1 Teil - 5 Outfits, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch, Shoppingfreies Jahr 2018

1 Teil – 5 Outfits // SoHo Shorts

Im Rahmen meines shoppingfreien Jahres habe ich mir vorgenommen, mich intensiv mit den Kombinations-Möglichkeiten meines Kleiderschrank-Inhalts zu beschäftigen. Zu diesem Zweck habe ich die Serie “1 Teil – 5 Outfits” ins Leben gerufen. Heute geht es los mit einem Teil, das ich bereits letztes Jahr im Rahmen meiner Sommer-Capsule genäht, bisher aber noch nicht verbloggt habe: meinen SoHo Shorts.

Schnitt: SoHo Shorts von Liesl & Co.

Variante: A

Stoff: hellbrauner Baumwoll-Leinen Mix

Warum diese Shorts zu einem absoluten Lieblings-Kleidungsstück geworden ist, ist leicht zu erklären: Sie ist so praktisch wie eine kurze Hose, sieht aber aus wie ein Rock. Sie ist absolut leicht und bequem. Sie ist lässig, kann aber auch schick. UND sie hat Taschen! Klare Sache, oder?

Genäht war sie – ausführlichem Sew-Along sei Dank – auch ohne Probleme. Und weil es – wie ihr jetzt sehen werdet – ein so vielseitiges Kleidungsstück ist, wird die hellbraune Version mit Sicherheit nicht die einzige bleiben.

So – und jetzt zeige ich euch die 5 Outfit-Varianten.

Outfit #1: Picknick am See

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Blaues Ringel-Longsleeve: Handmade – Schnittmuster von Stoff & Stil

Outfit #2: Italien-Urlaub

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Oberteil: Handmade – Sointu Kimono Tee

Outfit #3: Schick – für’s Büro oder festliche Anlässe

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Oberteil: Handmade – Schnitt “Sunny Me” von Finas Ideen
Blazer: vor zwei Jahren bei H&M gekauft

Outfit #4: Lässig & Cool

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Oberteil: Handmade – Burda Off-Shoulder Top

Outfit #5: Rockig für den nächsten Konzert-Besuch

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Tshirt: Lorde Merchandising – letztes Jahr auf dem Konzert gekauft
Lederjacke: vor mehreren Jahren bei Zara gekauft

Ich habe versucht, in den Outfits so viele selbstgemachte Stücke wie möglich unterzubringen und bin ganz froh darüber, dass sich soweit alles gut miteinander kombinieren lässt. Das soll weiterhin eine Prämisse für all meine zukünftigen Nähprojekte sein.

Alles Liebe –  Wiebke

Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Nachtblau & Puderrosa // Ein schickes Outfit für die kältere Jahreshälfte

Letztes Wochenende war es soweit: Ich habe endlich meinen neuen DIY Nähtisch eingeweiht. Aber nicht nur irgendwie luschig-halbherzig. Nee Leute, so richtig! Ich hab ihn SOWAS VON eingeweiht. Hinter mir liegt ein berauschtes Wochenende im Näh-Tunnel. Dabei herausgekommen ist ein komplettes Outfit nach Schnitten aus dem eBook “My Capsule Wardrobe – City Break” von Sew over it London.

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Und das kam so:

Normalerweise werde ich ja immer zu Kindergartenzeiten müde – so formuliert Sascha es zumindest. Aber nicht so am Freitag. Da habe ich mich mit einem Glas Wein in mein Zimmer verabschiedet, meine “Every day I slay”-Playlist (Ja, ihr dürft schmunzeln… aber ich bin nun mal ein Metalhead) bei Spotify an geschmissen und mich ans Werk gemacht. Bin lauthals singend und headbangend um meinen Tisch herumgewirbelt. Habe zugeschnitten, markiert, gebügelt, gesteckt, genäht. Und so lange nicht aufgehört, bis um zwei Uhr Nachts mein wunderbar gestreiftes Molly-Top fix und fertig war. Dann habe ich es kurz anprobiert, Sascha präsentiert, der noch unten auf der Couch saß und Fifa 18 gespielt hat (it’s this time of the year again…), die Musik aus gemacht und bin wie eine Tote ins Bett gefallen.

