Bloggertalk, Shoppingfreies Jahr 2018

Shoppingfreies Jahr 2018 // Blogger-Talk mit Elke von Elle Puls

Damit wir während unseres shoppingfreien Jahres immer mit frischem Input und Inspiration versorgt sind, habe ich einige Nähbloggerinnen auf den Blog eingeladen und zum Interview gebeten.

Den Anfang hat im Januar die liebe Fredi von Seemannsgarn handmade gemacht. Heute freue ich mich, Elke hier auf dem Blog begrüßen zu dürfen. Elke setzt sich schon seit einigen Jahren mit dem Thema Nähen & Stilfindung auseinander und berichtet auf ihrem Blog Elle Puls über ihre Erfahrungen. Vor einigen Wochen hat sie passend dazu ihren Podcast “Näh deinen Stil” ins Leben gerufen. Also freut euch auf die Erkenntnisse, an denen uns die Expertin im Interview teilhaben lässt …


Wie lange nähst du schon Kleidung für dich selber und wie bist du zum Nähen gekommen?

Ich habe 2 Söhne und eine kleine Tochter. Nach der Geburt meiner Tochter habe ich angefangen, Upcyclingprojekte für die Kinder zu nähen. Bodies aus T-Shirts meines Mannes, zu kurze Shirts verlängert etc. Danach habe ich begonnen, nach Ottobre Heften für die Kinder zu nähen bis ich irgendwann gemerkt habe, dass es doch mehr Sinn macht, für mich selbst zu nähen. Die Kinder sind den Kleidern immer so schnell entwachsen. Und als ich das erste Shirt mit überlangen Ärmeln anziehen durfte, war ich glücklich, denn im Laden sind mir die meisten Sachen mit meinen 1,82 m immer etwas zu kurz. Kleine Accessoires und Kissen habe ich aber schon als Jugendliche genäht.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Welche Kleidungsstücke dürfen in deinem Kleiderschrank auf keinen Fall fehlen und mit welchen (eventuell gerade angesagten) Teilen oder Schnitten wirst du nicht warm?

Mein Stil ist unaufgeregt, schlicht, sportlich. Ich suche immer eine unaufgeregte Extravaganz auch wenn sich das auf den ersten Blick widersprüchlich anhört. Damit meine ich, dass ich lieber einen etwas ausgefalleneren Schnitt mit schlichtem Stoff wähle als einen schlichten Schnitt mit auffallendem Stoff. Ich finde, bei schlichten Stoffen sieht man die Schnittführung besser. Das ist meins. Bei mir im Schrank dürfen auf keinen Fall schmale Hosen und Strickjacken fehlen.

Womit ich gerade (für mich) noch nicht warm werde ist der aktuelle Rüschentrend. Ich sehe immer wieder schöne Beispiele, doch habe ich das Gefühl, dass sie nicht zu mir passen wollen. Ich bin kein Trendsetter, ich brauche immer eine Weile bis ich mich an einen neuen Look gewöhnt habe und springe manchmal verspätet oder nicht auf einen Trend auf. Schnitte mit A-Linie sind definitiv nicht mein Ding. Das sieht bei mir immer nach Nachthemd aus.

Du dokumentierst auf deinem Blog ja bereits seit mehreren Jahren deinen Weg der Stilfindung, bzw. Stilentwicklung. In wieweit hängt Nähen für dich mit dem Thema Stilfindung zusammen?

Die Stilfindung war gleich vom ersten Moment an mit dem Nähen verbunden. Mein erstes Shirt für mich war aus türkisem Jersey mit apfelgrünen Bündchen und als Eyecatcher gab es noch ein gehäkeltes Äpfelchen dazu. Da merkte man den Farbenmix-Einfluss, denn dort habe ich mich damals für die Kinder inspirieren lassen. Das Shirt habe ich dann auch nur ein mal in der Öffentlichkeit getragen. So stellte sich die Frage, was mein Stil sein sollte. Da ich mich bei der Planung für ein neues Kleidungsstück unweigerlich mit dem Thema Farbe und Schnitt auseinandersetzen muss/darf, ist es für mich wichtig eine Art Fahrplan zu haben um Schrankleichen zu vermeiden.
Die Frage nach dem eigenen Stil wirft auch die Frage auf, was man eigentlich nach außen hin verkörpern möchte. Mir hat die Auseinandersetzung mit meinem Stil und mir selbst mehr Klarheit gegeben. Ich weiß jetzt besser, was ich will und was nicht. Und das nicht nur bei der Kleidung.

Du hast auf dem Gebiet der Stilentwicklung ja schon einiges an Erfahrungen gesammelt und viele Dinge ausprobiert – zum Beispiel hast du schon Farb- und Stil-Beratungen in Anspruch genommen, selber ein shoppingfreies Jahr eingelegt und auf deinem Blog Aktionen rund um das Thema ins Leben gerufen. Welche Maßnahmen haben dir auf deinem Weg am meisten geholfen und dich deinem Stil wesentlich näher gebracht? Wodurch hast du am meisten gelernt? Welche Schritte würdest du weiterempfehlen?

