Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Mein Abi-Sommer + Jimmy Eat World + das E-Werk + mein neues Off-Shoulder Top

2003. Da war ich 19. Das war das Jahr mit dem Jahrhundert-Sommer. Das war das Jahr, in dem ich meine Abi-Ergebnis-Verkündung geschwänzt habe, um das erste Mal zu Rock am Ring zu fahren. Das war das Jahr, in dem ich zwischen letztem Schultag und Ausbildungs-Beginn ganze vier Monate lang frei hatte. Einen davon sogar sturmfrei. Erwähnte ich schon den Jahrhundert-Sommer? In diesem Sommer jedenfalls fuhr ich mit meinem ersten eigenen Auto – einem uralten Suzuki Alto – kreuz und quer durch meine Heimatstadt Düsseldorf. Mit mir im Auto ein Fisherprice Kassettenrekorder (mit Mikrofon!), weil das Autoradio kaputt war. Und eine einzige Kassette. Auf dieser Kassette: Jimmy Eat World. Und weil es nur diese einzige Kassette gab und wir – also meine Kumpels und ich – in diesem Sommer sehr viel Auto gefahren sind, konnten wir – also meine Kumpels und ich – am Ende des Sommers ALLE Songs auf dieser Kassette auswendig.

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Und diesen Sonntag haben sie in Köln gespielt. Exakt 15 Jahre später. Aber was soll ich sagen? Ich liebe sie noch immer. Und ich kann die Songs immer noch auswendig. Und ich schwebe in feinsten Abi-Sommer-Erinnerungen. Hachhhhhh…

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Ag8yc8yx2LU&w=560&h=315]

Zu diesem Konzert habe ich mein frisch genähtes Off-Shoulder Top ausgeführt.

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Schnitt: Off-Shoulder Top, Burda 3/2017

Stoff: Baumwoll-Karo in schwarz-weiß aus dem Stoffoutlet Mönchengladbach

Tatsächlich der erste Burda-Schnitt, an den ich mich herangetraut habe. Zum Glück war es ein wirklich, wirklich einfacher Schnitt und es gab eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung im Heft. So hat alles super geklappt. Sogar das erste mal einen Smock zu Nähen – wenn man davon absieht, dass mir das Gummiband ausgegangen ist und ich darum nur 4 anstatt der 5 vorgesehenen Smock-Reihen genäht habe. Hält aber auch so. 😉

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Ich bin sehr glücklich mit meinem neuen, luftigen Oberteil und weiß jetzt schon, dass es einen festen Platz in der Sommer-Capsule haben wird.
Mit der Stoff-Auswahl bin ich auch sehr zufrieden – ich liebe, liebe, liebe schwarz-weiß Muster! Allerdings stand ich dem Gingham (oder Vichy Karo) zu Beginn etwas skeptisch gegenüber. Ich hatte immer die Befürchtung, dass es zu sehr nach Tischdecke aussehen könnte. Finde ich jetzt aber ÜBERHAUPT nicht mehr. Im Gegenteil: Ich sehe tausend Kombinations-Möglichkeiten. Man kann es schick, cool und mit der richtigen Kombination sogar auch rockig stylen.

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So – jetzt verlinke ich mich mit meinem neuen Sommer-Top beim MeMadeMittwoch und gucke, was die anderen Mädels so gemacht haben.

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Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Sloane // Mein farbenfroher Frühlings-Pulli

Am Donnerstag ist das nächste Teil meiner Frühlings-Capsule fertig geworden – der Sloane Sweater von Named Clothing. Ich freue mich, euch das neue Stück heute vorstellen zu dürfen.

SchnittSloane Sweater

Stoff: Sommersweat von Nosh + Bio-Bündchen aus dem Stoffbüro

Für diesen Pulli habe ich zum ersten Mal den viel gelobten Sommersweat von Nosh ausprobiert und bin selber auch ganz angetan. Er lässt sich easy verarbeiten und trägt sich auf der Haut super angenehm. Ich hatte mich ja schon immer gefragt, warum diese Stoffart eigentlich Sommersweat heißt. Jetzt weiß ich es: Weil man sie auch im Sommer ganz angenehm und luftig tragen kann ohne einen Hitzekoller oder Schweißausbrüche zu bekommen.

