. Aber auch beim zweiten Versuch war das Zeug urplötzlich wieder da. Und da dämmerte es mir so langsam… das klebrige Zeug kam aus dem Stoff selber. Als der Groschen endlich gefallen war, zog ich panikartig das Bügeleisen weg und inspizierte den Stoff erst einmal auf Schäden. Zum Glück ist aber alles noch einmal gut gegangen. Danach habe ich erst einmal die Rechnung von Stoff & Stil herausgekramt und noch einmal nachgeguckt, was zum Henker ich da eigentlich gekauft hatte. Ahaaa – Stretch-Denim mit Nylon und Elasthan-Anteil. Das erklärte einiges, war aber direkt auch neue Fragen auf: Mit welcher Nadel nähe ich den Stoff denn jetzt? Jeans oder Stretch? Und welchen Stich soll ich dafür nutzen? Grüüübel…

sdr

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Antworten fand ich noch einmal in diesem super-hilfreichen Artikel auf dem Smilla-Blog. Ich nutzte also eine Stretch-Nadel und den Jersey-Stretch-Stich (warum auch immer der so heißt, wenn er für Jersey eigentlich gar nicht so gut geeignet ist). Und ganz wichtig: Ich bügelte nur noch auf Stufe 1. Ab diesem Zeitpunkt lief eigentlich (fast) alles wie am Schnürchen. Auf dem Blog von Oliver + S gibt es einen Sew Along für die Girlfriday Culottes. Daran habe ich mich einfach Schritt für Schritt entlang gearbeitet. Und damit hat es super geklappt. Auch wenn das Schnittmuster der Girlfriday Culottes schon mit einer sehr ausführlichen Nähanleitung kommt – so dass viele von euch den Sew Along wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätten – mir haben die Fotos an einigen Stellen wirklich geholfen.

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Der Grund, warum ich oben nur “FAST wie am Schnürchen” geschrieben habe ist dieser: Als allerletzten Arbeitsschritt musste ich nur noch den Verschluss am Bund anbringen. Da ich zu Hause keinen großen Haken-Öse-Hosenverschluss hatte und in der Anleitung auch die Option eines Verschlusses mittels Knopf angegeben war, wollte ich ein Knopfloch in den Bund nähen. Äh ja… das war keine gute Idee. Viel zu viele dicke Stofflagen, viel zu kleine Arbeitsfläche. Es hat überhaupt nicht geklappt – nennen wir es mal ein Knopfloch-Massaker. Aus diesem Grund haben die Culottes diesen frechen roten Aufnäher am Bund. Ich dachte mir: Wenn schon vertuschen, dann wenigstens mit Attitude und griff zum roten Stoff. Auf diesen Fotos ist der Bund tatsächlich noch mit einer Sicherheitsnadel verschlossen. Denn so kurz vor dem Urlaub konnte ich keinen vernünftigen Hosenverschluss mehr kaufen. Tja – musste ich halt fudeln – aber die Culottes mussten mit!

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Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem super zufrieden. Auch wenn mich dieses Kleidungsstück ganz schön aus meiner Fashion-Comfort-Zone lockt. Normalerweise trage ich nie nie nie etwas, das meine eh schon rettungsberingten Hüften noch breiter machen würde. Daher musste ich beim ersten Blick in den Spiegel erst mal heftig schlucken. Aber ich wusste im Vorfeld, dass die Culottes einfach nach einer komplett anderen – für mich ungewohnten – Silhouette verlangen: betonte Taille und auf jeden Fall hohe Schuhe. Und dann scheiss drauf, ob die Hüften breit aussehen. Der Schnitt dieses Kleidungsstücks an sich ist einfach meeega cool. Wenn hier etwas geändert werden müsste, dann eher meine Attitude als die Culottes. Und vielleicht zwei Kilo weniger, damit die Falten etwas weniger aufspringen. Aber das wird mich nicht davon abhalten, dieses Teil auch jetzt schon zu tragen. Mutig voran!

sdr

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Und jetzt freue ich mich darauf, bei den anderen Mädels vom MeMadeMittwoch zu gucken!

Alles Liebe – Wiebke

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Mein Sointu Kimono Tee

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Schnitt: Sointu Kimono Tee von Named Clothing

Version: Mit verstärkten Ärmelbündchen

Stoff: mittelschwerer Blockstreifen Jersey von Stoff und Stil

Ich könnte nicht stolzer sein – mein Sointu Kimono Tee ist fertig und ich LIEBE es! Ich hatte hier in meinem Zwischenstandsbericht ja schon geschrieben, dass das Schnittmuster auch für mich als Anfänger entspannt zu nähen war. Die einzige Befürchtung, die ich hegte war, dass der Schnitt eventuell zu sackig oder unförmig sein könnte. Die Schnittteile sahen ausgebreitet auf dem Nähtisch schon arg groß aus. Aber ich habe es einfach drauf ankommen lassen, stoisch weiter genäht und wurde für mein Vertrauen belohnt. Denn ich finde, das Oberteil sitzt super: dank des Gürtels, der sich zwei Mal um die Taille schlingen lässt, bekommt das Shirt eine super schöne, feminine Silhouette. So sieht es gleichzeitig schick und trotzdem lässig aus.