Den schnellsten Erfolg habe ich mit der Farbberatung gehabt. Instinktiv habe ich schon die richtigen Farben gewählt, aber immer mit merkwürdigen Ausreißern. Kühle Farben mit wenig Kontrast stehen mir am besten, also nicht schwarz-weiß geringelt sondern eher off-white-grau geringelt um ein Beispiel zu nennen. Ich habe mich dann selbst auf die Farben grau, blau, weiß, rosé und “schmutziges mint” eingschränkt. Dadurch passen schon mal alle Teile in meinem Kleiderschrank farblich wunderbar zusammen.

Das erleichtert auch den Einkauf von Stoffen. Ich gehe mit meinem persönlichen “Farbscanner” durch Stoffläden und blende mittlerweile gleich alle anderen Farben aus. Anfangs habe ich dazu einen Farbpass von meiner Beraterin mitgenommen. Den brauche ich jetzt nicht mehr. Ich weiß welche Farben und Nuancen ich haben möchte. Ich habe alle anderen Farben aus meinem Schrank verbannt. Dadurch sieht mein Schrankinhalt schön stimmig aus und macht Lust, sich etwas daraus auszusuchen.

Danach habe ich mich zu meinem Körpertyp beraten lassen, sprich, welche Schnitte mir am besten stehen. Da bin ich nicht so stringent, aber es hilft auch wieder, eine klarere Linie für sich zu finden.

Durch diese vermeintlichen “Einschränkungen” schärft man sein Profil. Ich höre jetzt öfter, dass die Farbe oder das Kleidungsstück “typisch Elke” sei. Für mich ist das ein Zeichen, dass ich so langsam einen Wiedererkennungseffekt mit meiner Kleidung erziele. Man kann diesen Rahmen, den ich mir gesetzt habe auch als Stützräder verbildlichen. Wenn man denn Fahrrad fahren kann, kann man die Stützräder abmontieren, sprich, ohne Farbpass einkaufen gehen. Freihändig fahren wäre dann, mal mutig etwas Neues auszuprobieren. Das ist meine Herangehensweise mit der ich zufrieden bin. Sie hat mein Leben vereinfacht. Ich finde immer eine gute Outfit-Kombination, wenn ich morgens vor dem Kleiderschrank stehe.

Erzähl uns doch noch ein bisschen mehr von deinem shoppingfreien Jahr. Was hat den Auslöser dafür gegeben? Wie ist das Jahr für dich gelaufen? Wie bewertest du die Erfahrung? Ist dir der Verzicht schwer gefallen? Welche waren die größten Herausforderungen, die du meistern musstest?

Der Verzicht ist mir überhaupt nicht schwer gefallen. Shoppen war seit den Kindern sowieso keine große Freude mehr. Mit Kinderwagen und ein bis drei Kindern durch die Läden zu ziehen war nie sehr zielführend. Und online zu shoppen ist keine gute Idee, weil ich die Retouren immer zu lange vor mir her schiebe…

Das Jahr war super. Ich habe mich nähtechnisch sehr weiter entwickelt und eben auch in Sachen Stil. Ich habe seitdem deutlich weniger Kleidung im Schrank, dafür aber deutlich mehr, was getragen wird. Die größte Herausforderung war das Nähen von Jeans. Ich habe in dem Jahr den Schnitt von meiner Lieblingsjeans abgenommen und mir zwei Hosen danach genäht, aber Jeansstoff ist nicht gleich Jeansstoff. Die Ergebnisse waren, sagen wir mal, durchwachsen.

Meine Regeln für das Jahr waren:

  • keine neue Kleidung kaufen außer Socken und Unterwäsche
  • Second Hand Kleidung ist erlaubt
  • selbst genähte Kleidung ist erlaubt

Ich habe kein einziges Second Hand Stück gekauft, weil ich auch nie danach suche.

Was hast du in dem Jahr gelernt? Welche Wirkung hatte der Konsumverzicht auf dich, deinen Alltag und deine Schneiderei? Gibt es etwas, auf das du besonders stolz bist?

Man braucht viel weniger als man immer meint. Es braucht nicht viele Kleidungsstücke um immer gut angezogen zu sein. Es braucht einfach die Richtigen. Das heißt, es macht Sinn, sich wirklich zu überlegen, welche Teile man braucht um verschiedene Outfits kombinieren zu können. Es braucht auch keine fancy Nähmaschine (obwohl ich welche habe). Ich hätte das alles auch mit einer einfachen Nähmaschine nähen können.

 

Der Konsumverzicht hat mir gezeigt, dass ich vorher viele Kleider einfach nur geshoppt habe um des Shoppen willens. Ich habe mich von Marken und Sonderangeboten leiten lassen. Der Grundgedanke ist jetzt ein ganz anderer. Manchmal kaufe ich etwas im Laden, aber dann ist es auch das Richtige. Ich kann auch 3 Stunden durch Geschäfte bummeln und nichts kaufen. Ich schaue mir lieber an was dort für Schnitte hängen und welche Stoffe von den Labels verwendet werden. Das inspiriert mich eher für neue Nähprojekte als zum Kauf.

Und jetzt zu deinen Plänen: Hast du dir für 2018 etwas Besonderes vorgenommen? Wie geht dein Weg der Stilentwicklung für dich weiter? Gibt es spannende Projekte oder Aktionen, von denen du erzählen möchtest?

Mein neues Projekt für dieses Jahr ist ein Podcast rund um das Thema Nähen und Stil. Der Podcast “Näh deinen Stil” ist schon gestartet. Es wird eine Mischung aus Interviews mit Personen aus der Nähszene und Solo-Episoden sein. Dadurch setze ich mich automatisch noch mehr mit dem Thema auseinander ohne meinen Schrank ständig neu zu füllen. Es macht mir Spaß über meine Garderobe zu sinnieren.

Aber es macht mir natürlich auch Spaß mir etwas zu nähen. Das wird in 2018 nicht ganz so viel werden, weil ich quasi durch Deutschland toure mit meinen Nähcamps. Bei meinen Nähcamps finden sich bis zu 40 begeisterte Hobbynäherinnen zusammen, um gemeinsam ein Wochenende lange zu nähen unter dem Motto “Zeit zum Nähen”. Wir haben immer einen Nähcoach dabei, der/die bei Fragen rund um Schnittänderung und Nähtechniken zur Verfügung steht. Zusätzlich kann man noch an einem Workshop teilnehmen. Ich sage nur #nähenverbindet.

Hast du einen Tipp, den du den diesjährigen Challenge-Mitstreiterinnen mit auf den Weg geben möchtest?

Arbeitet mit dem was ihr habt. Mit den Kleidern, die schon im Schrank hängen, mit den Stoffen, die schon im Regal liegen. Kauft neue Stoffe/ Kleider mit Bedacht, dann habt ihr länger Freude daran.

Alle Fotos von Elke Puls // Elle Puls

So ihr Lieben – ich hoffe, das Interview hat euch gefallen und ihr hattet beim Lesen genau so viele Erkenntnisse wie ich. Ich fühle mich durch Elke immer super inspiriert und bin sehr dankbar, dass sie sich – trotz ihres vollen Terminkalenders – die Zeit für unser Interview genommen hat.

Jetzt habe ich noch ein paar Klick-Tipps für euch – quasi die Show-Notes zu diesem Interview:

Habt ihr Lust, gemeinsam mit Elke zu Nähen und viele nähbegeisterte Frauen kennen zulernen? Dann schaut hier bei Elkes Nähcamp Tour vorbei. Vielleicht findet ihr ja einen Termin in eurer Nähe.

Elke entwirft und verkauft auch eigene Schnittmuster, z.B. das neue Knotenshirt “Mahé”. Schaut mal hier in ihrem Shop vorbei.

Super spannend für alle, die sich intensiver mit dem Thema Stilfindung auseinandersetzen möchten: Elke hat eine Blogserie mit dem Titel #klarheitimschrank gestartet. Hier findet ihr viele Tipps, um eure Garderobe stimmiger zu gestalten.

Und natürlich verlinke ich auch hier noch einmal zu dem sehr hörenswerten Podcast “Näh deinen Stil”. Ich habe alle Folgen auf einer langen Autofahrt hintereinander weg gehört und freue mich schon auf die nächsten Folgen.

So- jetzt habt ihr viel zu Lesen und zu Entdecken. Ich wünsche euch viel Spaß damit!

Alles Liebe – Wiebke

Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // März Bericht + Link-Up

Unser shoppingfreies Jahr

Hallo ihr Lieben,

wie ist es euch ergangen? Fällt euch “Unser shoppingfreies Jahr” immer noch so leicht, wie zu Beginn des Jahres? Ich bin diesen Monat durch einen Katalog mit Frühlingsmode das erste Mal in Versuchung geführt worden, konnte aber widerstehen. Wie geht ihr mit den ständigen Versuchungen und Werbebotschaften um, denen man im Alltag ja kaum entfliehen kann? Ich finde die Frühlingsmode ja immer besonders gefährlich – wenn man den langen Winter so satt hat und sich einfach nur nach Licht und frischen Farben sehnt, ist man besonders anfällig für Versuchungen. Ich hoffe, ihr seid alle weiterhin standhaft und freut euch an eurer handgemachten Garderobe!

So – hier kommt mein ausführlicher Monatsbericht.

Unser shoppingfreies Jahr – März Bericht

Wie ging es mir mit der Challenge und wie schwer ist mir der Shoppingverzicht gefallen?

Die meiste Zeit war ich im März so beschäftigt, dass ich überhaupt nicht dazu gekommen bin, an Shoppen zu denken. Das war der Challenge natürlich sehr zuträglich. Was meine Stoffkäufe angeht, bin ich jetzt auch wieder beruhigt. Nachdem ich letzten Monat ja befürchtet hatte, eventuell jetzt als Ersatzbefriedigung zum unkontrollierten Stoffe-Shoppen überzugehen. Aber diese Befürchtung hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Denn diesen Monat habe ich tatsächlich nur 1.5 Meter schwarz-weißen Gingham-Baumwollstoff gekauft. Und der ist auch schon für ein ganz konkretes Projekt eingeplant. Davon abgesehen hatte ich im März kein Bedürfnis, weitere Stoffe nach Hause zu bringen. Ich habe aktuell einen ganzen Stapel Stoffstücke zu Hause liegen. Für jedes einzelne Stoffstück habe ich schon eine Kleidungsstück-Vision, aber leider viel zu wenig Nähzeit. Und um die Warteschlange nicht noch länger zu machen, werde ich jetzt erst einmal die Stoffe verarbeiten, die ich zu Hause habe. Sonst macht mich der Stapel eines Tages wahnsinnig.

Gab es Herausforderungen und/oder Versuchungen?

Letzt Woche lag der H&M Frühjahrs-Katalog im Briefkasten. Ja, ich hätte ihn einfach ungeöffnet in die blaue Tonne schmeißen können. Mit dem Gedanken habe ich auch kurz gespielt. Aber dann dachte ich mir “Och wieso denn nicht ein wenig blättern? Nur so für die Inspiration.” Bei einer Tasse Tee habe ich es mir mit dem Katalog dann auf der Couch gemütlich gemacht und mir die neue Kollektion angeschaut, von der mir einige Teile wirklich, wirklich gut gefallen haben. Ich hatte direkt beim Blättern viele tolle Outfit Ideen im Kopf und fühlte mich sehr inspiriert. Und auf einmal hatte ich Sätze im Kopf wie “Boah, bis du dazu gekommen bist, dir so ein Outfit zu nähen, ist schon wieder Herbst. Es würde so viel einfacher und schneller gehen, wenn du dir einfach drei oder fünf Teile kaufen könntest. Dann könntest du diesen Look jetzt schon tragen.” Joaaa – das war also nicht so schön. Ich habe den Katalog dann zugeklappt, nach draussen in die Papier-Tonne gebracht und zur Ablenkung ein paar Reihen an meinem Frühlingsjäckchen gestrickt. Unfassbar, wie schnell solche Werbeprospekte Bedürfnisse wecken, die man eigentlich gar nicht hat. Denn genau das wollte ich ja nicht mehr: Schnell neue Klamotten kaufen, damit man bei allen kurzlebigen Trends mitmischen kann. Nee nee – ohne mich. Der nächste Katalog landet direkt in der Tonne.

Sind neue handgemachte Kleidungsstücke in den Schrank gewandert?

Und schon wieder kann ich leider nur mit einem NEIN antworten. Aber immerhin habe ich ein kleines bisschen genäht. Zwar keine Kleidung, aber hübsches Strickzubehör. Ein Nadel-Etui und eine – bisher noch nicht verbloggte – Projectbag nach dem Vorbild der tollen Stricktaschen von Fringe & Co. Die zeige ich euch gerne schon mal:

 

Welche neuen Erkenntnisse habe ich dazu gewonnen?

Die Erkenntnis des Monats lautet: Es geht nicht immer alles gleichzeitig. Diesen Monat habe ich gefühlt viel zu wenig gebloggt und es nur geschafft, einen einzigen Inspirations-Post zu unserem shoppingfreien Jahr zu veröffentlichen. Auch wenn ich deswegen ein wenig traurig bin, weil ich so viele tolle Ideen habe, die gerne mit euch teilen möchte, war in den letzten Wochen einfach nicht mehr drin. Und das aus einem guten und schönen Grund. Wie ich hier schon kurz berichtet habe, durfte ich am vergangenen Wochenende meine allererste offizielle Yogastunde gegeben. Mit echten Schülern in einem echten Yogastudio. Auf diese erste Stunde habe ich mich sehr ausführlich vorbereitet. Darum konnte ich nicht so viel Zeit in den Blog investieren. So ist es halt manchmal, wenn das Herz für mehrere Dinge schlägt. Aber auch das wird sich in den nächsten Wochen wieder einpendeln. Ich gehe einfach mit dem Flow.

Wie sind die Nähpläne für den kommenden Monat?

Auf meinem Nähtisch liegt eine halb zugeschnittene Raglan-Else aus tollem Sweat in Rost-Orange. Ich hoffe, dass ich dieses gute Stück am Osterwochenende fertig stellen kann. Und dann gibt es da ja immer noch das Outfit, das ich schon seit Januar nähen möchte: Meine rost-orangen SoHo Shorts in Kombination mit dem Seamwork York Top in schwarz-weißem Gingham Stoff. Vielleicht schaffe ich ja an Ostern zumindest den Zuschnitt dieser Teile. Dann könnte ich unter der Woche Abends immer mal ein bisschen nähen, um diese Teile endlich, endlich von meiner To-Sew Liste abhaken zu können.

So – das war mein März Bericht. Jetzt bin ich gespannt, wie es euch ergangen ist!

Genießt das lange Osterwochenende und macht euch eine schöne Zeit mit euren Lieben!

Frohe Ostern und alles Liebe von Wiebke

PS:
Ich habe übrigens einen Newsletter für die Aktion ins Leben gerufen. Wenn ihr an das Link-Up erinnert werden möchtet und keine der Inspirations-Beiträge verpassen möchtet, dann meldet euch hier an. Ich verschicke einmal im Monat eine Zusammenfassung über alles, was zum Thema “Shoppingfreies Jahr” hier auf dem Blog passiert ist und packe euch noch ein paar Lese-Empfehlungen aus dem Netz dazu.


Und jetzt seid ihr dran – ich lasse das Link-Up das ganze Jahr über offen, damit ihr eure März-Berichte auch noch nachtragen könnt, wenn ihr es nicht rechtzeitig geschafft habt.

Wenn ihr erst jetzt von der Aktion erfahren habt, aber gerne noch einsteigen möchtet, dann seid ihr natürlich herzlich Willkommen! Hier im Ursprungspost zu “Unser shoppingfreies Jahr” könnt ihr noch einmal alles zu der Aktion nachlesen.

(Denkt daran, diesen Beitrag in eurem Post zu verlinken – sonst könnt ihr euch nicht in das Link-Up eintragen.)
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Inspiration, Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // Inspiration: Sportkleidung nähen

Ich hatte mir schon ganz zu Beginn überlegt, für die Inspirations-Artikel zu “Unser shoppingfreies Jahr” ab und zu mal Linksammlungen für euch zusammenzustellen.
Dass diese erste Linksammlung jetzt Sportkleidung zum Thema hat ist nicht ganz uneigennützig.
Denn Sportkleidung ist bei mir gerade Mangelware. Unsere Waschmaschine läuft schon im Dauerbetrieb und trotzdem komme ich – Yogalehrer-Ausbildung sei Dank – nicht hinterher und krame ständig in meinen Schubladen nach einem halbwegs brauchbaren Yoga-Outfit.
In absehbarer Zeit möchte ich darum gerne meine Yoga-Garderobe um ein paar Teile aufstocken. Und weil ja das Frühjahr in den Startlöchern steht und damit die Sportsaison wieder anfängt, habe ich mir gedacht, dass dieses Thema auch für euch interessant sein könnte.
Darum habe ich das Netz nach schönen und funktionellen Sport-Schnittmustern und inspirierenden Designbeispielen durchforstet. Ich hoffe, meine Fundstücke gefallen euch!

1 Papierschnitt-Set von Stoff & Stil bestehen aus einem Sportshirt und einer Weste.

2 Kuschelige Wickeljacke von Burda – Nählevel “Super easy”.

3 Tanktop mit Racerback von Christine Haynes.

4 Sport-Bustier von Burda.

1 Sloan Leggins von Hey June Handmade. Zu diesem Modell gibt es auf dem Spoonflower-Blog einen Sew-Along und viele tolle Design-Beispiele aus den Spoonflower Sport-Lycra Stoffen .

2 Mountain Pose Pants von Hey June Handmade.

3 Leggings mit Hüftschmeichler-Rock von Burda.

4 Lässige Jogginghose von Burda. Hier sind die Bündchen an den Beinabschlüssen super. So können die Hosenbeine auch bei Kopfstand & Co. nicht rutschen.

5 Für Freunde der Papierschnitte: Sport-Set von Stoff & Stil, bestehend aus Leggings und Jacke.

1 Als ich den Joni Jumpsuit auf Selmins Blog entdeckt habe, wusste ich direkt, dass dieses tolle Teil auch beim Yoga eine super Figur machen würde.

2 Absoute Bewegungsfreiheit garantiert dieser lässige Yoga-Jumpsuit von Burda.

3 Wem im herabschauenden Hund schon mal sein T-Shirt über den Kopf gerutscht ist und wer dabei fast umgekippt wäre, weil er panisch versucht hat, seinen entblößten Oberkörper wieder zu bedecken, der weiß, warum ein T-Shirt Body das perfekte Teil für die Yoga-Garderobe ist. Dieser Schnitt von Aime comme marie ist zwar auf Französisch, aber mit Fredis Vokabelliste sollte es trotzdem klappen.

4 Langärmeliger Bodysuit von Named Clothing.

Sew your own activewear
Dieses Buch stamm aus der Feder der Bloggerin Melissa Fehr und ist ganz frisch erschienen. Auf ihrem Blog findet ihr viele Designbeispiele und auch Tipps für den Kauf und die Verarbeitung von Sport-Stoffen.

Nähen fürs Yoga
In diesem Buch gibt es nicht nur Schnittmuster für Yoga-Leggings und Kuscheljacken, sondern auch Anleitungen für Yoga-Accessoires wie Meditationskissen.

 

So – ich hoffe, dass ich euch mit dieser Zusammenstellung inspirieren konnte!

Kennt ihr auch noch tolle Sport-Schnittmuster? Gebt mir gerne eure Tipps in den Kommentaren – ich bin über jede Empfehlung dankbar!

Alles Liebe – Wiebke

Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // Februar Bericht + Link-Up

Hallo ihr lieben Challenge-Mitstreiterinnen,

wie ist es euch diesen Monat ergangen? Nachdem der Januar dieses Jahr so unfassbar dunkel und trist war, habe ich die vielen Sonnenstunden in den letzten zwei Wochen sehr genossen und dadurch so richtig Lust auf Frühling bekommen. Ich finde ja immer, wenn der Februar geschafft ist, kann man den Frühling schon fast greifen.

Geht euch das auch so? Überlegt ihr schon, was ihr für eure Frühlings-Garderobe nähen werdet? Erzählt es uns! Ich freue mich schon auf eure Februar-Berichte! Das Link-Up findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Unser shoppingfreies Jahr – Februar Bericht

Wie ging es mir mit der Challenge und wie schwer ist mir der Shoppingverzicht gefallen?

Auch diesen Monat ist es mir glücklicherweise wieder sehr leicht gefallen, keine Kleidungsstücke zu kaufen. Ich hatte mit meiner Yogalehrer-Ausbildung so viel zu tun, dass ich mich super mit anderen Dingen beschäftigen konnte. Allerdings ist mir etwas aufgefallen, dass ich im kommenden Monat näher im Blick behalten möchte. Denn ich habe im Februar einen Stoff-Impulskauf getätigt. Das sieht mir normalerweise gar nicht ähnlich. Eigentlich kaufe ich erst neue Stoffe, wenn ich mit meinen geplanten Nähprojekten fertig bin. Und dann kaufe ich auch nur Stoffe, die für ein kronkret geplantes neues Projekt benötigt werden. Ich habe zu Hause wirklich kaum Stoffe auf Lager, die nicht schon fest verplant sind und auch innerhalb absehbarer Zeit verarbeitet werden. Und das möchte ich auch auf gar keinen Fall ändern! Ich habe einen Horror vor Stoff-Bergen, die in meinem Nähzimmer darauf warten, verarbeitet zu werden. Das würde mich in den Wahnsinn treiben!