Das Zuschneiden des Stöffchens fand ich allerdings recht schwierig. Zum einen weil er sich auch nach ausgiebigstem Bügeln nicht so richtig brav und glatt auslegen lassen wollte und zum anderen, weil die Ringel so dicht beieinander liegen, dass ich immer in der Zeile verrutscht bin. Ich habe so viel wie möglich mit dem Rollschneider und meinem großen Quiltlineal geschnitten – so hat es dann doch noch ganz gut geklappt.

Sobald aber alle Teile einmal zugeschnitten waren, lief das Nähen reibungslos. Mit den Anleitungen von Named komme ich wirklich gut klar und der Stoff ließ sich wunderbar vernähen. Ich merke jetzt schon, dass mir viele Arbeitsschnitte – im Vergleich zu meinem ersten Jersey-Longsleeve – viel leichter von der Hand gehen. Ist ja auch kein Wunder, schließlich muss ich jetzt nicht mehr für jeden Schritt ein Youtube Video gucken. 😀

Ein erstes Mal gab es allerdings doch noch: Ich habe das erste Mal mit Bündchen Stoff gearbeitet. Gefällt mir! Einfache Verarbeitung und tolles Ergebnis. Ich glaube, das möchte ich demnächst auch mal bei ein paar T-Shirts an Halsausschnitt und Ärmeln ausprobieren. Mir gefällt, dass die Kleidungsstücke durch das Bündchen so professionell aussehen. Als nächsten Schritt – sozusagen als I-Tüpfelchen – möchte ich dann noch das Absteppen mit der Zwillingsnadel ausprobieren. Aber erst beim nächsten Teil.

So – jetzt zeige ich euch, wie toll sich dieser Ringelpulli in meine Capsule einfügt. Ich kann ihn nämlich, trotz der auffälligen Farbe – mit fast all meinen bisher genähten Kleidungsstücken kombinieren.

Auf den Fotos oben trage ich den Pulli mit der Girlfriday Culotte.

Hier über meiner weißen Cleo.

Und hier mit meinem Jeansrock.

Ich freue mich total, dass dieser Outfit-Kombi-Plan so geklappt hat, wie ich es mir vor mehr als zwei Monaten überlegt habe. Damals habe ich ja nur mit Schnitten, Stoffen und bunten Bildern in meinem Kopf jongliert. Und jetzt ist es so toll zu sehen, dass die Outfits Realität geworden sind und auch wirklich funktionieren. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr das meine Vorfreude auf die Sommer-Garderobe steigert!!

Jetzt gehe ich aber erst einmal beim MeMadeMittwoch stöbern und lasse mich von den Werken der tollen Näh-Mädels inspirieren.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung

5 Tipps für den Alltag mit Capsule & eine erste Zwischenbilanz

Wie lebt es sich mit einer Capsule Wardrobe? Wie klappt die Outfit-Wahl? Wie weit bin ich mit dem Nähen gekommen? Ich ziehe eine erste Zwischenbilanz und habe mir ein paar Tipps überlegt – für mich selber und für euch natürlich auch, wenn ihr sie gebrauchen könnt.

Zuerst zum Näh-Status: Ab Juli starte ich definitiv mit dem Nähen der Sommer-Teile. Ich kann jetzt schon absehen, dass ich es nicht schaffen werde, alle Teile auf meiner Frühlings-Capsule Liste zu nähen. Aber das macht nichts. Ich nähe diesen Monat noch alle Stücke, für die ich bereits Stoff gekauft habe und verschiebe die restlichen Projekte auf die Merkliste für meine Herbst- oder Winter-Garderobe. Denn der Sommer ruft nach neuen Teilen, neuen Farben, neuen Schnitten. Ich habe mir schon alles ganz genau überlegt und werde euch in den nächsten Tagen schon mal meine Inspiration für die Sommer-Capsule zeigen, bevor ich dann wieder alle Teile genau vorstelle. Seid also gespannt.

