Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Meine Girlfriday Culottes in Dänemark

Ich bin total happy, dass ich für die Fotos meiner Culottes die schöne Kulisse unseres Ferienhauses in Dänemark nutzen konnte.

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Schnitt: Girlfriday Culottes von Liesl + Co

Version: Midi-Länge

Stoff: leichter Stretch Denim in hellblau von Stoff & Stil

Als allererstes muss ich direkt gestehen, dass das hübsche Oberteil, das ihr hier seht, nicht aus meiner Capsule Wardrobe stammt. Schande über mich. Eigentlich hatte ich vor, die Culottes gemeinsam mit meinem selbstgeschneiderten rot-geringelten Jersey-Longsleeve zu zeigen. Denn die beiden Kleidungsstücke passen ganz hervorragend zusammen. Aber dann kam alles ganz anders: Wir brauchten neues Brennholz für unseren Ofen (hier in Dänemark ist es noch richig frisch) und haben uns daher in den nächsten Ort begeben, um einen Supermarkt aufzusuchen. Auf dem gleichen Gelände gibt es neben dem Supermarkt noch ein paar weitere Geschäfte, unter anderem auch eine kleine Boutique, in der wir letztes Jahr schon ein paar hübsche Teile gefunden haben. Tja – und wie das immer so ist. Sascha: “Komm, wir gehen da noch mal ein bißchen gucken.” Ich im Stillen zu mir selbst: ” Ach ja – gucken schadet ja nix.” Und dann im Geschäft laut: “Och – ich glaub, das probier ich mal an. Ohhh das ist aber toll. Und es würde bestimmt super zu meinen Culottes passen.” Und Sascha: “Ja, das stimmt. Und in Deutschland würdest du nach so etwas bestimmt lange suchen.” Das glaube ich zwar nicht, aber es war eine sehr willkommene Absolution. Das Oberteil wurde also gekauft. Und weil es – wie ich finde – tatsächlich super den Culottes passt, kam es mit auf die Fotos. Das Ringel-Jersey Oberteil zeige ich dann später.

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Am Anfang dieses Näh-Projektes habe ich mich mit dem Stoff etwas schwer getan. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich bei Stoff & Stil leichten Denim Stoff aus 100% Baumwolle gekauft habe. Beim Bügeln hatte ich aber auf einmal so komisches klebriges Zeug an meinem Bügeleisen. Zuerst dacht ich, ich hätte irgendwo ein Stück Vlieseline aus versehen geschmolzen. Bügeleisen also abkühlen lassen, geschrubbt wie eine Blöde und noch einmal von vorne. Aber auch beim zweiten Versuch war das Zeug urplötzlich wieder da. Und da dämmerte es mir so langsam… das klebrige Zeug kam aus dem Stoff selber. Als der Groschen endlich gefallen war, zog ich panikartig das Bügeleisen weg und inspizierte den Stoff erst einmal auf Schäden. Zum Glück ist aber alles noch einmal gut gegangen. Danach habe ich erst einmal die Rechnung von Stoff & Stil herausgekramt und noch einmal nachgeguckt, was zum Henker ich da eigentlich gekauft hatte. Ahaaa – Stretch-Denim mit Nylon und Elasthan-Anteil. Das erklärte einiges, war aber direkt auch neue Fragen auf: Mit welcher Nadel nähe ich den Stoff denn jetzt? Jeans oder Stretch? Und welchen Stich soll ich dafür nutzen? Grüüübel…

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Antworten fand ich noch einmal in diesem super-hilfreichen Artikel auf dem Smilla-Blog. Ich nutzte also eine Stretch-Nadel und den Jersey-Stretch-Stich (warum auch immer der so heißt, wenn er für Jersey eigentlich gar nicht so gut geeignet ist). Und ganz wichtig: Ich bügelte nur noch auf Stufe 1. Ab diesem Zeitpunkt lief eigentlich (fast) alles wie am Schnürchen. Auf dem Blog von Oliver + S gibt es einen Sew Along für die Girlfriday Culottes. Daran habe ich mich einfach Schritt für Schritt entlang gearbeitet. Und damit hat es super geklappt. Auch wenn das Schnittmuster der Girlfriday Culottes schon mit einer sehr ausführlichen Nähanleitung kommt – so dass viele von euch den Sew Along wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätten – mir haben die Fotos an einigen Stellen wirklich geholfen.

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Der Grund, warum ich oben nur “FAST wie am Schnürchen” geschrieben habe ist dieser: Als allerletzten Arbeitsschritt musste ich nur noch den Verschluss am Bund anbringen. Da ich zu Hause keinen großen Haken-Öse-Hosenverschluss hatte und in der Anleitung auch die Option eines Verschlusses mittels Knopf angegeben war, wollte ich ein Knopfloch in den Bund nähen. Äh ja… das war keine gute Idee. Viel zu viele dicke Stofflagen, viel zu kleine Arbeitsfläche. Es hat überhaupt nicht geklappt – nennen wir es mal ein Knopfloch-Massaker. Aus diesem Grund haben die Culottes diesen frechen roten Aufnäher am Bund. Ich dachte mir: Wenn schon vertuschen, dann wenigstens mit Attitude und griff zum roten Stoff. Auf diesen Fotos ist der Bund tatsächlich noch mit einer Sicherheitsnadel verschlossen. Denn so kurz vor dem Urlaub konnte ich keinen vernünftigen Hosenverschluss mehr kaufen. Tja – musste ich halt fudeln – aber die Culottes mussten mit!

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Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem super zufrieden. Auch wenn mich dieses Kleidungsstück ganz schön aus meiner Fashion-Comfort-Zone lockt. Normalerweise trage ich nie nie nie etwas, das meine eh schon rettungsberingten Hüften noch breiter machen würde. Daher musste ich beim ersten Blick in den Spiegel erst mal heftig schlucken. Aber ich wusste im Vorfeld, dass die Culottes einfach nach einer komplett anderen – für mich ungewohnten – Silhouette verlangen: betonte Taille und auf jeden Fall hohe Schuhe. Und dann scheiss drauf, ob die Hüften breit aussehen. Der Schnitt dieses Kleidungsstücks an sich ist einfach meeega cool. Wenn hier etwas geändert werden müsste, dann eher meine Attitude als die Culottes. Und vielleicht zwei Kilo weniger, damit die Falten etwas weniger aufspringen. Aber das wird mich nicht davon abhalten, dieses Teil auch jetzt schon zu tragen. Mutig voran!

sdr

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Und jetzt freue ich mich darauf, bei den anderen Mädels vom MeMadeMittwoch zu gucken!

Alles Liebe – Wiebke

 

 

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Mein Sointu Kimono Tee

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Schnitt: Sointu Kimono Tee von Named Clothing

Version: Mit verstärkten Ärmelbündchen

Stoff: mittelschwerer Blockstreifen Jersey von Stoff und Stil

Ich könnte nicht stolzer sein – mein Sointu Kimono Tee ist fertig und ich LIEBE es! Ich hatte hier in meinem Zwischenstandsbericht ja schon geschrieben, dass das Schnittmuster auch für mich als Anfänger entspannt zu nähen war. Die einzige Befürchtung, die ich hegte war, dass der Schnitt eventuell zu sackig oder unförmig sein könnte. Die Schnittteile sahen ausgebreitet auf dem Nähtisch schon arg groß aus. Aber ich habe es einfach drauf ankommen lassen, stoisch weiter genäht und wurde für mein Vertrauen belohnt. Denn ich finde, das Oberteil sitzt super: dank des Gürtels, der sich zwei Mal um die Taille schlingen lässt, bekommt das Shirt eine super schöne, feminine Silhouette. So sieht es gleichzeitig schick und trotzdem lässig aus.

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Damit sich die Ärmelbündchen so schön aufstellen, habe ich sie mit Vlieseline verstärkt. Dies wird in der Nähanleitung als Option vorgeschlagen und ich bin froh, dass ich die Variante gewählt habe. Den Effekt mag ich sehr. Er ist das I-Tüpfelchen des Schnitts. Ich hoffe, dass die Steifigkeit auch nach dem ersten Mal waschen erhalten bleibt. Hat hier jemand von euch schon Erfahrungen gemacht? Kann ich das wohl in die Waschmaschine schmeißen?

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Der Jersey von Stoff & Stil trägt sich sehr angenehm auf der Haut und ist durch seine mittelschwere Qualität schön formstabil und blickdicht. Falls ich das Kimono Tee noch einmal nähe, würde ich auf jeden Fall noch einmal einen Stoff in vergleichbarer Qualität nutzen.

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Ausgeführt habe ich das Shirt – eher gesagt genau dieses Outfit – auch schon: Bei schönstem Sonnenschein auf die Dachterrassen-Geburtstagsparty einer lieben Freundin. Abgesehen davon, dass ich den Gürtel ein paar Mal neu knoten musste, habe ich mich darin sehr wohl gefühlt und auch schon die ersten Komplimente abgestaubt.

So und jetzt gehe ich beim MeMadeMittwoch – heute passend zum Motto Frühlingserwachen – stöbern und verteile auch ein paar Komplimente an die fleißigen Näh-Mädels!

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Das erste Teil ist fertig! Ich präsentiere meine rote Cleo.

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Schnitt: Cleo von Tilly and the Buttons

Version: Knielang mit Schlitz und Hüfttaschen vorne

Stoff: Rost-roter Baumwoll-Twill mit leichtem Stretch-Anteil von Ebay

Auf den Schnitt aufmerksam geworden bin ich durch das tolle Cordkleid, das Selim auf ihrem Blog vorgestellt hat. Da musste ich mich direkt zu Tilly durchklicken und abchecken, ob ich dem mit meinen nicht vorhandenen Klamotten-Näh-Skills wohl gewachsen wäre. Glücklicherweise sagte Tilly, dass Cleo für Anfänger bestens geeignet ist und nach der Lektüre dieser ausführlichen Rezension von Jenny habe ich mich dann getraut. Und so ging es los – mein erstes Klamotten-Näh-Abenteuer.

Schnitt ausgedruckt, Pritt-Stift herausgekramt, fleißig A4 Blätter zusammengeklebt. Das erste Mal Körpermaße genommen und notiert. Passende Größe ausgesucht, Schnittteile ausgeschnitten.

 

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Durch die Lektüre diverser Nähblogs habe ich ja mittlerweile gelernt, dass es schlau ist, bei unbekannten oder anspruchsvollen Schnitten oder der Verwendung von teuren Stoffen vorher ein Probestück zu nähen. Das habe ich nicht gemacht. Da ich nicht extra Stoff gekauft habe, sondern den roten Twill noch in meinem Vorrat gefunden habe, hab ich direkt losgelegt und das Ganze als Probe-Projekt betrachtet. Ein Kleid zum Üben.

Geübt und gleichzeitig viel gelernt habe ich auch. Eigentlich ist mir das Projekt im Großen und Ganzen leicht von der Hand gegangen. Ich glaube dadurch, dass ich durch das Quilten so auf Präzision gedrillt bin, habe ich den Vorteil sehr ordentlich zu schneiden und zu nähen. Aber natürlich sind mir alle Schneider-Standard-Handgriffe noch total unbekannt. Versäubern und Topstitching zum Beispiel habe ich bei diesem Projekt das erst Mal gemacht. Aber nachdem ich für das Topstitching nicht mehr irgendein viel zu dickes Garn aus Omas Nähkiste genommen habe, sondern gutes Gütermann Jeans-Garn gekauft habe, hat auch das problemlos funktioniert.

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Für das Einschlagen der Jeans-Knöpfe habe ich meinen Mann um Hilfe gebeten, der dann auch prompt mit dem Einsatz von etwas zu viel Körperkraft dieses mitgelieferte Prym-Plastik-Werkzeug zertrümmert hat. Ahääm… Na ja, jetzt wissen wir, dass man dieses Ding nicht unbedingt braucht, wenn man schön gerade von oben und mit GEFÜHL auf die Knöpfe hämmert.

Der beste Tipp, den ich für das Kleid gelesen habe, ist ebenfalls von Jenny. Sie hat gezeigt, wie man mit Hilfe von Papp-Schablonen die Taschen super präzise bügeln kann. Das habe ich direkt ausprobiert und bin vom Ergebnis begeistert. Ist direkt abgespeichert.

Und so sieht mein fertiges, allererstes Kleidungsstück aus:

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Ich bin sehr zufrieden. Getragen habe ich es auch schon das erste Mal. Zum Essen gehen mit meinen Freundinnen. Den prüfenden Mädels-Blick – und ihr wisst, etwas kritischeres gibt es kaum – hat es also auch schon bestanden. Nachdem ich zu Beginn des Abends noch Horrorvisionen davon hatte, dass sich Nähte in Luft auflösen und meinen bestrumpfhosten Hintern entblößen könnten, habe ich mich von Minute zu Minute mehr entspannt und gegen Ende des Abends hat sich das Tragen eines selbst genähten Kleides nicht nur fast natürlich angefühlt. Ich war auch noch ordentlich stolz.

Jetzt weiß ich, warum ihr alle so verrückt danach seid!

Diesen allerersten Beitrag auf meinem frisch aus dem Ei geschlüpften Blog zu meinem allerersten selbstgenähten Kleidungsstück verlinke ich auch direkt mal beim Me made Mittwoch und freue mich auf viele Besucherinnen!

Alles Liebe – Wiebke