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Mein Tutorial für den Pailletten Perlen Plunder FAL: Punchneedle Patches!

Heute darf ich mein Amt als offizielle Plunderpatin des #paillettenperlenplunderfal antreten und euch mit einer ordentlichen Ladung Inspiration versorgen. Nichts mache ich lieber als das! Für diesen besonderen Anlass habe ich mir ein DIY-Projekt ausgedacht, dass richtig viel Spaß macht.

Ihr wollt wissen, was es ist? Ok ich verrate es: Wir schnappen uns die Punchneedle und designen eigene Aufnäher, mit denen wir unsere Garderobe verschönern können! Oder anders gesagt: Wir punchen Patches und pimpen damit unsere Klamotten. 😀

Ich habe die Anleitung für euch in zwei Einheiten aufgeteilt.
Teil 1 ist ein Punchneedle Crash-Kurs mit dem Basiswissen, das ihr für dieses kleine Projekt benötigt.
In Teil 2 geht es dann darum, wie ihr aus eurem Punchneedle-Bild einen Aufnäher machen könnt. Alles klar? Los geht’s!

Material

  • Punchneedle
  • Stickrahmen
  • Monk’s Cloth
  • Wolle in euren Wunsch-Farben
  • Schere
  • Vliesofix
  • Bügeleisen
  • 2 kleine Stoffreste
  • Nähmaschine + Nähgarn
  • 2 Sicherheitsnadeln

Punchneedle Crash-Kurs

7 Basics mit denen ihr direkt lospunchen könnt!

1. Welches Garn ist geeignet?

Faser

Grundsätzlich kannst du für Punchneedle Arbeiten jedes Garn nutzen, das dir gefällt. (Perfekt auch zur Reste-Verwertung!)
Jetzt kommt allerdings eine Einschränkung: Für dieses Projekt muss es auf jeden Fall eine Faser sein, die etwas Hitze abkann und beim Bügeln auf Stufe 2 nicht schmilzt. Ihr solltet also einen Bogen um Acrylwolle machen und lieber Schurwolle oder Baumwolle nutzen.

Garnstärke

Bei der Frage nach der Garnstärke kommt es auf die Punchneedle an, die ihr nutzt. In der Regel sollte bei der Beschreibung eurer Nadel eine Empfehlung für die Garnstärke enthalten sein.
Bei den originalen Oxford Punchneedles aus Holz könnt ihr euch an folgender Richtlinie orientieren:
Regular-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 6-8 mm verstricken würdet.
Fine-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 4,5 – 5,5 mm verstricken würdet.

Von Rico gibt es z.B. auch eine Punchneedle aus Plastik mit mehreren Aufsätzen, mit denen ihr auch dünne Wolle und Stricktwist verarbeiten könnt.

Für die Idee, die ich euch heute zeige, ist es aber unerheblich, welche Stärke deine Nadel hat. Du kannst jede Punchneedle nutzen!

2. Welcher Stoff ist geeignet?

Der Stoff, den man am besten zum Punchen nutzen sollte, heisst Monk’s Cloth und ist in Deutschland noch nicht ganz so einfach zu finden. Darum verrate ich euch meine Bezugsquelle, damit ihr euch mit dem geeigneten Material ausstatten könnt. Tut euch selber einen Gefallen und nutzt bitte keine Jute oder Sackleinen – diese Gewebe funktionieren leider nicht so gut zum punchen.

Ich habe meinen Monk’s Cloth hier im Etsy Shop von The Joyful Punch gekauft.

3. Wie fädele ich das Garn ein?

Zuerst fädelst du den Faden durch das Loch in der Nadelspitze und ziehst ihn ca. 10 cm nach oben heraus. Dann fädelst du das andere Ende des Fadens durch die Metallöse am unteren Ende der Nadel und ziehst den Faden so weit nach unten durch, bis am oberen Ende nur noch 2 cm aus der Nadelspitze herausschauen. Der Faden legt sich beim Durchziehen automatisch in den Schlitz am Nadel-Griff.