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Aber jetzt erst einmal wieder zurück zum Frühlings-Zwischenstand:

Leider muss ich sagen, dass sich mein Gehirn noch nicht so auf meine Saison-Garderobe eingestellt hat, wie ich es gerne hätte. In meinem ersten Monat mit der Capsule fiel mir die Outfit-Wahl morgens sehr schwer. So schwer, dass ich an Arbeitstagen oft zu alt-bewährten Go-To-Outfits gegriffen habe, weil ich es in meinem müden Kopf nicht hinbekommen habe, neue Kreationen zusammenzustellen. An freien Tagen oder wenn ich nach der Arbeit noch etwas vorhatte und mich dafür umgezogen habe, klappte es jedoch bisher ganz wunderbar. Eigentlich läuft es also genau so, wie ich es mir überlegt habe – denn es sollte ja eine Freizeit-Capsule sein. Aber damit bin ich irgendwie noch nicht so ganz zufrieden. Ich würde mich in Zukunft gerne an mehr Tagen in der Woche (am liebsten jeden Tag) aus dem Capsule-Pool kleiden. Damit es sich mehr nach einer richtigen Capsule anfühlt.

Damit das klappt, habe ich mir ein paar Dinge überlegt, um das Leben mit Capsule für mich einfacher zu gestalten und die Mini-Garderobe besser in meinem Alltag zu verankern.

Von der Freizeit-Capsule zur Alltags-Capsule.

  1. Alles auf einen Blick. Eigentlich wird empfohlen, den Kleiderschrank leer zu räumen und nur die Capsule-Teile – mit viel Platz und hübsch präsentiert – wieder einzuräumen. Alle anderen Klamotten sollen solange in Unterbett-Kommoden o.ä. zwischengelagert werden. Das kommt für mich allerdings momentan nicht in Frage. Dazu habe ich weder genug Platz, noch Lust. Um trotzdem meinen Klamotten-Pool auf einen Blick sehen zu können, habe ich mir einen Trick von meiner Freundin Biggy geklaut: Für die Sommer-Capsule werde ich mir Fotos der einzelnen Kleidungsstücke ausdrucken und neben meinem Kleiderschrank an die Wand hängen. So habe ich die Teile, aus denen ich mich bedienen kann, direkt vor Augen. Biggy klebt sich Fotos mit Outfit-Inspiration von innen an die Schranktüren – nur leider haben wir Schiebetüren, da klappt das nicht so gut. Also muss die Wand dran glauben – Washitape sei Dank ist das ja kein Problem.
  2. Der frühe Vogel fängt den Wurm – äh… das Outfit. Ich bin die letzten drei Jahre morgens immer so lange im Bett liegen geblieben wie maximal möglich. Diese vermaledeite Snooze-Taste… vielleicht kennt ihr das Problem ja auch. Dieses “Noch-5-Minuten-Sydrom” hatte zur Folge, dass ich mich fast jeden Morgen in Eile für den Tag fertig machen musste. Kein Wunder, dass ich so nur auf Autopilot funktioniere und mir keine Outfits einfallen. Darum habe ich mir einen Ruck gegeben und stehe jetzt früher auf. Klappt total gut: Ich bin viel entspannter und schaffe es sogar noch, am Tisch sitzend eine Tasse Kaffee mit Sascha zu trinken, bevor ich in den Arbeitstag starte.
  3. Planung ist alles. Aus weiteren Ausdrucken der Fotos und einer Magnettafel (z.B. dieser hier) habe ich vor, mir einen Capsule-Outfitplaner zu bauen. So kann ich mir für eine Woche – je nach Wetter und Terminen – die Outfits schon im Voraus zusammenschieben und muss morgens überhaupt nicht mehr überlegen.
  4. Und wenn es doch mal schnell gehen muss: Neue Go-To Outfits müssen her! Ich habe ja oben schon geschrieben, dass ich oft zu alten Go-To Outfits gegriffen habe, wenn ich nicht weiter wusste. Darum werde ich für die Sommer-Capsule mindestens drei neue Go-To Outfits zusammenstellen, in denen ich mich genau so wohl fühle, wie in meinen alten Lieblingsteilen.
  5. Dokumentation. Ich möchte irgendwo in unserem Haus einen Ganzkörper-Selfie-Spiegel aufstellen. Aktuell gibt es bei uns keinen, vor dem man ein Foto machen könnte. Und das ist der Plan: Ich möchte mit Start der Sommer-Capsule jeden Tag ein Foto von meinem Outfit machen. Zumindest erst mal nur für mich. Ob ich diese Fotos hier oder auf Instagram teilen werde, weiß ich noch nicht. In erster Linie geht es erst einmal darum, mich selber durch die Dokumentation zu motivieren und zu beobachten.