Darum werde ich jetzt genauestens darauf achten, ob Stoffkauf zu einer Art Ersatzbefriedigung für den Verzicht auf Kleidungskauf werden könnte.

Wenn ich meine geplanten Projekte, für die ich den passenden Stoff schon zu Hause habe, sehe und mir dann überlege, wie viel Zeit ich im März zum Nähen haben werde, dann weiß ich, dass ich im März definitiv kein neues Material brauchen werde. Also wird auch nichts gekauft. Punkt.

Gab es Herausforderungen und/oder Versuchungen?

Im Februar war ich tatsächlich das erste Mal in diesem Jahr in einem Klamottenladen. Ich habe eine Mitschülerin aus dem Yogateacher-Training in der Mittagspause zum Jeans-Kauf begleitet. Es war eine sehr schöne, individuelle Boutique mit sehr ausgefallenen Teilen kleiner Labels. In Köln gibt es solche Läden ja noch *seufz* Während sie in der Umkleidekabine war, bin ich in dem Geschäft umhergewandert und habe mir die modischen Kleidungsstücke und die tolle Ladendeko angeschaut. Und was soll ich sagen: Ich war völlig entspannt. Ich war mir die ganze Zeit über vollkommen darüber bewusst, dass ich nichts kaufen würde. Und fand es überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil – ich habe mich total frei gefühlt. Frei darin, die Inspiration, die mir diese sorgfältig zusammengestellte Kollektion bietet, aufzusaugen. Und das, ohne diesen fiesen, stressigen Kaufzwang im Nacken sitzen zu haben. Ich war erstaunt darüber, wie gut es sich angefühlt hat. Jetzt weiß ich, dass ich keinen großen Bogen um Kleidungsgeschäfte schlagen muss, sondern auch ohne Kaufabsicht ruhig mal einen Fuß über die Schwelle setzen kann.

Sind neue handgemachte Kleidungsstücke in den Schrank gewandert?

Nein. Wie schon befürchtet, hatte ich im Februar ZERO Zeit zum Nähen. Dafür ist mit dem Frühlingsjäckchen Knit-Along ein neues Strickprojekt bei mir eingezogen.

Welche neuen Erkenntnisse habe ich dazu gewonnen?

Selbst wenn ich wenig Zeit habe, finde ich immer ein paar Minuten, um zu Stricken. Tatsächlich schaffe ich es, ein bis fünf Reihen in jedem noch so vollen Tagesablauf unterzukriegen. Auch wenn es langsam vorwärts geht – Fortschritt ist Fortschritt. Und selbst wenn ich nur eine Reihe am Tag schaffe, habe ich das gute Gefühl, trotzdem etwas Produktives mit meinen Händen gemacht zu haben. Darum lautet meine Erkenntnis: Wenn es stressig wird, ist Stricken die beste Medizin. Nicht nur, weil es an sich schon sehr meditativ ist. Sondern auch, weil es einem das gute Gefühl gibt, trotz anstrengendem Alltag etwas geschafft zu haben.

Wie sind die Nähpläne für den kommenden Monat?

Ab März werden die Pausen zwischen meinen Yogateacher Wochenend-Seminaren etwas größer. Also werde ich hoffentlich wieder etwas mehr Nähzeit haben. Meine Pläne sind seit dem Januar-Bericht unverändert. Ich würde gerne eine rost-orange SoHo Shorts nähen und dazu ein York Top in schwarz-weißem Gingham Stoff.

 

PS:
Ich habe übrigens einen Newsletter für die Aktion ins Leben gerufen. Wenn ihr an das Link-Up erinnert werden möchtet und keine der Inspirations-Beiträge verpassen möchtet, dann meldet euch hier an. Ich verschicke einmal im Monat eine Zusammenfassung über alles, was zum Thema “Shoppingfreies Jahr” hier auf dem Blog passiert ist und packe euch noch ein paar Lese-Empfehlungen aus dem Netz dazu.


Und jetzt seid ihr dran – ich lasse das Link-Up das ganze Jahr über offen, damit ihr eure Februar-Berichte auch noch nachtragen könnt, wenn ihr es nicht rechtzeitig geschafft habt.

Wenn ihr erst jetzt von der Aktion erfahren habt, aber gerne noch einsteigen möchtet, dann seid ihr natürlich herzlich Willkommen! Hier im Ursprungspost zu “Unser shoppingfreies Jahr” könnt ihr noch einmal alles zu der Aktion nachlesen.

(Denkt daran, diesen Beitrag in eurem Post zu verlinken – sonst könnt ihr euch nicht in das Link-Up eintragen.)

 

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1 Teil - 5 Outfits, Handgemachte Kleidung, Shoppingfreies Jahr 2018

1 Teil – 5 Outfits // Bloom Sweater aus altrosa Nicki-Stoff

Im Rahmen meines shoppingfreien Jahres habe ich mir vorgenommen, mich intensiv mit den Kombinations-Möglichkeiten meines Kleiderschrank-Inhalts zu beschäftigen. Zu diesem Zweck habe ich die Serie „1 Teil – 5 Outfits“ ins Leben gerufen. Heute zeige ich euch meinen nagelneuen Kuschel-Sweater.

Schnitt: Bloom Sweater aus der Mai/Juni Ausgabe der La Maison Victor

Stoff: altrosa Nicki-Stoff und Bündchen von Marble Lake über Stoffe.de (der Nicki ist leider ausverkauft)

Zubehör: Reißverschluss über Stoffe.de

Als ich den Schnitt des Pullis letztes Jahr in der La Maison Victor Frühsommer-Ausgabe entdeckt habe, wusste ich direkt, dass ich ihn ausprobieren möchte. Ein schlichtes Basic-Teil, das durch die leicht gecroppte Form und die zwei seitlichen Reißverschlüsse aber einen frischen und modernen Look bekommt. Genau so etwas brauche ich in meinem Kleiderschrank. Zumal ich eh im Bereich Pullover noch ein paar Teile aufstocken kann.

Den perfekten Stoff für den Schnitt habe ich dann letztes Jahr im Herbst gefunden, allerdings mussten sich die beiden noch ganze drei Monate gedulden, bis ich mich ihnen widmen konnte.

Letzten Monat war es dann soweit – ich hatte endlich mal wieder einen freien Näh-Sonntag und konnte mich auf ein neues Projekt stürzen. Genäht war der Pulli sehr schnell und problemlos. Es war das erste Mal, das ich eine Anleitung von La Maison Victor ausprobiert habe und bin damit gut zurecht gekommen. Ich habe schon viel Positives über die Schnitte aus dem Magazin gehört und kann dies jetzt auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Erklärungen sind zwar nicht sooo ausführlich, wie bei vielen Indie-Designern, aber trotzdem ist jeder Schritt so erklärt, dass bestimmt auch absolute Nähanfänger etwas damit anfangen können.

Auch der Stoff lies sich super verarbeiten. Ich habe mit schlimmsten Fussel-Attacken gerechnet, aber nichts dergleichen ist passiert. Im Gegenteil: Weil der Stoff so unheimlich kuschelig ist, war es schon beim Nähen total angenehm und ich habe mich zwischendurch immer wieder beim Stoff-Streicheln erwischt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden – und dass der Pulli sich vielfältig mit meiner bestehenden Garderobe kombinieren lässt, zeige ich euch jetzt.

Outfit #1: 70ies Chic

Ich mag es, dass dieses Outfit ein bisschen 70er-Vibe hat. So hätte ich doch bestimmt in der Schlange vor dem Studio 54 stehen können, oder? Ob ich dann auch rein gekommen wäre, ist eine andere Frage. *lach*

Outfit #2: Street Style

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Outfit gut als Berliner Street-Style durchgehen würde. Allerdings bin ich keine Berlinerin, also was weiß ich schon… Dieses Outfit werde ich im Frühling aber trotzdem anziehen und damit auf die Straße gehen.

Die hellblaue Culotte ist ein Memade-Teil. Hier findet ihr den Blogpost dazu.

Outfit #3: Rockig angehaucht

So würde ich auf ein Konzert gehen. Wenn es nicht viel zu warm wäre mit einem Pulli. OK – sagen wir, so würde ich auf ein Konzert gehen, bei dem ich weiß, dass ich nicht weit vorne vor der Bühne wie eine Irre herumspringen werde.

Outfit #4: Ein Frühlings-Look

Dieses frühlings-frische Outfit kann ich mir super für eine Kaffee-Verabredung mit Freundinnen oder einen Sonntags-Ausflug im April vorstellen. Haaach – mann hab ich Lust auf Frühling! Ihr auch?

Das weiße Latzkleid ist eine handgemache Cleo. Schaut mal hier.

Outfit #5: Yoga-Style

Wenn es beim Theorie-Teil des nächsten Teacher-Training Wochenendes im Yogastudio mal kalt wird, ziehe ich mir diesen Pulli an und freue mich über meinen kuscheligen Begleiter.

So – das waren meine 5 Outfits für den rosa Nicki-Sweater. Ich habe gemerkt, dass die Farbe sehr dazu einlädt, Frühlings-Outfits zusammenzustellen. Aber das passt ja gerade ganz gut – schließlich steht diese wunderbare, heiß ersehnte Jahreszeit vor der Tür. Ich freue mich schon darauf, diese Outfits zu tragen.


Wenn ihr Lust habt, ein Näh- und Strickmuster-Set von rosa p. zu gewinnen, dann macht unbedingt noch bei meiner Verlosung mit! Ihr habt noch bis morgen abends Zeit, in den Lostopf zu hüpfen! Ich drücke euch die Daumen!


Alles Liebe – Wiebke

Verlinkt bei RUMS.

Shoppingfreies Jahr 2018, Tipps & Tools

Unser shoppingfreies Jahr // Tipps & Tools: Kleidung reparieren

Jetzt, wo ich mir vorgenommen habe ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, gehe ich mit den – auf einmal viel viel wertvoller gewordenen – Kleidungsstücken in meinem Schrank wesentlich liebevoller um als vorher.
Das hört sich vielleicht beim ersten Lesen etwas befremdlich an – ich kann verstehen, wenn ihr jetzt eure Augenbrauen hochgezogen habt. Aber lasst es mich erklären.