4. Wie halte ich die Punchneedle?

Du nimmst die Nadel ganz bequem so in die Hand, wie du einen Stift halten würdest. Achte darauf, dass die offene Seite der Nadel immer in die Arbeitsrichtung – also in die Richtung, in die du punchen möchtest – zeigt. Wenn du einen Richtungswechsel arbeiten möchtest, dann drehst du die Nadel – während sie im Stoff steckt – einfach so, dass die offene Seite wieder in die Richtung zeigt, in die es weiter gehen soll.

5. Wie mache ich den Anfang?

Du hast deine Nadel eingefädelt. Du hast deinen Monk’s Cloth in einen Stickrahmen gespannt. Aber wie machst du den Anfang? Kein Problem: Um mit dem Punchen zu beginnen, stichst du einfach einmal von oben nach unten durch den Stoff. Dann greifst du unter den Stoff und ziehst den Faden, der vorne aus der Nadel herausguckt ein paar Centimeter nach unten durch. Das ist der Anfang – von hier aus kannst du lospunchen.

6. Wie mache ich die Stiche?

Für unser Projekt brauchst du dir für deine Stiche nur vier einfache Richtlinien zu Herzen zu nehmen.

Gepuncht wird immer von oben nach unten

Du schiebst den Faden mit Hilfe der Nadel also immer von oben nach unten in das Geflecht des Stoffes. Indem du die Nadel nach jedem „punch“ ein paar Millimeter weiter bewegst, entsteht deine Linie. Die Struktur des Monk’s Cloth verhindert, dass die Wolle wieder nach oben flutscht, wenn du die Nadel aus dem Stoff ziehst. Dadurch entstehen auf der Unterseite des Stoffes Schlingen. Auf der Oberseite entsteht ein Bild, dass eher an eine Stick-Arbeit erinnert. Traditionellerweise entsteht bei Punchneedle-Arbeiten das „schöne“ Bild auf der Unterseite des Stoffes, also auf der Seite mit den Schlingen. Für unsere Patches nutzen wir aber die Oberseite als „schöne“ Seite. Beim punchen siehst du also direkt das Bild, das später auch auf deinem Patch zu sehen sein wird. Weil es so schnell und einfach geht, fühlt es sich fast an, als ob du mit Wolle auf Stoff malen würdest.

Verliere nicht den Kontakt zum Untergrund

Wenn du die Nadel beim Punchen nach oben aus dem Stoff ziehst, achte darauf, dass du die Spitze nicht zu weit nach oben ziehst. Versuche, mit der Spitze der Nadel immer den Kontakt zum Stoff zu behalten und sie mit Kontakt über den Stoff zu schieben/rutschen, anstatt als sie darüber zu heben.

Nutze das Raster des Stoffe

Durch die grobe Struktur des Monk’s Cloth spürst du beim Weiterschieben der Nadel die Struktur des Geflechts. So kannst du dir merken, wie viele „Hubbel“ du mit der Nadel weiterrutschst, bevor du den nächsten Stich machst. Auf diese Weise kannst du ganz einfach dafür sorgen, dass deine Stiche gleichmäßig werden.

Um die Flächen deines Bildes mit Stichen zu füllen, mach es wie beim Ausmalen:

Punche zuerst einmal die komplette Umrandung deiner Farbfläche und arbeite dich dann spiralförmig nach innen vor. Setze deine Stiche schön dicht aneinander, so dass zwischen den Linien keine sichtbaren Leerräume entstehen.

7. Wie trenne ich den Faden, wechsle die Farbe oder beende die Arbeit?

Um den Faden zu trennen, stich mit der Nadel nach unten durch den Stoff und halte die Nadel hier. Auf der Unterseite schneidest du den Faden ungefähr auf halber Höhe der Nadelspitze ab. Dann ziehst du die Nadel wieder nach oben heraus. Fertig. Jetzt kannst du die Nadel entweder mit einer neuen Farbe bestücken, mit dem gleichen Faden an einer anderen Stelle deines Bildes weiterpunchen oder deine Arbeit beenden.

Punch it! Patch it! Wear it!

So wird aus deinem Punchneedle-Bild ein Patch!

Punch it!

  • Motiv aussuchen und auf den Stoff übertragen
  • Stoff in den Stickrahmen einspannen
  1. Punche dein Bild indem du mit der ersten Farbfläche anfängst. Punche zuerst die Konturen der Fläche.
  2. Fülle die Fläche dann spiralförmig aus, bis keine Lücken mehr zu sehen sind.
  3. Dann wechsel zur nächsten Farbfläche und starte hier wieder mit der Kontur.
  4. Arbeite dich Fläche für Fläche durch dein Motiv, bis du es komplett “ausgemalt” hast.