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20171008_202247.jpgAm Samstag dann das gleiche noch einmal. Dieses Mal allerdings nicht mit lauter Rock-Musik, sondern mit entspannteren Tönen. An diesem Tag hatte ich mir den Erin-Rock aus dem “Capsule Wardrobe – City Break” eBook vorgenommen. Und auch bei der Arbeit an diesem Kleidungsstück bin ich wieder so richtig in einen Näh-Rausch geraten. Alles ging mir leicht von der Hand. Der Stoff ließ sich absolut traumhaft einfach verarbeiten und ich hatte sogar nach 24 Uhr noch ausreichend Energie, um die 8(!) Knopflöcher in Angriff zu nehmen, die für die lange Version des Rockes genäht werden müssen.20171008_213345.jpg

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Einzig das Annähen der Knöpfe habe ich auf den Sonntag verschoben. Denn Knöpfe annähen – vor allem wenn sie den Rock zusammenhalten und also wirklich, wirklich gut halten müssen, damit es nicht peinlich wird – das konnte ich bis Sonntag Morgen gar nicht. Außerdem habe ich wirklich viel Herzblut in die Arbeit an diesem Rock gesteckt. Darum wollte ich die Knöpfe auf keinen Fall schludrig annähen – es sollte perfekt werden! So habe ich mir erst einmal in Ruhe dieses super Tutorial bei der Fashionmakery angeschaut. Und mich zum dritten Mal an diesem Wochenende in meinem Zimmer verschanzt. Bei den Knöpfen 1 bis 3 hat das Annähen noch etwas länger gedauert. Aber bei 8 Knöpfen hat man ja wirklich viel Gelegenheit zum Üben, so dass ich jetzt verkünden kann: Knöpfe annähen – hab ich drauf. Ja, auch mit Steg. Check!

An diesem Wochenende gab es also gleich mehrere Premieren:

  • Das erste Mal Nähen am neuen Tisch.
  • Das erste Mal ein ganzes Outfit an einem Wochenende fertig genäht.
  • Das erste Mal – richtig gut – von Hand Knöpfe angenäht.

Dieser Näh-Flow hat sich so unfassbar gut angefühlt. Auch wenn ich Abends immer total kaputt und ausgezehrt ins Bett gefallen bin. Aber ich glaube, genau so muss es sein, wenn eine kreative Vision “raus” will. Schade, dass man sich so etwas nicht vornehmen kann. Ein Flow passiert einfach. Gut, wenn man dann genug Zeit hat, um ihn in voller Länge ausleben zu können.

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Ich bin jedenfalls sehr dankbar für dieses Wochenende im Kreativ-Rausch und freue mich sehr, dass ich so endlich auch mal wieder einen Beitrag für den MeMadeMittwoch beisteuern kann.

Außerdem verlinke ich mich mit diesem Outfit noch für die Monatsfarbe Blau bei Selmins 12 Colours of handmade fashion-Challenge.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Mein Abi-Sommer + Jimmy Eat World + das E-Werk + mein neues Off-Shoulder Top

2003. Da war ich 19. Das war das Jahr mit dem Jahrhundert-Sommer. Das war das Jahr, in dem ich meine Abi-Ergebnis-Verkündung geschwänzt habe, um das erste Mal zu Rock am Ring zu fahren. Das war das Jahr, in dem ich zwischen letztem Schultag und Ausbildungs-Beginn ganze vier Monate lang frei hatte. Einen davon sogar sturmfrei. Erwähnte ich schon den Jahrhundert-Sommer? In diesem Sommer jedenfalls fuhr ich mit meinem ersten eigenen Auto – einem uralten Suzuki Alto – kreuz und quer durch meine Heimatstadt Düsseldorf. Mit mir im Auto ein Fisherprice Kassettenrekorder (mit Mikrofon!), weil das Autoradio kaputt war. Und eine einzige Kassette. Auf dieser Kassette: Jimmy Eat World. Und weil es nur diese einzige Kassette gab und wir – also meine Kumpels und ich – in diesem Sommer sehr viel Auto gefahren sind, konnten wir – also meine Kumpels und ich – am Ende des Sommers ALLE Songs auf dieser Kassette auswendig.

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Und diesen Sonntag haben sie in Köln gespielt. Exakt 15 Jahre später. Aber was soll ich sagen? Ich liebe sie noch immer. Und ich kann die Songs immer noch auswendig. Und ich schwebe in feinsten Abi-Sommer-Erinnerungen. Hachhhhhh…

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Ag8yc8yx2LU&w=560&h=315]

Zu diesem Konzert habe ich mein frisch genähtes Off-Shoulder Top ausgeführt.

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Schnitt: Off-Shoulder Top, Burda 3/2017

Stoff: Baumwoll-Karo in schwarz-weiß aus dem Stoffoutlet Mönchengladbach

Tatsächlich der erste Burda-Schnitt, an den ich mich herangetraut habe. Zum Glück war es ein wirklich, wirklich einfacher Schnitt und es gab eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung im Heft. So hat alles super geklappt. Sogar das erste mal einen Smock zu Nähen – wenn man davon absieht, dass mir das Gummiband ausgegangen ist und ich darum nur 4 anstatt der 5 vorgesehenen Smock-Reihen genäht habe. Hält aber auch so. 😉

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Ich bin sehr glücklich mit meinem neuen, luftigen Oberteil und weiß jetzt schon, dass es einen festen Platz in der Sommer-Capsule haben wird.
Mit der Stoff-Auswahl bin ich auch sehr zufrieden – ich liebe, liebe, liebe schwarz-weiß Muster! Allerdings stand ich dem Gingham (oder Vichy Karo) zu Beginn etwas skeptisch gegenüber. Ich hatte immer die Befürchtung, dass es zu sehr nach Tischdecke aussehen könnte. Finde ich jetzt aber ÜBERHAUPT nicht mehr. Im Gegenteil: Ich sehe tausend Kombinations-Möglichkeiten. Man kann es schick, cool und mit der richtigen Kombination sogar auch rockig stylen.

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So – jetzt verlinke ich mich mit meinem neuen Sommer-Top beim MeMadeMittwoch und gucke, was die anderen Mädels so gemacht haben.

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Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Sloane // Mein farbenfroher Frühlings-Pulli

Am Donnerstag ist das nächste Teil meiner Frühlings-Capsule fertig geworden – der Sloane Sweater von Named Clothing. Ich freue mich, euch das neue Stück heute vorstellen zu dürfen.

SchnittSloane Sweater

Stoff: Sommersweat von Nosh + Bio-Bündchen aus dem Stoffbüro

Für diesen Pulli habe ich zum ersten Mal den viel gelobten Sommersweat von Nosh ausprobiert und bin selber auch ganz angetan. Er lässt sich easy verarbeiten und trägt sich auf der Haut super angenehm. Ich hatte mich ja schon immer gefragt, warum diese Stoffart eigentlich Sommersweat heißt. Jetzt weiß ich es: Weil man sie auch im Sommer ganz angenehm und luftig tragen kann ohne einen Hitzekoller oder Schweißausbrüche zu bekommen.

Das Zuschneiden des Stöffchens fand ich allerdings recht schwierig. Zum einen weil er sich auch nach ausgiebigstem Bügeln nicht so richtig brav und glatt auslegen lassen wollte und zum anderen, weil die Ringel so dicht beieinander liegen, dass ich immer in der Zeile verrutscht bin. Ich habe so viel wie möglich mit dem Rollschneider und meinem großen Quiltlineal geschnitten – so hat es dann doch noch ganz gut geklappt.

Sobald aber alle Teile einmal zugeschnitten waren, lief das Nähen reibungslos. Mit den Anleitungen von Named komme ich wirklich gut klar und der Stoff ließ sich wunderbar vernähen. Ich merke jetzt schon, dass mir viele Arbeitsschnitte – im Vergleich zu meinem ersten Jersey-Longsleeve – viel leichter von der Hand gehen. Ist ja auch kein Wunder, schließlich muss ich jetzt nicht mehr für jeden Schritt ein Youtube Video gucken. 😀

Ein erstes Mal gab es allerdings doch noch: Ich habe das erste Mal mit Bündchen Stoff gearbeitet. Gefällt mir! Einfache Verarbeitung und tolles Ergebnis. Ich glaube, das möchte ich demnächst auch mal bei ein paar T-Shirts an Halsausschnitt und Ärmeln ausprobieren. Mir gefällt, dass die Kleidungsstücke durch das Bündchen so professionell aussehen. Als nächsten Schritt – sozusagen als I-Tüpfelchen – möchte ich dann noch das Absteppen mit der Zwillingsnadel ausprobieren. Aber erst beim nächsten Teil.

So – jetzt zeige ich euch, wie toll sich dieser Ringelpulli in meine Capsule einfügt. Ich kann ihn nämlich, trotz der auffälligen Farbe – mit fast all meinen bisher genähten Kleidungsstücken kombinieren.

