Handgemachte Kleidung, Stricken

Mein Frühlings-Jäckchen ist endlich fertig! // Caramel Cardigan

Ich freue mich so unglaublich, dass ich endlich mein allererstes selbstgestricktes Kleidungsstück in meinem Kleiderschrank begrüßen darf! Und ich bin sehr sehr stolz, euch das gute Stück heute beim Me Made Mittwoch präsentieren zu können.

Strickmuster: Caramel Cardigan von Isabell Kraemer

Wolle: De rerum natura “Gilliatt” in den Farben Sel, Potimarron, Goeland, Argile

Stricknadeln: Knit Pro 4mm + CraSy Trio 4mm für die Ärmel

Die ersten Maschen habe ich für diesen Cardigan bereits im März im Rahmen des Frühlingsjäckchen Knit-Alongs angeschlagen. Seitdem sind die Monate ins Land gezogen und ich habe mich – Yogalehrer-Ausbildung zum Trotz – Masche für Masche und Reihe für Reihe durch das Strickmuster gearbeitet. Auch wenn ich an manchen Abenden nur zwei Reihen geschafft habe, bevor mir auf der Couch die Augen zu gefallen sind, habe ich das Projekt nicht aus der Hand gelegt. So bin ich zwar sehr langsam aber dennoch stetig dem Ziel immer näher gekommen.

In unserem Dänemark Urlaub Mitte Oktober hatte ich dann genug wunderbare, gemütliche Strickzeit, um das Jäckchen endlich fertig zu stellen. Der zweite Ärmel musste noch zur Hälfte gestrickt werden und dann wollte die Jacke ja auch noch geblockt und die Fäden vernäht werden. Wohl weißlich hatte ich extra Wollwaschmittel mit in den Koffer gepackt. So kam es, dass meine Premiere in Sachen Strickstück blocken tatsächlich in einem dänischen Ferienhaus stattgefunden hat.

Auch für das Vernähen der Fäden habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen. Da es ja mein erstes Kleidungsstück war, wollte ich es dieses mal vernünftig und sorgfältig machen. Bei meinen Schals und Tüchern habe ich diesen Arbeitsschritt vorher immer geschludert und die Fäden einfach irgendwie vernäht, ohne aber zu wissen, was ich da eigentlich mache.

Darum habe ich die Gelegenheit genutzt, um auch diesen Arbeitsschritt einmal von Grund auf zu lernen. Dazu habe ich meine Lieblings Strick-Youtuberin Elizzza von Nadelspiel konsultiert und mir dieses Video angesehen bevor ich losgelegt habe. Mit ihrer Anleitung hat es super geklappt. Ich hatte direkt das Gefühl, nun endlich zu wissen, was ich da eigentlich mache und meiner Jacke die Sorgfalt zukommen zu lassen, die sie verdient hat. Und bei den vielen Streifen hatte ich ja auch reichlich Gelegenheit zu üben.

Auch wenn die Jacke bei weitem nicht perfekt ist, liebe ich sie heiß und innig und werde sie mit Stolz tragen. Das erste Mal ausgeführt habe ich sie natürlich direkt im Urlaub. Und zwar zu einem windigen Strandspaziergang. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, die Jacke direkt in einer wetter-technisch so anspruchsvollen Situation testen zu können. Denn so durfte ich die Vorzüge von Kleidung aus Merino Wolle live am eigenen Körper erleben.

Ja, ich wusste, dass Merino Wolle super wärmt. Gelesen hatte ich auch, dass Merino Wolle sogar dann noch wärmt, wenn sie nass ist. Aber was ich nicht wusste ist, wie sehr sie vor Wind schützen kann. Die Ärmel meiner Jacke haben wirklich kaum etwas von dem doch sehr starken Nordsee-Wind durch gelassen. Das hat mich wirklich sehr beeindruckt und mir ist noch einmal bewusst geworden, dass Strick-Kleidung nicht nur hübsch und kuschelig, sondern auch extrem funktional ist. Vor allem, wenn man es mit raueren Wetterlagen zu tun hat.

Daher ist es auch gar nicht schlimm, dass mein Caramel Cardi kein Frühlings-Jäckchen geworden ist. Denn – so schlau bin ich mittlerweile auch – die Wolle, die ich ausgesucht habe, ist eindeutig eine Herbst- und Winter-Wolle. Für den nächsten Frühlingsjäckchen Knit-Along suche ich mir ein luftigeres Teil aus, dass ich dann mit dünnerer Wolle stricken werde. Damit sich das Kleidungsstück dann auch wirklich für den Frühling eignet.

Jetzt bin ich aber erst einmal sehr froh über mein neues Herbst-Jäckchen und freue mich auf viele Gelegenheiten, dieses schöne Teil zu Spaziergängen auszuführen!

Alles Liebe – Wiebke

 

PS: Wenn ihr möchtet, könnt ihr hier noch einmal meine Posts zu dem Knit-Along nachlesen.

Inspiration

Projektvorstellung

Erster Zwischenstand

Zweiter Zwischenstand

Dritter Zwischenstand

Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // September + Oktober Bericht + Link-Up

Unser shoppingfreies Jahr – September + Oktober Bericht

Gab es Herausforderungen und/oder Versuchungen?

Ich fange diesen Zwei-Monats-Bericht mit den gleichen Worten an, wie die August-Edition: Ja und Nein.

Für den September steht definitiv das “Nein” im Vordergrund. Den Großteil des Monats September habe ich mit Arbeiten, Yoga Unterrichten oder Yogastunden vorbereiten verbracht. Da war nicht besonders viel Gehirnkapazität übrig, um überhaupt an so etwas abwegiges wie Klamotten Shopping zu denken. Wenn ich mal ein Fizelchen Kapazität frei hatte, dann habe ich sie anderweitig genutzt.

Ich war nämlich im Zeichen des Fibre Share unterwegs. Fibre Share ist eine internationale Garn-Tausch Aktion und ich war schwer damit beschäftigt, schöne Wolle und coole Strickgoodies für meine Tausch-Partnerin aus den USA zu kaufen und zu werkeln.

Drinnen + Draussen Blog | Bestickte Project Bag Frida Kahlo

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, eine Project Bag selber zu nähen und zu besticken. Und genau das habe ich auch getan. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich überhaupt nicht auf andere Gedanken gekommen bin. Der September war also ein perfekter shoppingfreier Monat.

Drinnen + Draussen Blog | Bestickte Project Bag Frida Kahlo

Im Oktober gab es allerdings Versuchungen und diesen bin ich auch erlegen. Und was war Schuld daran? Natürlich der Urlaub! 😉 Sascha und ich waren im Oktober eine Woche in Dänemark. In einem hübschen Ferienhäuschen mitten in den Dünen. Wir haben kaum etwas anderes gemacht als am Strand spazieren zu gehen, zu kochen, zu stricken und zu lesen. Es war herrlich entspannt!

Wir lieben ja diese Einbuddel-Urlaube, in denen man die Welt mal draussen lässt. Eigentlich ja die perfekten Vorraussetzungen, um auch hier shopping-enthaltsam zu bleiben.  Und jetzt kommt das große ABER. In dem klitzekleinen Örtchen, das in der Nähe liegt, gibt es wirklich nicht viel. Aber es gibt eine kleine Boutique. Und es ist schon fast Tradition, dass wir einmal durch den Laden schnöfen. In den letzten beiden Urlauben, in denen wir in Sondervig waren, haben wir dort auch immer etwas Schönes gekauft und die Teile sind allesamt heiß geliebte und oft getragene Stücke. Dänisches Design halt…

Und so war es auch dieses Mal. Sascha hat vorgeschlagen, einen Blick in den Laden zu werfen. Ich habe zugestimmt und wusste beim Betreten des Ladens schon, dass ich ihn nicht ohne Tüte wieder verlassen würde. Tja – und so habe ich im Oktober die ersten beiden Fast Fashion Teile des Jahres gekauft: Ein T-Shirt und ein Kleid.

Ich bin mir unschlüssig darüber, ob ich ein schlechtes Gewissen haben soll oder nicht. Einerseits sehe ich dies tatsächlich als kleine Niederlage. Denn die Teile habe ich keineswegs dringend gebraucht und mit ein bisschen Zeit hätte ich sie theoretisch selber nähen können. Andererseits ist es jetzt nicht so, dass ich in einen Shopping Blutrausch verfallen wäre. Ich habe bewusst ausgewählt und wirklich nur die zwei Teile genommen, die mich 100%ig überzeugt haben. Und irgendwie sehe ich sie als Urlaubs-Souvenirs.

Ich weiß mit absoluter Sicherheit: Wenn ich nicht im Urlaub gewesen wäre, hätte ich nichts gekauft. Jetzt habe ich aber diese zwei Kleidungsstücke mit nach Hause gebracht und erfreue mich auch daran. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Sind neue handgemachte Kleidungsstücke in den Schrank gewandert?

Oh ja – und zwar eines auf das ich ganz besonders stolz bin! Ich habe nämlich endlich endlich mein Frühlingsjäckchen fertig gestrickt! Ich freue mich so sehr über das allererste selbst gestrickte Kleidungsstück in meinem Kleiderschrank! Ganz ehrlich – Kleidung zu stricken grenzt für mein Empfinden noch mehr an Zauberei als Kleidung zu nähen. Heute zeige ich nur ein kleines Teaser-Bild, denn ich plane für den nächsten Me Made Mittwoch einen eigenen Blogpost zu dem Jäckchen.

Welche neuen Erkenntnisse habe ich dazu gewonnen?

Zum einen habe ich etwas ganz praktisches gelernt. Denn nachdem ich mit dem Stricken meines Cardigans fertig war, musste ich ihm ja noch den letzten Schliff geben. Und dazu habe ich unter anderem gelernt, wie man ganz professionell Fäden an Strickstücken vernäht. Wieder ein neuer Skill über den ich mich sehr freue. Fast so sehr wie über das Knöpfe Annähen. 🙂

Und dann dämmern mir seit wenigen Tagen weitere, etwas übergeordnetere Erkenntnisse. Ich habe nämlich seit ein paar Tagen das Gefühl, dass das shoppingfreie Jahr endlich Wirkung zeigt. Es sickern so ganz allmählich kleine Erkenntnisse über meinen Kleiderschrank und meine Art, mich zu kleiden durch. Ganz kleine Aha-Momente, die ich aber – glaube ich – ganz gut für meine Garderobenplanung nutzen kann.

Ich glaube es liegt daran, dass seit dem Urlaub ein bisschen mehr Ruhe eingekehrt ist und ich endlich Zeit dazu habe, mich noch einmal intensiver mit meinem Stilempfinden und meiner Garderobe auseinander zu setzen. Ich habe mir die zwei großartigen Bücher “Das Kleiderschrank-Projekt” und das dazu passende Praxisbuch von Anuschka Rees gekauft und möchte den Rest des Jahres intensiv dazu nutzen, meinen Stil auszuarbeiten und weiterzuentwickeln.

So richtig kann ich die Erkenntnisse noch nicht in Worte fassen. Es ist eher so, dass so langsam Dinge konkret werden, die ich vorher nicht greifen konnte. Und die Chance, diese Dinge festzunageln möchte ich jetzt in den nächsten Wochen nutzen! Natürlich halte ich euch auf dem Laufenden.

Wie sind die Nähpläne für den kommenden Monat?

Ich habe habe aktuell ein zu 70% genähtes York Top von Seamwork auf dem Nähtisch. Meine Pläne und mein Stoffstapel sind groß. Ich möchte nach wie vor ein Outfit bestehend aus Rock + Longsleeve nähen. Und ich habe einen Plan für ein Weihnachtskleid. Jetzt muss ich mir nur noch genügend Nähzeit freischaufeln…

 

Wie sind eure letzten Monate gelaufen? Sind euch auch Versuchungen in die Quere gekommen oder wart ihr standhaft?

Alles Liebe – Wiebke

 


Und jetzt seid ihr dran – ich lasse das Link-Up das ganze Jahr über offen, damit ihr eure September und Oktober -Berichte auch noch nachtragen könnt, wenn ihr es nicht rechtzeitig geschafft habt.

Wenn ihr erst jetzt von der Aktion erfahren habt, aber gerne noch einsteigen möchtet, dann seid ihr natürlich herzlich Willkommen! Hier im Ursprungspost zu “Unser shoppingfreies Jahr” könnt ihr noch einmal alles zu der Aktion nachlesen.

(Denkt daran, diesen Beitrag in eurem Post zu verlinken – sonst könnt ihr euch nicht in das Link-Up eintragen.)
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Handgemachte Kleidung, Nähen

Eine Raglan-Else für den Herbst // Sommersweat in Orange & Grau

Meine Liebe für Rost-Orange hört einfach nicht auf. Gekauft habe ich die Stoffe für dieses Kleid bereits im Früh-Sommer zusammen mit dem Cordstoff für meine SoHo Shorts und fand die Farben zu dem Zeitpunkt schon großartig. Aber jetzt im Herbst passen sie natürlich einfach noch hundert Mal besser.

Darum freue ich mich darauf, euch heute meine herbstliche Raglan-Else zu präsentieren.

Schnitt: Raglan-Else von Schneidermeistern

Stoff: Sommersweat in dunkelgrau-meliert und rost-organge aus dem Mönchengladbacher Stoff-Outlet

Variante: Mit 3/4 Arm

Anpassung: Ohne Kapuze, dafür mit Halsbündchen

Beim Nähen dieses Kleides habe ich mich tatsächlich an meinen allerersten Pattern-Hack getraut! Whoop Whoop! Ich hatte von Anfang an die klare Vision eines Kleides im Baseball-Shirt Look. Und dazu passt natürlich keine Kapuze. Für den Look muss ein Halsbündchen in Kontrastfarbe her, sonst funktioniert er nicht. Also habe ich mich zum ersten mal in meiner Nähkarriere getraut, von den Anleitungen abzuweichen und eine Mini-Anpassung vorzunehmen. Dazu habe ich einfach online nach einer Formel zur Berechnung der Halsbündchen-Länge gesucht und mich dann mutig ans Werk gemacht. Und siehe da: Es hat überhaupt nicht weh getan! Und noch besser: Ich bin mit dem Ergebnis sogar sehr zufrieden.

Ich finde es großartig, dass dieses Kleid ein perfektes Kleidungsstück für die Zwischen-Jahreszeiten ist. Durch den Sommersweat und die längeren Ärmel ist es warm genug für den Herbst. Zusammen mit einer Strumpfhose fühle ich mich so auch noch gut angezogen selbst wenn die Tage usseliger werden. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass es mit einer Thermo-Strumpfhose und einem Blazer auch noch im Winter funktionert.

Weil ich durch meinen ersten Pattern-Hack jetzt schon so viel Mut getankt habe, spiele ich nun auch mit dem Gedanken, das Kleid zu einem einfachen Baseball-Shirt umfunktionieren. OK erwischt… Ich weiß, dass es hierfür nur ein einfaches Kürzen des Schnittes bedarf und sogar ich dafür nicht besonders viel Mut aufbringen muss. *lach*

Aber ich gebe zu: Auch das habe ich bisher noch nie gemacht. Es hat sich einfach noch nicht ergeben. Ich merke jedoch, dass ich immer mehr Spaß daran habe zu überlegen, wie man Schnittmuster aus der eigenen Sammlung umfunktionieren und verändern kann, so dass neue Teile daraus entstehen und man nicht ständig neue Muster kaufen muss. Ich bin gespannt, in wie weit ich mich mit diesem Thema in Zukunft noch intensiver beschäftigen kann. Fürs Erste habe ich aber noch genug Schnittmuster zu Hause liegen, die ich noch gar nicht ausprobiert habe. Und die wollen zuerst getestet werden! Also schön eins nach dem anderen…

Mit diesem Beitrag wandere ich zu “Du für Dich am Donnerstag” und zu “Woman on fire“.

Alles Liebe von Wiebke

 

 

Handgemachte Kleidung, Me Made Mittwoch, Uncategorized

MeMadeMittwoch // Eine kurze Hose für den Herbst! SoHo Shorts in Rost-Orange

Ach was freue ich mich, dass ich heute endlich mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei sein kann! Seitdem zu Beginn des Jahres der Rhythmus von einer wöchentlichen auf eine monatliche Aktion umgestellt wurde, bin ich irgendwie nicht mehr so ganz mitgekommen.

Umso mehr freue ich mich, dass es dieses Mal klappt und ich euch meine neuen SoHo Shorts zeigen kann.

Schnitt: SoHo Shorts von Liesl & Co

Version: mit Gürtelschlaufen – dazu gibt es hier eine separate Anleitung

Stoff: Leichter Cordstoff in Rost-Orange aus dem Stoff-Outlet in Mönchengladbach

Genau wie mein Kimono Tee, das ich im letzten Beitrag vorgestellt habe, lag auch diese Hose viele Monate fertig zugeschnitten auf meinem Nähtisch herum und hat geduldig darauf gewartet, dass ich endlich wieder Zeit zum Nähen habe.

Und als ich dann im Urlaub endlich die Zeit hatte, war die Hose super schnell genäht. Ok – es kann auch daran gelegen haben, dass ich etwas im Näh-Rausch war. Aber ich kann diese Shorts wirklich empfehlen – vor allem, wenn man sich das erste mal an eine (kurze) Hose herantrauen möchte. Denn neben einer ausführlichen und gut illustrierten Anleitung, gibt es auf dem Blog von Oliver and S. auch einen Sew-Along bei dem man anhand von Schritt-für-Schritt Fotos noch einmal durch den kompletten Näh-Prozess geführt wird.

Für mich ist dies schon meine zweite SoHo Shorts. Letztes Jahr habe ich bereits eine Version aus beige-farbenem Baumwoll-Leinen Stoff genäht. Und weil ich von diesem Schnitt so begeistert bin, musste noch eine zweite Version her.

Was ich an dem Schnitt so toll finde? Ganz einfach: Es sieht aus wie ein Rock. Ist aber eine kurze Hose. Eine kurze Hose, die super super bequem ist und – ganz wichtig – die Taschen hat! Außerdem finde ich es toll, dass man den Schnitt an alle Jahreszeiten anpassen kann.

Meine erste Version ist durch den Leinen-Anteil im Stoff luftig-leicht und damit absolut sommer-tauglich. Jetzt habe ich aus dem Cord-Stoff eine herbstliche Version im Schrank. Und für den Winter könnte ich mir auch noch ein Modell aus dunklem Wollstoff vorstellen. Mal sehen, ob es noch eine dritte SoHo Shorts in meinen Kleiderschrank schafft.

Was ich dieses Mal anders gemacht habe ist, Gürtelschlaufen an den Bund zu nähen. Dies in der Anleitung ursprünglich nicht vorgesehen, es gibt aber einen tollen Pattern-Hack auf dem Blog von Oliver and S. Damit war es ganz leicht, dieses tolle Detail zu ergänzen. Ich finde, durch die Gürtelschlaufen wirkt das ganze Kleidungsstück viel professioneller und man sieht damit noch angezogener aus.

Ich freue mich schon darauf, diesen Herbst viele verschiedene Outfit-Kombinationen für das neue Teil in meiner Garderobe zu finden. Das York-Top, das sich gerade zugeschnitten auf meinem Nähtisch befindet und das hoffentlich dieses Wochenende fertig wird, kann ich mir jedenfalls schon super dazu vorstellen.

So – und jetzt gehe ich mal in den Beiträgen der anderen Mädels beim MeMadeMittwoch stöbern und tanke mich mit frischer Inspiration auf.

Alles Liebe – Wiebke

Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // August-Bericht und Link-Up

Unser shoppingfreies Jahr – August Bericht

Gab es Herausforderungen und/oder Versuchungen?

Ja und Nein. Sascha und ich waren ja in unserem Sommerurlaub drei Tage in Amsterdam. Und Amsterdam ist definitiv eine Shopping-Stadt. Es ist unfassbar, wie viele Menschen sich im Shopping-Rausch durch die Straßen in der Innenstadt schieben. Diese Menschenmassen haben mich tatsächlich richtig umgehauen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Amsterdam SO voll ist. Na ja – mein Herzallerliebster hatte jedenfalls auch Lust auf Shoppen und so haben auch wir uns ins Getümmel gestürzt und ein paar Läden durchforstet.

Und hier kommen wir zu dem Punkt der Versuchungen. Ja, natürlich war es verführerisch die neue Herbstmode fix und fertig auf den Kleiderständern zu sehen. Nur ein kurzer Gang zur Kasse wäre nötig, um neue Outfits mit nach Hause nehmen zu können ohne dass man sich kostbare Nähzeit freischaufeln muss.

Aber gleichzeitig gab es auch ein fettes, rotes “Nein“. Denn auf der anderen Seite war es absolut keine Versuchung. Die Geschäfte waren teilweise richtig abstoßend. Man konnte den Läden ansehen, dass sich Massen von irren Weibern im Rausch durch die Gänge gewühlt haben. Überall flogen Klamotten achtlos auf dem Boden herum. Es gab keinen einzigen ordentlich gefalteten T-Shirt Stapel mehr – nur noch Wühltische. Kurz: Es sah aus, als hätte ein Tornado gewütet. Und dazu dieser Geruch. Irgendwie ist mir das früher nicht so extrem aufgefallen. Aber die Klamotten riechen so fies nach Plastik und Chemie, dass man es teilweise schon vor den Geschäften auf der Straße riechen kann.

Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich. Denn es bestätigt mich in meiner Challenge noch einmal umso mehr.

Und trotzdem berichte ich – auch dieses mal wieder ohne schlechtes Gewissen – dass ich ein Teil gekauft habe. Aber nicht in einem von diesen katastrophengebiets-ähnlichen Fast-Fashion-Tempeln. Sondern in einem obercoolen Second Hand Laden am Waterlooplein. Ich liebe, liebe, liebe Second Hand Läden! Früher – also Ende der 90er – habe ich mit meinen Freundinnen die Kleiderstangen in unserem Düsseldorfer Second Hand Laden regelmäßig nach coolen Adidas Trainingsjacken und Schlaghosen abgesucht. Aber irgendwann hat der Laden dicht gemacht und es gab keine Alternative. Kommt nur mir das so vor, oder sind Second Hand Läden – also coole Second Hand Läden mit richtigen Vintage Klamotten – echt selten geworden? Naja, in Amsterdam gibt es jedenfalls einen.

Und Sascha und ich hatten einen mords Spaß dabei, die alten Schätze zu entdecken. Und bei einem dieser Vintage-Schätze konnte ich nicht widerstehen. Es ist ein schwerer, langer, schwarzer Samt-Blazer mit richtig spitzem Kragen. Ich bin ganz verliebt in diesen Blazer und freue mich schon total darauf, ihn im Herbst zu tragen!

Sind neue handgemachte Kleidungsstücke in den Schrank gewandert?

Ja! Ja! Ja! Endlich hatte ich – Urlaub sei Dank! – mal wieder ausgiebig Zeit zum Nähen. Das erste Teil, dass ich im August genäht habe, habe ich euch hier auch schon gezeigt. Es ist das Sointu Kimono Tee von Named Clothing.

Und dann habe ich noch meine SoHo Shorts von Liesl & Co. fertig genäht. Darüber bin ich aus mehreren Gründen super happy. Zum einen ist es das erste Teil, das ich von meinen Make Nine abhaken kann. Und zum anderen ist es ein super Kleidungsstück für den Herbst. Ich habe schon ein paar schöne Kombinationsmöglichkeiten im Kopf und freue mich darauf, bald Fotos für euch zu machen und euch das Teil hier zu präsentieren.

Welche neuen Erkenntnisse habe ich dazu gewonnen?

Die Erkenntnisse, die ich diesen Monat hatte, stammen aus einem Gespräch, das ich mit anhören durfte. Und zwar aus dem Interview, das Elke in ihrem Podcast “Näh deinen Stil” mit Sindy von Mein gewisses Etwas geführt hat.

Sindy ist für mich ein großes Vorbild was die Themen Capsule Wardrobe, Stilfindung und minimalistischer Kleiderschrank angeht. Ich finde es einfach großartig, wie perfekt ihre selbstgenähten Kleidungsstücke zu ihr und auch zueinander passen.

In dem Interview hat Sindy sehr ausführlich davon berichtet, dass der Weg hin zu diesem gut ausgearbeiteten Stil und zu ihrer aktuellen Garderobe ein sehr langer und teilweise auch harter war. Denn auch sie hat über einen langen Zeitraum mit der Herausforderung gelebt, mit einem relativ leeren Kleiderschrank auskommen zu müssen. Auch sie hatte ihren Kleiderschrank mit dem Ziel der Stilfindung rigoros ausgemistet, beschlossen nichts mehr zu kaufen und  dann nur wenig Zeit zum Nähen.

Es hat mir so viel Mut gemacht, zu hören, dass es sich für Sindy total ausgezahlt hat, diese Situation einfach auszuhalten, sich nicht beirren zu lassen und Schritt für Schritt auf dem Weg weiter zu gehen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat es bei ihr fast 4 Jahre gedauert, bis sie an dem Punkt war, an dem sie jetzt mit ihrer handgemachten Garderobe steht. Das finde ich so toll und so ein lohnenswertes Ziel… aus diesem Interview habe ich wirklich viel Motivation mitgenommen.

Meine Erkenntnis lautet: Wenn man dran bleibt und sich nicht vor dem langen Weg scheut, ist die handgemachte Capsule Wardrobe wirklich möglich! Danke dafür, Sindy!

Wie sind die Nähpläne für den kommenden Monat?

Ich habe die nächsten Teile meiner Make Nine Challenge im Visier. Aktuell bin ich auf der Suche nach dem perfekten Stoff für meinen Zinnia Rock und meinen Toaster Sweater. Stoffmuster sind auf dem Weg zu mir und ich hoffe, dass ich mit diesen Projekten weiter komme.

Für ein York Top habe ich schon Stoff zu Hause. Dieses Teil möchte ich im September gerne fertig bekommen.

 

Das war mein shoppingfreier August  – wie ist es euch ergangen? Ich wünsche euch auf jeden Fall einen schönen Start in die kühlere Jahreszeit und Motivation und Ideenreichtum für eure Herbst-Garderobe!

Alles Liebe – Wiebke

 


Und jetzt seid ihr dran – ich lasse das Link-Up das ganze Jahr über offen, damit ihr eure August-Berichte auch noch nachtragen könnt, wenn ihr es nicht rechtzeitig geschafft habt.

Wenn ihr erst jetzt von der Aktion erfahren habt, aber gerne noch einsteigen möchtet, dann seid ihr natürlich herzlich Willkommen! Hier im Ursprungspost zu “Unser shoppingfreies Jahr” könnt ihr noch einmal alles zu der Aktion nachlesen.

(Denkt daran, diesen Beitrag in eurem Post zu verlinken – sonst könnt ihr euch nicht in das Link-Up eintragen.)
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Handgemachte Kleidung

MeMade in Amsterdam // Ein Sointu Kimono Shirt aus Blusen-Denim

Unseren Sommerurlaub haben Sascha und ich dieses Jahr größtenteils zu Hause verbracht. Tatsächlich sitze ich gerade – an unserem letzten offiziellen Urlaubstag – im Schlafanzug auf dem Wohnzimmerteppich. Eigentlich hatte ich so gar keine Lust mich vor mein Notebook zu setzen – ab nächster Woche sitze ich eh wieder den Großteil meiner Tage vor dem Bildschirm. Aber ich habe mich dann doch durchgerungen. Denn ich habe endlich, endlich mal wieder etwas Genähtes zu zeigen. Und dann auch noch vor der wunderbaren Kulisse Amsterdams. Denn nur zu Hause waren wir dann doch nicht. Drei Tage lang sind wir durch die bunten, lauten und unglaublich vollgestopften Straßen und Gassen Amsterdams gelaufen.

Wir haben auf dem Trödelmarkt am Waterlooplein gestöbert, viel zu viele Pommes gegessen, verrückte Klamotten in Second Hand Läden anprobiert, bei einer Grachten-Rundfahrt etwas über die Geschichte der Niederländischen Hauptstadt gelernt, uns das nächtliche Treiben auf den Walletjes angesehen und unser Frühstück im viktorianischen Wintergarten des Grandhotel Krasnapolsky genossen.

Und selbstveständlich waren wir auch bei Stephen & Penelope – dem Wollparadies von Stephen West a.k.a Westknits. Aber davon berichte ich später noch einmal.

Und glücklicherweise konnte ich Sascha dazu überreden, ein paar Fotos von mir in meinem neuen Sointu Kimono Tee zu machen.

Schnitt: Sointu Kimono Tee von Named Clothing

Stoff: Blusen Denim aus dem Mönchengladbacher Stoff-Outlet

Dieses Shirt lag – zusammen mit einer SoHo Shorts – fertig zugeschnitten und schon mit aufgebügeltem Vlies seit MINDESTENS drei Monaten (ich könnte nachgucken, seit wann ich hier davon schreibe, aber es ist mir gerade zu peinlich) auf meinem Nähtisch und hat sehr geduldig darauf gewartet, dass ich mal wieder Zeit für einen Nähtag habe. Und jetzt war es endlich soweit. Den ersten Urlaubstag habe ich direkt genutzt und mich mit Musik und Proviant in meinem Nähzimmer veschanzt. Ausser um das Badezimmer aufzusuchen bin ich auch nicht eher wieder herausgekommen, als bis das Shirt fertig war.

Dieses ist mein zweites Sointu Shirt. Das erste habe ich letztes Jahr aus Jersey genäht -so wie es auch in der Anleitung empfohlen wird. Das Shirt trage ich wirklich sehr gerne und häufig. Darum sollte noch ein weiteres in meinen Schrank wandern – dieses mal allerdings nicht aus dehnbarem Jersey, sondern aus Webware. Genauer gesagt, aus dünnem Blusen-Denim.

Da ich den Schnitt des Shirts ja schon kannte und daher wusste, wie viel Extraweite enthalten ist, habe ich mir nicht allzu viel Sorgen gemacht und den Schnitt ohne Anpassungen genau so wie letztes Jahr noch einmal genäht. Und es hat super geklappt. Das Shirt passt und sitzt und ich mag es genau so gerne wie seinen Vorgänger. Ich finde, durch den etwas festeren Stoff kommt die Kimono-Form sogar noch etwas besser zur Geltung.

 

Das Arbeiten mit dem Denim hat mich direkt zu einer weiteren Version inspiriert, denn ich frage mich jetzt die ganze Zeit, ob das Shirt in dunklem Leinen – Schwarz oder Dunkelblau – nicht auch toll aussehen würde… Ich glaube, das ruft nach einer dritten Version.

So – und jetzt geniesse ich noch die letzten Urlaubsmomente und werde mich meinem ursprünglichen Frühlingsjäckchen widmen, damit es noch ein Herbstjäckchen werden kann. Und dieser Beitrag wandert zu den Dienstagsdingen und zum creadienstag.

Alles Liebe von Wiebke