Füge ganz nach deinem Geschmack eine Hintergrundfarbe und einen Rahmen hinzu.

Patch it!

Damit aus deinem gepunchten Motiv ein Patch wird, gehst du wie folgt vor:

  1. Schneide ein Stück Vliesofix zu, das großzügig über dein gepunchtes Motiv passt (ca. 2 cm Rand).
  2. Lege das Vliesofix mit der rauhen Seite auf die Rückseite/Unterseite des Punchneedle-Bildes. In unserem Falle ist dies die Seite mit den Schlingen. Bügele das Vliesofix entsprechend der Anleitung auf die Schlingen-Seite auf.
  3. Achte darauf, dass du das Vliesofix mit dem Bügeleisen nah an den Rand des Designs presst, so dass dein Bild gut “eingepackt” ist und die Schlingen durch den Kleber fixiert werden. Lass das Vliesofix abkühlen.
  4. Zieh vorsichtig das Papier des Vliesofix ab.

Wear it!

Möchtest du deinen Patch dauerhaft an einem Kleidungsstück anbringen oder möchtest du zwischendurch mal tauschen? Ich zeige dir beide Möglichkeiten, deinen Patch tragbar zu machen.

Wenn du deinen Patch auf unterschiedlichen Kleidungsstücken tragen möchtest, dann folge diesen Schritten:

  1. Schneide ein Stück Stoff in der Größe deines Stückes Monk’s Cloth zu. Lege den Stoff auf die Seite mit der Vliesofix Klebeschicht.
  2. Bügel den Stoff entsprechend der Vliesofix-Anleitung auf. Lass den Patch abkühlen.

Schneide den Patch aus und gib dabei ca 1,5 cm Nahtzugabe hinzu.

3. Schneide ein weiteres Stück Stoff in der Größe deines Patches zu.
4. Nähe die beiden Teile rechts auf rechts mit der Nähmaschine (oder von Hand) knappkantig zusammen. Du kannst einen Reißverschluss-Fuß nutzen, um mit der Nadel so nah wie möglich an den Rand des Patches zu kommen. Lass eine Wendeöffnung für den Patch offen.
5. Wende den Patch durch die Öffnung.
6. Nähe die Wendeöffnung von Hand zu. Wenn du magst, kannst du die Rückseite des Patches einmal bügeln.

Mit Hilfe von Sicherheitsnadeln wird aus deinem Patch ein Anstecker! So kannst du ihn nach Lust und Laune auf Jacke, Pullover oder Rucksack tragen.

Wenn du ein ganz bestimmtes Kleidungsstück mit gepunchten Deko-Elementen verzieren möchtest, kannst du sie auch direkt mit dem Vliesofix auf das entsprechende Kleidungsstück aufbügeln.

Wenn du den Patch aufgebügelt hast und er abgekühlt ist, kannst du ihn mit deiner Nähmaschine applizieren. Stelle dazu einen engen aber möglichst breiten Zickzack-Stich ein (Denk daran, das Stichbild vorher einmal auf einem Reststück zu testen!) und nähe einmal rundherum. Fertig!

Ich hoffe sehr, dass euch diese Anleitung zu den verrücktesten Ideen inspiriert und wir beim #paillettenperlenplunderfal der Frickelcast Mädels noch viele bunte Punchneedle-Patches zu sehen bekommen!

Ganz wichtig:

Bitte vergesst nicht, eure Werke bei Instagram zu zeigen und mit den richtigen Hashtags zu versehen, damit wir sie auch alle bewundern können und ihr für die begleitende Verlosung in den Lostopf hüpft! Hier zur Erinnerung noch einmal die Hashtags:

#paillettenperlenplunderfal
#pppfal
#plunderpatinnr3

Bitte taggt ausserdem:

@frickelcast
@jetztkochtsieauchnoch
@feierabendfrickeleien
@wiebke_loevenforst

Ich freue mich schon sehr auf eure Einfälle und eure plunderigen Werke!

Alles Liebe – Wiebke


Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag