Handgemachte Kleidung, Nähen

Genähtes // Ein Hinterland Dress aus Bettwäsche

Wie Wege von Inspiration und Muse sind manchmal unergründlich. Ich verfüge mittlerweile über eine recht ansehnliche und heiss geliebte Stoff-Sammlung. Eigentlich habe ich auch für all diese Stoff-Schätze schon die Kleidungsstücke im Kopf, die daraus einmal werden sollen. Kleidungsstücke, die ich wirklich gerne hätte. Also am liebsten jetzt schon fertig in meinem Kleiderschrank hängend. Aber warum auch immer, konnte ich mich zu Beginn des Jahres eine ganze Weile lang nicht dazu überwinden, mich an die Nähmaschine zu setzen.

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Ich hatte eine Näh-Blockade.

Und dann hörte ich auf dem Weg zur Arbeit eine Folge des wunderbaren “Love to sew” Podcasts, in der es um das Thema Upcycling beim Nähen ging. Helen und Caroline, die beiden Frauen hinter dem Podcast, zählten eine Liste an Quellen für Stoffe auf, die man wunderbar für Kleidung upcyceln kann. Unter anderem fiel das Wort Bettwäsche.

Und genau das war der Moment, in dem mich die Inspiration getroffen hat wie ein Blitz.

Denn ich hatte eine riesengroße Bettwäsche für genau solche Zwecke zu Hause gehortet. Und auf einmal wusste ich ganz genau, was daraus werden sollte und konnte es kaum erwarten loszulegen. Es kribbelte mir richtig in den Fingern, endlich zu Hause anzukommen und den Stoff noch einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, um ihn auf seine Tauglichkeit für meine Ideen zu überprüfen.

Zum Glück passte alles! Weicher, fließender Baumwoll-Stoff, der nicht zu durchscheinend ist. Also perfekt für meine Idee: Ein Hinterland Dress von Sew Liberated. Den Schnitt wollte ich schon lange einmal ausprobieren. Es liegt sogar schon ein wunderschönes Stück Viskose-Leinen in meinem Nähzimmer, um in ein Hinterland Dress verwandelt zu werden. Aber ich sagte ja bereits: Die Wege von Inspiration sind unergründlich. Darum musste wohl als erstes diese Bettwäsche in ein Kleid verwandelt werden, bevor die Viskose dann hoffentlich bald folgen kann.

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Welche Version des Hinterland Dress habe ich genäht?

Da der weiße Stoff mit dem zarten blauen Muster für mich eindeutig nach einem Sommerteil aussah, habe ich mich für die ärmellose Variante des Kleides entschieden. Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan von ärmelloser Kleidung, aber ich habe auf Instagram eine Empfehlung von Meg – der Designerin hinter dem Label – gelesen, die besagt, dass ein ärmelloses Baumwoll- oder Leinenkleid in keiner Sommergarderobe fehlen darf. Einfach, weil es so vielseitig kombiniert werden kann. Denn man kann über einem ärmellosen Kleid ganz einfach vorne geknotete T-Shirts tragen und hat durch diesen Styling-Trick die Möglichkeit, aus einem einzelnen Kleid zahlreiche Outfits zu zaubern. Da ich ja immer noch von einer kleinen, aber feinen Capsule Wardrobe träume, konnte mich dieses Argument natürlich direkt überzeugen. Zumal es auf Megs Instagram Feed super viele tolle Beispiel-Outfits von ihr gibt, in denen sie das Kleid auf diese Weise gestylt hat. Und ich liebe Megs Art, sich zu kleiden wirklich sehr. #fangirl

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Bezüglich der Knopfleiste musste ich gar nicht lange überlegen. Ich bin den durchgeknöpften Kleidern und Röcken, die man gerade überall sieht, absolut verfallen und brauche selber dringend mehr davon. Darum stand für mich von Anfang an fest, die Version mit durchgängiger Knopfleiste zu nähen.

Welche Änderungen habe ich an dem Hinterland Dress gemacht?

Ich habe die Größe des Oberteils entsprechend meiner Maße ausgewählt und den Rockteil zwei Nummern kleiner zugeschnitten. Ich wusste, dass das Kleid einen sehr weiten und stark gekräuselten Rock hat und wollte vermeiden, dass die Kräuselung zu sehr aufbauscht und aufträgt. Darum habe ich auf diese Weise etwas der Mehrweite herausgenommen.

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Außerdem habe ich den Rock (und damit auch die Knopfleiste) fast 30 cm länger zugeschnitten. Ich wollte auf jeden Fall ein Kleid in Maxilänge haben, darum bin ich beim Zuschneiden auf Nummer sicher gegangen und habe die finale Länge dann erst zum Schluss beim Säumen und nach einem Trage-Test festgelegt.

Meine letzte Anpassung war ein Experiment. Denn ich hatte mich auf Instagram in das Bild dieses Kleides mit abgerundetem Saum verliebt und wollte dies für mein Hinterland Kleid umsetzen. Wahrscheinlich gibt es in den Weiten des Internets zahlreiche easy Tutorials, um abgerundete Säume hinzubekommen. Aber irgendwie bin ich an dem Tag nicht darauf gekommen, nach einem solchen zu suchen und habe auf eigene Faust losgelegt. Damit habe ich mich etwas schwer getan und das Ergebnis ist auch nicht sooo super geworden, wie es mir erhofft habe. Aber ich bin trotzdem zufrieden damit und trage das Kleid trotzdem gerne. Für einen weiteren Versuch würde ich aber dann noch mal nach Tutorials suchen. 🙂

Nähprozess & Anleitung

Die Anleitung ist sehr ausführlich und wirklich super gut beschrieben. Es gibt zu allen Schritten Zeichnungen und klare Erklärungen, so dass ich keine Probleme beim Nähen hatte. Es ist mir wirklich sehr gut von der Hand gegangen, auch wenn ich immer nur in kleinen Abschnitten über ein paar Wochen hinweg an dem Kleid gearbeitet habe, hatte ich keine Probleme, auch nach ein paar Tagen Pause die Arbeit wieder aufzunehmen und zum nächsten Schritt überzugehen.

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Wie zufrieden bin ich mit dem Ergebnis?

Um es kurz zu sagen: sehr! Ich finde den Sitz des Kleides super. Ärmellose Kleidungsstücke bergen ja immer die Gefahr in sich, dass man durch die Armlöcher den BH hervorblitzen sieht und das ist hier absolut nicht der Fall. Die Größenwahl war für mich auch die richtige. Ich finde es sehr bequem und luftig für den Sommer, ohne dass es zu groß und sackig wirkt. Durch den eingenähten Gürtel, kann man die Weite der Taille zusätzlich nach den eigenen Vorlieben anpassen und ich mag es am liebsten, wenn ich den Gürtel recht eng hinten im Rücken knote, denn so erhält das Kleid mehr Silhouette und passt besser zu meinem Körpertyp.

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Wenn ich meine zweite Version des Hinterland nähe, werde ich den Oberkörper um ca. 3cm verlängern, denn die Taillen-Naht sitzt für mich ein klein wenig zu hoch. Ansonsten bin ich mit der Passform sehr happy.

Und das Trage-Gefühl ist einfach der Hammer. Dank dieses Kleides kann ich jetzt verstehen, warum überall in der weltweiten Näh-Szene der Satz “Es hat Taschen!” nicht nur ein unschlagbares Verkaufs-Argument ist, sondern fast wie eine magische Zauberformel, ein Mantra oder der Zugangscode für einen Geheimclub behandelt wird. Denn: Oh mein Gott! Es hat Taschen! Ein Kleid zu tragen, bei dem man lässig die Hände in die Taschen stecken kann, ist pure Glückseligkeit. Ich werde dieses Hinterland Kleid für immer als mein erstes Kleid mit Taschen in Erinnerung behalten.

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Und eines ist klar: Ich brauche jetzt ganz dringend mehr davon! Darum hoffe ich, in meinem Urlaub im August etwas Zeit in meinem Nähzimmer verbringen zu können, um den Viskose Stoff auch endlich in ein Kleid mit Taschen verwandeln zu können.

Seit ihr auch Mitglieder im Club “Und das Beste ist: Es hat Taschen!”? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Alles Liebe – Wiebke


Verlinkt bei: Du für dich am Donnerstag

Handgemachte Kleidung, Nähen

Eine Raglan-Else für den Herbst // Sommersweat in Orange & Grau

Meine Liebe für Rost-Orange hört einfach nicht auf. Gekauft habe ich die Stoffe für dieses Kleid bereits im Früh-Sommer zusammen mit dem Cordstoff für meine SoHo Shorts und fand die Farben zu dem Zeitpunkt schon großartig. Aber jetzt im Herbst passen sie natürlich einfach noch hundert Mal besser.

Darum freue ich mich darauf, euch heute meine herbstliche Raglan-Else zu präsentieren.

Schnitt: Raglan-Else von Schneidermeistern

Stoff: Sommersweat in dunkelgrau-meliert und rost-organge aus dem Mönchengladbacher Stoff-Outlet

Variante: Mit 3/4 Arm

Anpassung: Ohne Kapuze, dafür mit Halsbündchen

Beim Nähen dieses Kleides habe ich mich tatsächlich an meinen allerersten Pattern-Hack getraut! Whoop Whoop! Ich hatte von Anfang an die klare Vision eines Kleides im Baseball-Shirt Look. Und dazu passt natürlich keine Kapuze. Für den Look muss ein Halsbündchen in Kontrastfarbe her, sonst funktioniert er nicht. Also habe ich mich zum ersten mal in meiner Nähkarriere getraut, von den Anleitungen abzuweichen und eine Mini-Anpassung vorzunehmen. Dazu habe ich einfach online nach einer Formel zur Berechnung der Halsbündchen-Länge gesucht und mich dann mutig ans Werk gemacht. Und siehe da: Es hat überhaupt nicht weh getan! Und noch besser: Ich bin mit dem Ergebnis sogar sehr zufrieden.

Ich finde es großartig, dass dieses Kleid ein perfektes Kleidungsstück für die Zwischen-Jahreszeiten ist. Durch den Sommersweat und die längeren Ärmel ist es warm genug für den Herbst. Zusammen mit einer Strumpfhose fühle ich mich so auch noch gut angezogen selbst wenn die Tage usseliger werden. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass es mit einer Thermo-Strumpfhose und einem Blazer auch noch im Winter funktionert.

Weil ich durch meinen ersten Pattern-Hack jetzt schon so viel Mut getankt habe, spiele ich nun auch mit dem Gedanken, das Kleid zu einem einfachen Baseball-Shirt umfunktionieren. OK erwischt… Ich weiß, dass es hierfür nur ein einfaches Kürzen des Schnittes bedarf und sogar ich dafür nicht besonders viel Mut aufbringen muss. *lach*

Aber ich gebe zu: Auch das habe ich bisher noch nie gemacht. Es hat sich einfach noch nicht ergeben. Ich merke jedoch, dass ich immer mehr Spaß daran habe zu überlegen, wie man Schnittmuster aus der eigenen Sammlung umfunktionieren und verändern kann, so dass neue Teile daraus entstehen und man nicht ständig neue Muster kaufen muss. Ich bin gespannt, in wie weit ich mich mit diesem Thema in Zukunft noch intensiver beschäftigen kann. Fürs Erste habe ich aber noch genug Schnittmuster zu Hause liegen, die ich noch gar nicht ausprobiert habe. Und die wollen zuerst getestet werden! Also schön eins nach dem anderen…

Mit diesem Beitrag wandere ich zu “Du für Dich am Donnerstag” und zu “Woman on fire“.

Alles Liebe von Wiebke

 

 

Nähen, Stricken

DIY Strick-Zubehör // Mein selbst genähtes Stricknadel-Etui

Das viele Stricken und Yoga üben der letzten Wochen hat mich offenbar mehr Federn gekostet, als ich wahrhaben wollte. Denn als letzte Woche auf einmal morgens nach dem Aufwachen mein linkes Handgelenk beim Aufstützen geschmerzt hat, war ich tatsächlich erst einmal überrascht.

Als der Schmerz auch Nachmittags noch da war und mir klar wurde, dass ich jetzt wohl erst einmal pausieren muss – und zwar sowohl mit dem Yoga als auch mit dem Stricken – bin ich leicht panisch geworden. Alles, was ich denken konnte war: “Oh Gott – jetzt bitte keine Sehnenscheiden-Entzündung! Oh Gott – jetzt bitte keine Sehnenscheiden-Entzündung!” Denn die kann ich gerade – mitten in meiner Yogalehrer-Ausbildung – wirklich nicht gebrauchen. Darum bin ich auf die Bremse getreten und habe eine ganze Woche lang gar nichts anstrengendes mit meinen Händen gemacht. Meine Strategie ist: Lieber etwas vorsichtiger sein, als nachher wochenlang ausfallen. Und offenbar war es die richtige Strategie. Gestern war ich das erste Mal wieder beim Yoga und es hat ganz gut geklappt. Ich habe meine Hand zwar gemerkt, aber es hat nicht weh getan. Ich denke, wenn ich es jetzt langsam angehen lasse und nicht übertreibe, dann wird alles wieder gut und ich kann weiter üben.

Mit dem Stricken bin ich aber weiterhin vorsichtig. Darum mache ich mit meinem Frühlingsjäckchen gerade keine Fortschritte.

Aber etwas Schönes zum zeigen habe ich trotzdem für euch. Ich habe nämlich (vor den Handgelenks-Schmerzen) ein Stricknadeletui für meine auswechselbaren Nadelspitzen genäht.

Inspiriert dazu hat mich dieses wunderschöne Etui von Twig & Horn. Entdeckt habe ich die Etuis auf der Seite von Quince & Co und war direkt verliebt. Mittlerweile gibt es die wunderschönen Teile auch im Maschenfein Shop. Mir sind sie aber leider viel zu teuer und ausserdem ist da ja noch mein shoppingfreies Jahr. So ein Etui fällt zwar nicht unter die Kategorie Kleidung, aber trotzdem dachte ich mir, dass ich so ein Täschchen bestimmt auch selber nähen kann.

Darum habe ich sehr lange auf die Fotos gestarrt
und mir mit ratterndem Kopf ein Schnittmuster ausgetüftelt. Vor zwei Wochen konnte ich dann endlich ausprobieren,
ob meine Anleitung so aufgeht wie ich es mir überlegt habe.

Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ganz zufrieden. Auch wenn ich mit meiner Druckknopf-Zange etwas auf Kriegsfuß stehe und darum jetzt zwei Druckknöpfe auf der Außenseite vorhanden sind, (von denen aber nur einer funktioniert) finde ich meine neue Nadeltasche sehr hübsch.

Genäht habe ich sie aus schwarzem Canvas. Als Innenfutter habe ich einen dünnen, hellroten Baumwollstoff genutzt. Zusätzlich dazu brauchte ich nur noch einen Reißverschluss, einen Druckknopf und ein Stück Lederband.

Im Innenteil gibt es x Einsteckfächer für Nadelspitzen in unterschiedlichen Stärken. Ausserdem habe ich extrabreite Fächer für Zopfnadeln abgeteilt.

Auf der gegenüberliegenden Seite, gesichert durch den Reißverschluss, befinden sich drei Fächer für die Kabel und anderen Kleinkram. So findet alles, was man so an Strickzubehör benötigt, seinen Platz in diesem Etui.

Ich bin ganz happy, dass ich durch dieses DIY eine ganze Menge Geld sparen konnte und jetzt trotzdem so ein hübsches Täschchen mein Eigen nennen darf.

Was meint ihr? Seid ihr auch so verrückt nach Täschchen und Strickzubehör?

Alles Liebe – Wiebke


Verlinkt bei:

RUMS

TT-Taschen und Täschchen

Nähen

Mein neuer DIY Näh-Tisch

Ich bin überglücklich, euch heute mein neu eingerichtetes Nähzimmer zeigen zu können!20171001_195636.jpgSascha und ich haben in den letzten Wochen fleißig daran gearbeitet, mein Kreativ-Reich zu optimieren. Warum das nötig war? Gute Frage, schließlich hatte ich auch vorher schon einen ganzen Raum nur für mich. Für viele, viele Macherinnen ist das eine absolute Luxus-Vorstellung – ich weiß… Aber ihr werdet mir sicherlich zustimmen, wenn ich sage: Auch das größte Zimmer kann einem den Näh-Spaß verderben, wenn zu wenig Stauraum und zu wenig Arbeitsfläche vorhanden ist. Wenn das Chaos die Handgriffe erschwert und man die halbe Zeit auf dem Fußboden herumkriecht, weil nur dort die Arbeitsfläche groß genug zum Zuschneiden ist, dann nervt das nicht nur. Es sorgt auch für Rückenschmerzen und permanent eingeschlafene Unterschenkel – und das will ja schließlich niemand!

 

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Darum habe ich mich bei Pinterest inspirieren lassen und mir eine Lösung für mein Zimmer ausgetüftelt. Dabei herausgekommen ist ein riesengroßer Multifunktions-Arbeitstisch.

 

Ein Tisch an dem ich Nähen kann. Ein Tisch, auf dem ich stehend (!) zuschneiden kann. Ein Tisch, auf dem ich Schnittmuster ausbreiten kann. Ein Tisch, an dem ich auch gemütlich sitzen und Schreibkram erledigen kann. Einfach ein Tisch für alles.

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Als zusätzlichen Bonus bringt dieser Superhelden-Tisch jede Menge Stauraum mit. Da er auf Rollen steht, kann ich ihn in meinem Zimmer so bewegen, wie es mir gefällt. Wenn die Sonne scheint, kann ich ihn ans Fenster schieben. Wenn es dunkel ist, schiebe ich ihn unter die Deckenlampe. Wenn ich Platz zum Saugen brauche, schiebe ich ihn an die Wand.

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Drei eingelassene Stiftebecher sorgen dafür, dass ich die nötigsten Utensilien immer zur Hand habe und eine Küchenhelfer-Stange, die wir unter der Arbeitsplatte angeschraubt haben, bietet die Möglichkeit, weitere Scheren, Lineale etc aufzuhängen.

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Die Konstruktion des Tisches basiert auf einem einfachen IKEA-Hack. Wir haben vier Kallax 4er-Würfel auf eine OSB Platte geschraubt. Unter der OSB Platte haben wir die Rollen angebracht. Als Arbeitsfläche dienen zwei Eckbacken Arbeitsplatten von IKEA, die wir noch etwas gekürzt haben. Und das war es eigentlich auch schon. Dann mussten wir nur noch den Umleimer und die Küchenhelfer-Stange anbringen, die drei Löcher für die Stiftehalter bohren und der Tisch war fertig.

Als letztes Detail haben wir für noch mehr Stauraum an einer Seite noch ein Regalbrett angeschraubt.

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Dass ich an diesem Tisch sowohl im Stehen, als auch im Sitzen arbeiten kann, ist definitiv der Punkt, der mir für die Konstruktion am wichtigsten war. Darum habe ich sehr genau darauf geachtet, wie hoch der Tisch wird und im Vorfeld recherchiert, welche Sitzhöhe zu welcher Tischhöhe passt.

Nach langem hin und her habe ich mich an den Maßen für einen Hoch-Esstisch orientiert. Und so ist es genau perfekt für mich.

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So – und jetzt freue ich mich darauf, den Tisch einzuweihen. Bisher habe ich nur Schnittmuster auf dem Tisch zusammengeklebt und brenne darauf, endlich das erste Mal daran zu nähen. Ich habe schon drei wunderbare neue Stoffe für den Herbst hier liegen, die endlich angeschnitten werden wollen. Ich hoffe, dass ich morgen am Feiertag ein paar Stunden Näh-Zeit finden werde.

Ich wünsche euch einen entspannten Feiertag!

Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Nähen

Meine Frühlings-Capsule

Heute zeige ich euch meine Frühlings-Capsule.

Sie besteht aus 37 Teilen.
22 davon existieren bereits und kommen aus meinem Kleiderschrank.
12 Teile existieren bis heute nur in meiner Fantasie und müssen noch genäht werden.
3 Teile muss/will/darf ich neu shoppen.

Diese Vorgehensweise ist eigentlich total unüblich für eine klassische Capsule und ich sehe die Capsule-Polizei schon verärgert die Stirn runzeln. Denn eigentlich soll man ja während der Saison nicht shoppen und so. Eigentlich werden die Teile zu Beginn der Saison festgelegt und that’s it. Aber bei meinem Handmade-Capsule-Project läuft es halt anders. Ich nähe während der Saison – anders bekomme ich das nicht hin. Ich weiß ganz genau, dass es für mich nicht klappen würde so weit im Voraus zu planen, dass ich alle zu nähenden Teile schon zu Beginn der Saison fertig im Schrank hängen habe. Nee, nee Leute – den Stress tu ich mir erst gar nicht an.

Ich nehme meine Capsule lieber als “To-Sew-Liste” und arbeite mich Stück für Stück und Outfit für Outfit durch.

Zumindest für meine blutigen Anfänge mit diesem Projekt. Vielleicht muss ich später ja wesentlich weniger Teile pro Saison nähen und das Nähen geht mir so schnell und routiniert von der Hand, dass es doch möglich wird, alle Teile pünktlich zum Saisonstart fertig zu haben. Aber so weit will ich noch gar nicht denken.

Besonders interessant finde ich es, dass auf meiner Shopping-Liste für die Frühlings-Capsule tatsächlich nur Schuhe stehen. Und dabei bin ich gar nicht so eine Schuh-Verrückte… aber vielleicht liegt es auch genau daran, dass ich hier noch Bedarf habe. Anscheinend liegt ein schwerer Fall von Schuh-Investitionsstau vor. Innnteressannnt….

So – genug der Worte. Hier meine 37 Teile. Die zu nähenden Teile erkennt ihr daran, dass ich immer eine Bildkombi aus Schnitt und dem dafür geplanten Stoff erstellt habe. Ich hoffe, so könnt ihr meine Vision teilen und euch die fertigen Stücke gut vorstellen. Sobald ich mit dem Nähen weiter komme, aktualisiere ich die Übersicht Stück für Stück.