Auf den Fotos oben trage ich den Pulli mit der Girlfriday Culotte.

Hier über meiner weißen Cleo.

Und hier mit meinem Jeansrock.

Ich freue mich total, dass dieser Outfit-Kombi-Plan so geklappt hat, wie ich es mir vor mehr als zwei Monaten überlegt habe. Damals habe ich ja nur mit Schnitten, Stoffen und bunten Bildern in meinem Kopf jongliert. Und jetzt ist es so toll zu sehen, dass die Outfits Realität geworden sind und auch wirklich funktionieren. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr das meine Vorfreude auf die Sommer-Garderobe steigert!!

Jetzt gehe ich aber erst einmal beim MeMadeMittwoch stöbern und lasse mich von den Werken der tollen Näh-Mädels inspirieren.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Das erste komplette Me-Made-Outfit: Jeansrock + Ringel-Longsleeve

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Davon, dass ich euch heute mein erstes komplettes Me-Made-Outfit zeigen kann, war ich die letzten Tage nicht gerade besonders überzeugt. Das Nähen dieses Jeansrocks hat mich tatsächlich einige Nerven gekostet. Ich bin unendlich erleichtert, dass sich die Mühe doch gelohnt hat und alles passt. Darum muss ich es euch unbedingt heute schon zeigen. Auch wenn ich keine tollen Fotos parat habe. Draußen regnet es seit zwei Tagen und Sascha war heute morgen im Stress. Darum bekommt ihr heute die “Selfies vor dem ersten Kaffee – Edition”. Unser Haus ist aktuell aber leider noch so überhaupt nicht selfie-tauglich – darum bitte ich euch, großzügig über das schlechte Licht hinwegzusehen. Ich arbeite an besseren Selfie-Stationen *lach* Das Leben eines Bloggers und so… wir haben Probleme! 😀

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Jeansrock mit Reißverschluss

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: dunkelblauer Stretch-Denim von Stoff und Stil

Variante: kurze Version

Longsleeve

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: Interlock Jersey von Ebay

Variante: Lange Ärmel

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Die einzigen Fotos, zu denen ich Sascha heute morgen überreden konnte, waren diese hier beim Kaffee trinken – so seht ihr immerhin das Ringeltop noch mal besser.

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Und für ein Detailfoto des Rocks noch ein schnelles Auto-Selfie. Natürlich NICHT beim Fahren – is klar, ne?

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Ich erzähle jetzt noch die lange Version meiner ersten Näh-Problemchen. Wer sich das Elend nicht anhören möchte – einfach weiterscrollen. Ich habe vollstes Verständnis. 😉

Von Anfang an war es wie verhext mit dem Rock und mir: Als ich das Schnittmuster aus der Schublade gefischt und mir die Maße noch einmal durchgelesen habe, dachte ich, ich hätte die falsche Größe gekauft. Bei Stoff und Stil kauft man ja tatsächlich immer nur eine einzige Größe des Schnittes und da ich noch nicht so viel Näh-Erfahrung habe, traute ich mir nicht zu, den Schnitt selber anzupassen. Also habe ich einfach meine ganze Hoffnung auf den Stretch-Anteil des Stoffes gesetzt und den Schnitt so genutzt, wie gekauft. Wenn auch immer mit dem blöden Gefühl im Hinterkopf, dass die ganze Arbeit vielleicht doch in der UFO-Kiste landen muss.

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Beim Zuschnitt dann das nächste Problem: Ich habe mich beim Stoffkauf an die Menge gehalten, die auf dem Schnitt angegeben war. Allerdings ist der Stoff beim Waschen so krass eingelaufen, dass mir in der Breite 20 cm fehlten. Ahhhh! Zuerst habe ich die Schnittteile herumgeschoben, wie eine Irre. Nach 15 Minuten habe ich dann eingesehen, dass es keinen Sinn hat, und mich dazu entschlossen, ein Teil zu stückeln.

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Das “Hinterteil” musste ich stückeln.

Dann ging es ans Nähen: Die ersten paar Schritte der Anleitung waren kein Problem – alles hat gut geklappt. Auch mit meinem Topstitching war ich ganz zufrieden.

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Dann aber ging es an den Besatz. Da hat mir die Nähanleitung (und mein fehlendes Fach-Vokabular) einige Rätsel aufgegeben. Ich habe nämlich nicht weiter über die Bedeutung des Wortes “Besatz” nachgedacht und bin automatisch davon ausgegangen, dass es so etwas wie ein Bund ist.

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Ähm ja, das gab die – ohnehin schon sehr knapp betextete – Anleitung aber so gar nicht her. Und auch wenn es schon fast peinlich ist – bis es bei mir “klick” gemacht hat und ich auf die Idee gekommen bin, dass der gesamte Streifen nach innen gebügelt werden muss, hat es echt eine ganze Weile gedauert. Danach lief es dann aber zum Glück wie am Schnürchen.

Als ich die letzten Topstitching-Nähte abgeschlossen hatte und den fertigen Rock vor mir hatte, war ich wirklich wirklich stolz. Dachte aber: Der passt dir bestimmt nicht. Wenn er zu klein ist, dann verschenkst du ihn einfach. Bloß nicht drüber ärgern. Immerhin hast du dabei etwas gelernt. Das ist auch was wert. So ging es weiter, bis ich im Badezimmer stand, den Reißverschluss hochzog und ganz zu meinem Erstaunen bemerkte: Er passt! Und zwar wie angegossen. Juhuu!

Meine Erkenntnisse nach dieser Näh-Aktion:

  • Bei einem Stoff mit Stretch-Anteil passt manchmal auch mal eine Nummer kleiner.
  • Ein Besatz ist nicht das gleiche wie ein Bund.
  • Manchmal muss man sich eine Nähanleitung 10 mal durchlesen und die technische Zeichnung ein paar Minuten lang anstarren, bis einem das rettende Licht aufgeht. Also Ruhe bewahren.

Ich bin auf jeden Fall sehr stolz darauf, das Rock-Projekt durchgezogen zu haben. Und mit dem Ergebnis bin ich auch super happy. Jetzt geht es direkt weiter mit dem nächsten Teil. Aber vorher schaue ich noch beim MeMadeMittwoch vorbei und gucke, was die anderen Mädels tolles genäht haben.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Meine Girlfriday Culottes in Dänemark

Ich bin total happy, dass ich für die Fotos meiner Culottes die schöne Kulisse unseres Ferienhauses in Dänemark nutzen konnte.

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Schnitt: Girlfriday Culottes von Liesl + Co

Version: Midi-Länge

Stoff: leichter Stretch Denim in hellblau von Stoff & Stil

Als allererstes muss ich direkt gestehen, dass das hübsche Oberteil, das ihr hier seht, nicht aus meiner Capsule Wardrobe stammt. Schande über mich. Eigentlich hatte ich vor, die Culottes gemeinsam mit meinem selbstgeschneiderten rot-geringelten Jersey-Longsleeve zu zeigen. Denn die beiden Kleidungsstücke passen ganz hervorragend zusammen. Aber dann kam alles ganz anders: Wir brauchten neues Brennholz für unseren Ofen (hier in Dänemark ist es noch richig frisch) und haben uns daher in den nächsten Ort begeben, um einen Supermarkt aufzusuchen. Auf dem gleichen Gelände gibt es neben dem Supermarkt noch ein paar weitere Geschäfte, unter anderem auch eine kleine Boutique, in der wir letztes Jahr schon ein paar hübsche Teile gefunden haben. Tja – und wie das immer so ist. Sascha: “Komm, wir gehen da noch mal ein bißchen gucken.” Ich im Stillen zu mir selbst: ” Ach ja – gucken schadet ja nix.” Und dann im Geschäft laut: “Och – ich glaub, das probier ich mal an. Ohhh das ist aber toll. Und es würde bestimmt super zu meinen Culottes passen.” Und Sascha: “Ja, das stimmt. Und in Deutschland würdest du nach so etwas bestimmt lange suchen.” Das glaube ich zwar nicht, aber es war eine sehr willkommene Absolution. Das Oberteil wurde also gekauft. Und weil es – wie ich finde – tatsächlich super den Culottes passt, kam es mit auf die Fotos. Das Ringel-Jersey Oberteil zeige ich dann später.

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Am Anfang dieses Näh-Projektes habe ich mich mit dem Stoff etwas schwer getan. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich bei Stoff & Stil leichten Denim Stoff aus 100% Baumwolle gekauft habe. Beim Bügeln hatte ich aber auf einmal so komisches klebriges Zeug an meinem Bügeleisen. Zuerst dacht ich, ich hätte irgendwo ein Stück Vlieseline aus versehen geschmolzen. Bügeleisen also abkühlen lassen, geschrubbt wie eine Blöde und noch einmal von vorne. Aber auch beim zweiten Versuch war das Zeug urplötzlich wieder da. Und da dämmerte es mir so langsam… das klebrige Zeug kam aus dem Stoff selber. Als der Groschen endlich gefallen war, zog ich panikartig das Bügeleisen weg und inspizierte den Stoff erst einmal auf Schäden. Zum Glück ist aber alles noch einmal gut gegangen. Danach habe ich erst einmal die Rechnung von Stoff & Stil herausgekramt und noch einmal nachgeguckt, was zum Henker ich da eigentlich gekauft hatte. Ahaaa – Stretch-Denim mit Nylon und Elasthan-Anteil. Das erklärte einiges, war aber direkt auch neue Fragen auf: Mit welcher Nadel nähe ich den Stoff denn jetzt? Jeans oder Stretch? Und welchen Stich soll ich dafür nutzen? Grüüübel…

sdr

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Antworten fand ich noch einmal in diesem super-hilfreichen Artikel auf dem Smilla-Blog. Ich nutzte also eine Stretch-Nadel und den Jersey-Stretch-Stich (warum auch immer der so heißt, wenn er für Jersey eigentlich gar nicht so gut geeignet ist). Und ganz wichtig: Ich bügelte nur noch auf Stufe 1. Ab diesem Zeitpunkt lief eigentlich (fast) alles wie am Schnürchen. Auf dem Blog von Oliver + S gibt es einen Sew Along für die Girlfriday Culottes. Daran habe ich mich einfach Schritt für Schritt entlang gearbeitet. Und damit hat es super geklappt. Auch wenn das Schnittmuster der Girlfriday Culottes schon mit einer sehr ausführlichen Nähanleitung kommt – so dass viele von euch den Sew Along wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätten – mir haben die Fotos an einigen Stellen wirklich geholfen.

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Der Grund, warum ich oben nur “FAST wie am Schnürchen” geschrieben habe ist dieser: Als allerletzten Arbeitsschritt musste ich nur noch den Verschluss am Bund anbringen. Da ich zu Hause keinen großen Haken-Öse-Hosenverschluss hatte und in der Anleitung auch die Option eines Verschlusses mittels Knopf angegeben war, wollte ich ein Knopfloch in den Bund nähen. Äh ja… das war keine gute Idee. Viel zu viele dicke Stofflagen, viel zu kleine Arbeitsfläche. Es hat überhaupt nicht geklappt – nennen wir es mal ein Knopfloch-Massaker. Aus diesem Grund haben die Culottes diesen frechen roten Aufnäher am Bund. Ich dachte mir: Wenn schon vertuschen, dann wenigstens mit Attitude und griff zum roten Stoff. Auf diesen Fotos ist der Bund tatsächlich noch mit einer Sicherheitsnadel verschlossen. Denn so kurz vor dem Urlaub konnte ich keinen vernünftigen Hosenverschluss mehr kaufen. Tja – musste ich halt fudeln – aber die Culottes mussten mit!

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Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem super zufrieden. Auch wenn mich dieses Kleidungsstück ganz schön aus meiner Fashion-Comfort-Zone lockt. Normalerweise trage ich nie nie nie etwas, das meine eh schon rettungsberingten Hüften noch breiter machen würde. Daher musste ich beim ersten Blick in den Spiegel erst mal heftig schlucken. Aber ich wusste im Vorfeld, dass die Culottes einfach nach einer komplett anderen – für mich ungewohnten – Silhouette verlangen: betonte Taille und auf jeden Fall hohe Schuhe. Und dann scheiss drauf, ob die Hüften breit aussehen. Der Schnitt dieses Kleidungsstücks an sich ist einfach meeega cool. Wenn hier etwas geändert werden müsste, dann eher meine Attitude als die Culottes. Und vielleicht zwei Kilo weniger, damit die Falten etwas weniger aufspringen. Aber das wird mich nicht davon abhalten, dieses Teil auch jetzt schon zu tragen. Mutig voran!

sdr

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Und jetzt freue ich mich darauf, bei den anderen Mädels vom MeMadeMittwoch zu gucken!

Alles Liebe – Wiebke