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Damit sich die Ärmelbündchen so schön aufstellen, habe ich sie mit Vlieseline verstärkt. Dies wird in der Nähanleitung als Option vorgeschlagen und ich bin froh, dass ich die Variante gewählt habe. Den Effekt mag ich sehr. Er ist das I-Tüpfelchen des Schnitts. Ich hoffe, dass die Steifigkeit auch nach dem ersten Mal waschen erhalten bleibt. Hat hier jemand von euch schon Erfahrungen gemacht? Kann ich das wohl in die Waschmaschine schmeißen?

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Der Jersey von Stoff & Stil trägt sich sehr angenehm auf der Haut und ist durch seine mittelschwere Qualität schön formstabil und blickdicht. Falls ich das Kimono Tee noch einmal nähe, würde ich auf jeden Fall noch einmal einen Stoff in vergleichbarer Qualität nutzen.

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Ausgeführt habe ich das Shirt – eher gesagt genau dieses Outfit – auch schon: Bei schönstem Sonnenschein auf die Dachterrassen-Geburtstagsparty einer lieben Freundin. Abgesehen davon, dass ich den Gürtel ein paar Mal neu knoten musste, habe ich mich darin sehr wohl gefühlt und auch schon die ersten Komplimente abgestaubt.

So und jetzt gehe ich beim MeMadeMittwoch – heute passend zum Motto Frühlingserwachen – stöbern und verteile auch ein paar Komplimente an die fleißigen Näh-Mädels!

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung

Progress Report: Das Sointu Kimono Tee

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Da habe ich es noch nicht mal geschafft, von meinem rot geringelten Longsleeve vernünftige Fotos zu machen und euch hier das fertige Teil zu zeigen, und schon kommt der nächste Work-in-Progress Bericht. Jaaaa, Leute – es geht hier Schlag auf Schlag – *lach* – schließlich habe ich eine Capsule zu Nähen.

Jetzt auf meinem Nähtisch: Das Kimono Tee von Named Clothing. Nach meinem ersten Jersey-Teil lege ich direkt nach und schiebe das Zweite hinterher. Da musste ich noch nicht mal die Nadel auswechseln. Dieses Mal ist es allerdings kein Interlock, sondern einfach ein etwas schwererer Jersey von Stoff und Stil. So bin ich jetzt das erste Mal mit sich aufrollenden Stoffrändern konfrontiert. Und dazu noch ein buntes Streifenmuster mit recht großem Rapport. Daher ist das ordentliche Zuschneiden der einzelnen Teile bisher die größte Herausforderung für mich gewesen.

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Das Nähen klappt soweit ganz gut. Sogar die Produktion der klitzekleinen Gürtelschlaufen hat geklappt, ohne dass ich etwas fluchend durchs Zimmer werfen musste. Das Muster der Ärmelbündchen ist auch bei beiden Seiten gleich geworden – also alles entspannt bis hierhin.

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Das einzige, was ich etwas kritisch beäuge, ist die Größe. Ich habe es noch nicht anprobiert, aber es könnte sein, dass das Shirt etwas groß ausfällt. Es ist ja als weit fallender Schnitt konzipiert, der dann durch den Taillengürtel in Form gebracht wird. Also muss es vielleicht auch genau so sein und ich mache mir umsonst Sorgen. Aber ich befürchte, dass es an mir etwas zu sack-artig sitzen könne. Wir werden sehen… und ich habe mir sagen lassen, dass kleiner machen viiieeel einfacher ist, als größer machen.

Davon abgesehen bin ich mit dem Schnitt super zufrieden. Für mich als Anfänger ist alles leicht verständlich und sogar ich komme sehr zügig damit voran. Ich glaube eine geübte Näherin mit einer Overlock kann mehrere Kimono Tees an einem Nachmittag produzieren.

Was ich noch vor mir habe: Halsausschnitt versäubern, Säumen, Gürtel nähen.

Ich kann es kaum erwarten, bis das Teil fertig ist. Von der Schnitt-Stoff-Kombi bin ich soooo begeistert. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Teil ein absoluter Favorit wird. Wahrscheinlich werde ich aber erst am Wochenende wieder an die Nähmaschine kommen. Diese Woche ist vollgepackt: zwei Konzerte und mindestens eine Yoga-Klasse. Da bleibt kein Abend zum Nähen… aber egal – ich FREU mich auf den Start in die Konzert-Saison!

Alles Liebe – Wiebke