Ich bin gespannt, wie und ob diese Maßnahmen mir das Leben mit Capsule erleichtern werden. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt? Habt ihr weitere Tipps? Vielleicht geht es der ein oder anderen von euch ja auch so wie mir und ihr fühlt euch noch nicht so angekommen. Dann freue ich mich, wenn diese Ideen euch auch weiterhelfen! Wir bekommen das hin – ganz bestimmt!

Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung

Eine Cleo ganz in Weiß

Als ich Selmin’s Verkündung der Farbe Weiß für den Monat Mai der “12 Colours of handmade  fashion” Challenge gesehen habe, musste ich innerlich jubeln. Denn es ist das erste Mal seit Anfang des Jahres, dass die Monatsfarbe zu meinen geplanten Nähprojekten passt. Und dann musste ich direkt meine Nähpläne einmal umsortieren, denn eigentlich wollte ich im Mai an einer knatschbunten Burda Hose arbeiten.

Da ich mich vor meinem ersten Burda-Nähprojekt aber eh so ein wenig rumgedrückt habe (kennt ihr auch so etwas wie Burda-Prokrastination??), kam mir diese Ausflucht mehr als gelegen. Also nichts wie ran an meine zweite Cleo!


Schnitt: Cleo von Tilly and the buttons

Version: Mini-Länge mit einer Brusttasche und zwei Gesäßtaschen

Stoff: weißer Denim aus dem mönchengladbacher Stoff-Outlet

Nachdem ich bei meiner ersten Cleo ja die schicke, knielange Version mit Schlitz und zwei kleinen Taschen auf dem Vorderteil genäht habe, sollte die weiße Cleo eher sommerlich-casual werden. Darum habe ich mich für die Mini-Version mit großer Brusttasche und zwei kleinen Gesäßtaschen entschieden.



Das Topstitching habe ich mit gold-gelbem Jeansfaden genäht und bin total begeistert von diesem Farb-Akzent. Zusammen mit den silbernen Jeansknöpfen und den Latz-Schnallen wirkt das Kleid so richtig sommerlich.
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Als weiteres Detail habe ich die untere Rock-Kante nicht gesäumt, sondern nur in zwei cm Höhe einmal rundherum einen Zierstich genäht. So kann die untere Kante schön lässig ausfransen und der Zierstich sorgt hoffentlich dafür, dass das Kleid durch die Franserei nicht irgendwann viel zu kurz wird.

Ich freue mich schon darauf, dieses Kleid in den nächsten Monaten zu tragen. In meinem Kopf schwirren dafür bereits diverse Outfit-Kombinationen herum.