Zuerst einmal muss ich ohne Umschweife gestehen, dass ich bisher ein Mensch war, der seinem Kleiderschrank-Inhalt keine große Liebe in Form von Pflege entgegengebracht hat.
Ich hasse Wäsche machen.
Das niemals enden wollende Waschen, Falten und Einsortieren ist meine absolute Straf-Aufgabe.

Und von Bügeln sprechen wir hier mal gar nicht, denn das mache ich wirklich nur beim Nähen oder in absoluten Ausnahmefällen. Sonst nicht. Und wenn ich in einem T-Shirt ein kleines Lock entdeckt habe oder es zu ausgeblichen war, dann habe ich es weggeworfen ohne mit der Wimper zu zucken.

Sascha ist da anders – er findet, dass man Kleidung Wertschätzung entgegenbringen muss, indem man sie gut pflegt, sorgfältig faltet und in einen ordentlichen Kleiderschrank einräumt. Allein ihm habe ich es zu verdanken, dass meine Schrankhälfte jetzt seit zwei Jahren aufgeräumt ist. Er hat sich damals die Mühe gemacht, mit mir gemeinsam einmal ALLES auszuräumen, zu sortieren und wieder neu einzuräumen. Und ich habe es tatsächlich geschafft, die Ordnung beizubehalten. Das war der erste Schritt.

Seitdem ich vor einem Jahr angefangen habe, Kleidung selber zu nähen, hat sich an meiner bisherigen Einstellung schon eine ganze Menge geändert.

Um meine handgemachten Stücke kümmere ich mich wie um Haustiere. Ich lege sie zum Waschen vorsichtig in Wäschenetze und achte mit Argusaugen darauf, dass sie nicht im Trockner landen. Ich bügele sie und lege sie sorgfältig in meinen Schrank.

Und jetzt, wo ich weiß, dass ich auch meine Kauf-Kleidung nicht einfach so austauschen kann, betrachte ich auch diese Stücke mit einem anderen Blick.
Ein alter Chef von mir hatte einen Standard-Spruch, den er gerne und oft kundgetan hat. Er sagte immer: “Knappheit schafft Begehrlichkeit”. An diesen Spruch muss ich in letzter Zeit wieder öfter denken, denn es stimmt. Und das meinte ich mit meinem ersten Satz: Meine Kleidung ist auf einmal wertvoller geworden – sie ist mir mehr ans Herz gewachsen und kein Wegwerf-Artikel mehr.

Und wenn man T-Shirts oder Hosen mit Löchern nicht einfach so wegwerfen kann, weil es die einzigen ihrer Art im Kleiderschrank sind, dann kommt man unweigerlich zu dem Punkt, an dem man über das Reparieren von Kleidung nachdenken muss.

Ich habe im letzten Jahr schon zwei T-Shirts von Sascha geflickt, weil er mich darum gebeten hat (wie gesagt, er ist bisher wesentlich netter zu seiner Kleidung gewesen als ich), daher weiß ich, dass meine Maschine super gut flicken kann. Denn von den Ergebnissen war ich richtig begeistert. Außerdem hat es sich gut angefühlt, etwas zu reparieren. Nachhaltig und liebe- bzw. respektvoll.

Und jetzt sind also zum ersten mal meine eigenen Klamotten dran.

Genauer gesagt zwei Yogahosen. Die brauche ich nämlich in den nächsten Monaten sehr dringend. Außerdem hat Sascha mir auch schon wieder drei Kleidungsstücke zum Flicken herausgelegt. Ein ausgerissener Jeansknopf, eine Manteltasche und ein anzunähender Knopf. Ich habe also einen richtigen Reparier-Stapel, den ich in den nächsten Tagen abarbeiten werde. Hier ein paar Beispiel-Löcher aus meinem Stapel. Es ist sogar ein Memade Teil dabei – mein orange-gestreifter Sloane Sweater.

Wie sieht es in eurem Kleiderschrank aus?
Könnten ein paar eurer Stücke auch etwas Zuwendung gebrauchen?
Wie steht ihr zum Thema Flicken und Reparieren?

Für alle, die sich dem Thema in der kommenden Zeit auch nähern wollen, habe ich einige Anleitungen aus dem Netz zusammengesucht.

6 hilfreiche Techniken, mit denen ihr fast all eure Kleidungsstücke reparieren könnt.

  1. Die perfekte Anleitung, um richtig professionell Knöpfe anzunähen findet ihr hier.
  2. Löcher in Jeanshosen flicken #1 – Knie oder Oberschenkel
  3. Löcher in Jeanshosen flicken #2 – Schritt 
  4. – 6. In diesem Video werden gleich drei verschiedene Techniken zum Flicken von Löchern mit der Nähmaschine erklärt.

 

PS:
Bei der Recherche bin ich auf den Blog Widerstand ist zweckmäßig gestoßen – Maria engagiert sich sehr für das Thema Nachhaltigkeit und veranstaltet eine Linkparty mit dem Motto “Fix it – Reparieren ist nachhaltig.” Ich finde ihren Blog auf vielen Ebenen sehr inspirierend, darum an dieser Stelle den Lesetipp für euch.

Alles Liebe – Wiebke