Oberteile – Kurzarm (5 Teile)

 Zu Nähen:

Kimono Shirt “Sointu” von Named in gestreiftem Jersey von Stoff & Stil

Burda Off-shoulder Top (2/2017) aus blau-weißem Gingham Stoff

Oberteile – Langarm (9 Teile)

Burda Bluse aus lila-farbenem Baumwoll-Satin

Sweater “Sloane” von Named aus orange-weiß gestreiftem Sweat von Stoffbüro

Basic-Longsleeve von Stoff & Stil aus rot-weiß gestreiftem Jersey

Basic-Longsleeve von Stoff & Stil aus hellblau-weiß gestreiftem Jersey

Cardigans, Blazer (3 Teile)

Zu Nähen:

Blouson ( entweder März-Ausgabe Burda Style oder Maneela) aus gewebter Viskose von Stoff & Stil

Röcke, Kleider & Jumpsuits (9 Teile)

Zu Nähen:

Kleid Cleo von Tilly and the buttons aus weißem Denim

Ethno Hose (Februar-Ausgabe Burda Style) aus dem Original-Stoff

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Girl-Friday Culotte aus hellblauem Baumwoll-Chambrey von Stoff & Stil

Burda Marlene-Hose aus weißem Twill von Stoff & Stil

Jeans-Rock von Stoff & Stil aus dunkelblauem Stretch-Denim von Stoff & Stil

Jacken (3 Teile)

Schuhe (8 Paar)

Noch zu shoppen:

Rosa Slingback-Pumps von Asos

Weiße Blockabsatz-Pumps von Asos

Schwarze Mules von Asos

Handgemachte Kleidung, Nähen

You’ve come a long way, baby

Wenn einen eine kühne Idee anspringt, dann greift man entweder zu und springt ins Abenteuer oder man schüttelt sie ab und geht unbeirrt weiter seines Weges.

Da ich – ganz typisch für meine Scanner-Persönlichkeit – jeden Tag von durchschnittlich 24 irren Ideen angesprungen werde, habe ich es mir angewöhnt, die meisten Ideen weiterziehen zu lassen. Aus reinem Selbstschutz habe ich gelernt, dass ich leider nicht alles gleichzeitig ausprobieren kann, was mich interessiert.

Aber manchmal – sehr selten – da ist die Energie einer Idee so vibrierend und strahlend und besonders, dass man ganz genau weiß – das ist meine. Die nehm ich. Zu der sage ich ja.

Und genau so war es mit mir und der Idee zu diesem Projekt. Das Projekt, mir eine Capsule Wardrobe selber auf den Leib zu schneidern. Sie sprang mich an, landete auf meiner Schulter, guckte mir tief in die Augen und fragte: Hey Baby, wie wär’s denn mit uns beiden? Ich fühlte die Energie und war sofort hin und weg. Verliebt auf den ersten Gedanken.

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Mein Kopf war dagegen. Er so: Wiebke, du wolltest doch nicht mehr bloggen. Das hast du schon mehr oder weniger erfolgreich und mit mehr und weniger Spaß sehr lange gemacht. Du warst sehr erleichtert, als du deinem letzten Blog den Stecker gezogen hast. Weißt du das nicht mehr? Du hast dem Bloggen abgeschworen.

Mein Herz war dafür. Sie so: Ja das stimmt. Aber hier geht es doch gar nicht ums Bloggen. Hier geht es um das Projekt. Um die Herausforderung. Das Bloggen ist nur der Kanal, um die Erfahrung zu teilen und das Ganze zu dokumentieren. Außerdem ist es doch toll, andere Menschen zu inspirieren.

Daraufhin mischte sich auch noch mein innerer Kritiker ins Gespräch mit ein und holte zu einem Totschlag-Argument aus. Er so: Aber du kannst doch gar keine Klamotten nähen. Das hast du noch nie gemacht. Du weißt gar nicht, ob es dir Spaß macht. Und dann willst du dich direkt für so ein großes Projekt verpflichten?

Und mein Herz: Ist doch egal! Ich mach das jetzt. Die Idee fühlt sich toll an.

So gewann mein Herz und ich sage ja zu der hübschen kleinen Idee auf meiner Schulter. Auch wenn es noch so ein kühnes Unterfangen für mich ist. Auf ins Abenteuer!