So – und jetzt verlinke ich mich das erste Mal bei der “12 Colours of handmade fashion” Challenge und schaue, was die anderen Mädels so weißes genäht haben.
Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Das erste komplette Me-Made-Outfit: Jeansrock + Ringel-Longsleeve

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Davon, dass ich euch heute mein erstes komplettes Me-Made-Outfit zeigen kann, war ich die letzten Tage nicht gerade besonders überzeugt. Das Nähen dieses Jeansrocks hat mich tatsächlich einige Nerven gekostet. Ich bin unendlich erleichtert, dass sich die Mühe doch gelohnt hat und alles passt. Darum muss ich es euch unbedingt heute schon zeigen. Auch wenn ich keine tollen Fotos parat habe. Draußen regnet es seit zwei Tagen und Sascha war heute morgen im Stress. Darum bekommt ihr heute die “Selfies vor dem ersten Kaffee – Edition”. Unser Haus ist aktuell aber leider noch so überhaupt nicht selfie-tauglich – darum bitte ich euch, großzügig über das schlechte Licht hinwegzusehen. Ich arbeite an besseren Selfie-Stationen *lach* Das Leben eines Bloggers und so… wir haben Probleme! 😀

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Jeansrock mit Reißverschluss

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: dunkelblauer Stretch-Denim von Stoff und Stil

Variante: kurze Version

Longsleeve

Schnitt: Stoff und Stil

Stoff: Interlock Jersey von Ebay

Variante: Lange Ärmel

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Die einzigen Fotos, zu denen ich Sascha heute morgen überreden konnte, waren diese hier beim Kaffee trinken – so seht ihr immerhin das Ringeltop noch mal besser.

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Und für ein Detailfoto des Rocks noch ein schnelles Auto-Selfie. Natürlich NICHT beim Fahren – is klar, ne?

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Ich erzähle jetzt noch die lange Version meiner ersten Näh-Problemchen. Wer sich das Elend nicht anhören möchte – einfach weiterscrollen. Ich habe vollstes Verständnis. 😉

Von Anfang an war es wie verhext mit dem Rock und mir: Als ich das Schnittmuster aus der Schublade gefischt und mir die Maße noch einmal durchgelesen habe, dachte ich, ich hätte die falsche Größe gekauft. Bei Stoff und Stil kauft man ja tatsächlich immer nur eine einzige Größe des Schnittes und da ich noch nicht so viel Näh-Erfahrung habe, traute ich mir nicht zu, den Schnitt selber anzupassen. Also habe ich einfach meine ganze Hoffnung auf den Stretch-Anteil des Stoffes gesetzt und den Schnitt so genutzt, wie gekauft. Wenn auch immer mit dem blöden Gefühl im Hinterkopf, dass die ganze Arbeit vielleicht doch in der UFO-Kiste landen muss.

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Beim Zuschnitt dann das nächste Problem: Ich habe mich beim Stoffkauf an die Menge gehalten, die auf dem Schnitt angegeben war. Allerdings ist der Stoff beim Waschen so krass eingelaufen, dass mir in der Breite 20 cm fehlten. Ahhhh! Zuerst habe ich die Schnittteile herumgeschoben, wie eine Irre. Nach 15 Minuten habe ich dann eingesehen, dass es keinen Sinn hat, und mich dazu entschlossen, ein Teil zu stückeln.

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Das “Hinterteil” musste ich stückeln.

Dann ging es ans Nähen: Die ersten paar Schritte der Anleitung waren kein Problem – alles hat gut geklappt. Auch mit meinem Topstitching war ich ganz zufrieden.

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Dann aber ging es an den Besatz. Da hat mir die Nähanleitung (und mein fehlendes Fach-Vokabular) einige Rätsel aufgegeben. Ich habe nämlich nicht weiter über die Bedeutung des Wortes “Besatz” nachgedacht und bin automatisch davon ausgegangen, dass es so etwas wie ein Bund ist.

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Ähm ja, das gab die – ohnehin schon sehr knapp betextete – Anleitung aber so gar nicht her. Und auch wenn es schon fast peinlich ist – bis es bei mir “klick” gemacht hat und ich auf die Idee gekommen bin, dass der gesamte Streifen nach innen gebügelt werden muss, hat es echt eine ganze Weile gedauert. Danach lief es dann aber zum Glück wie am Schnürchen.

Als ich die letzten Topstitching-Nähte abgeschlossen hatte und den fertigen Rock vor mir hatte, war ich wirklich wirklich stolz. Dachte aber: Der passt dir bestimmt nicht. Wenn er zu klein ist, dann verschenkst du ihn einfach. Bloß nicht drüber ärgern. Immerhin hast du dabei etwas gelernt. Das ist auch was wert. So ging es weiter, bis ich im Badezimmer stand, den Reißverschluss hochzog und ganz zu meinem Erstaunen bemerkte: Er passt! Und zwar wie angegossen. Juhuu!

Meine Erkenntnisse nach dieser Näh-Aktion:

  • Bei einem Stoff mit Stretch-Anteil passt manchmal auch mal eine Nummer kleiner.
  • Ein Besatz ist nicht das gleiche wie ein Bund.
  • Manchmal muss man sich eine Nähanleitung 10 mal durchlesen und die technische Zeichnung ein paar Minuten lang anstarren, bis einem das rettende Licht aufgeht. Also Ruhe bewahren.

Ich bin auf jeden Fall sehr stolz darauf, das Rock-Projekt durchgezogen zu haben. Und mit dem Ergebnis bin ich auch super happy. Jetzt geht es direkt weiter mit dem nächsten Teil. Aber vorher schaue ich noch beim MeMadeMittwoch vorbei und gucke, was die anderen Mädels tolles genäht haben.

Alles Liebe – Wiebke

 

 

 

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch

Meine Girlfriday Culottes in Dänemark

Ich bin total happy, dass ich für die Fotos meiner Culottes die schöne Kulisse unseres Ferienhauses in Dänemark nutzen konnte.

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Schnitt: Girlfriday Culottes von Liesl + Co

Version: Midi-Länge

Stoff: leichter Stretch Denim in hellblau von Stoff & Stil

Als allererstes muss ich direkt gestehen, dass das hübsche Oberteil, das ihr hier seht, nicht aus meiner Capsule Wardrobe stammt. Schande über mich. Eigentlich hatte ich vor, die Culottes gemeinsam mit meinem selbstgeschneiderten rot-geringelten Jersey-Longsleeve zu zeigen. Denn die beiden Kleidungsstücke passen ganz hervorragend zusammen. Aber dann kam alles ganz anders: Wir brauchten neues Brennholz für unseren Ofen (hier in Dänemark ist es noch richig frisch) und haben uns daher in den nächsten Ort begeben, um einen Supermarkt aufzusuchen. Auf dem gleichen Gelände gibt es neben dem Supermarkt noch ein paar weitere Geschäfte, unter anderem auch eine kleine Boutique, in der wir letztes Jahr schon ein paar hübsche Teile gefunden haben. Tja – und wie das immer so ist. Sascha: “Komm, wir gehen da noch mal ein bißchen gucken.” Ich im Stillen zu mir selbst: ” Ach ja – gucken schadet ja nix.” Und dann im Geschäft laut: “Och – ich glaub, das probier ich mal an. Ohhh das ist aber toll. Und es würde bestimmt super zu meinen Culottes passen.” Und Sascha: “Ja, das stimmt. Und in Deutschland würdest du nach so etwas bestimmt lange suchen.” Das glaube ich zwar nicht, aber es war eine sehr willkommene Absolution. Das Oberteil wurde also gekauft. Und weil es – wie ich finde – tatsächlich super den Culottes passt, kam es mit auf die Fotos. Das Ringel-Jersey Oberteil zeige ich dann später.

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Am Anfang dieses Näh-Projektes habe ich mich mit dem Stoff etwas schwer getan. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich bei Stoff & Stil leichten Denim Stoff aus 100% Baumwolle gekauft habe. Beim Bügeln hatte ich aber auf einmal so komisches klebriges Zeug an meinem Bügeleisen. Zuerst dacht ich, ich hätte irgendwo ein Stück Vlieseline aus versehen geschmolzen. Bügeleisen also abkühlen lassen, geschrubbt wie eine Blöde und noch einmal von vorne. Aber auch beim zweiten Versuch war das Zeug urplötzlich wieder da. Und da dämmerte es mir so langsam… das klebrige Zeug kam aus dem Stoff selber. Als der Groschen endlich gefallen war, zog ich panikartig das Bügeleisen weg und inspizierte den Stoff erst einmal auf Schäden. Zum Glück ist aber alles noch einmal gut gegangen. Danach habe ich erst einmal die Rechnung von Stoff & Stil herausgekramt und noch einmal nachgeguckt, was zum Henker ich da eigentlich gekauft hatte. Ahaaa – Stretch-Denim mit Nylon und Elasthan-Anteil. Das erklärte einiges, war aber direkt auch neue Fragen auf: Mit welcher Nadel nähe ich den Stoff denn jetzt? Jeans oder Stretch? Und welchen Stich soll ich dafür nutzen? Grüüübel…

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Antworten fand ich noch einmal in diesem super-hilfreichen Artikel auf dem Smilla-Blog. Ich nutzte also eine Stretch-Nadel und den Jersey-Stretch-Stich (warum auch immer der so heißt, wenn er für Jersey eigentlich gar nicht so gut geeignet ist). Und ganz wichtig: Ich bügelte nur noch auf Stufe 1. Ab diesem Zeitpunkt lief eigentlich (fast) alles wie am Schnürchen. Auf dem Blog von Oliver + S gibt es einen Sew Along für die Girlfriday Culottes. Daran habe ich mich einfach Schritt für Schritt entlang gearbeitet. Und damit hat es super geklappt. Auch wenn das Schnittmuster der Girlfriday Culottes schon mit einer sehr ausführlichen Nähanleitung kommt – so dass viele von euch den Sew Along wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätten – mir haben die Fotos an einigen Stellen wirklich geholfen.

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Der Grund, warum ich oben nur “FAST wie am Schnürchen” geschrieben habe ist dieser: Als allerletzten Arbeitsschritt musste ich nur noch den Verschluss am Bund anbringen. Da ich zu Hause keinen großen Haken-Öse-Hosenverschluss hatte und in der Anleitung auch die Option eines Verschlusses mittels Knopf angegeben war, wollte ich ein Knopfloch in den Bund nähen. Äh ja… das war keine gute Idee. Viel zu viele dicke Stofflagen, viel zu kleine Arbeitsfläche. Es hat überhaupt nicht geklappt – nennen wir es mal ein Knopfloch-Massaker. Aus diesem Grund haben die Culottes diesen frechen roten Aufnäher am Bund. Ich dachte mir: Wenn schon vertuschen, dann wenigstens mit Attitude und griff zum roten Stoff. Auf diesen Fotos ist der Bund tatsächlich noch mit einer Sicherheitsnadel verschlossen. Denn so kurz vor dem Urlaub konnte ich keinen vernünftigen Hosenverschluss mehr kaufen. Tja – musste ich halt fudeln – aber die Culottes mussten mit!

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Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem super zufrieden. Auch wenn mich dieses Kleidungsstück ganz schön aus meiner Fashion-Comfort-Zone lockt. Normalerweise trage ich nie nie nie etwas, das meine eh schon rettungsberingten Hüften noch breiter machen würde. Daher musste ich beim ersten Blick in den Spiegel erst mal heftig schlucken. Aber ich wusste im Vorfeld, dass die Culottes einfach nach einer komplett anderen – für mich ungewohnten – Silhouette verlangen: betonte Taille und auf jeden Fall hohe Schuhe. Und dann scheiss drauf, ob die Hüften breit aussehen. Der Schnitt dieses Kleidungsstücks an sich ist einfach meeega cool. Wenn hier etwas geändert werden müsste, dann eher meine Attitude als die Culottes. Und vielleicht zwei Kilo weniger, damit die Falten etwas weniger aufspringen. Aber das wird mich nicht davon abhalten, dieses Teil auch jetzt schon zu tragen. Mutig voran!

sdr

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Und jetzt freue ich mich darauf, bei den anderen Mädels vom MeMadeMittwoch zu gucken!

Alles Liebe – Wiebke