Shoppingfreies Jahr 2018

Was ich aus meinem shoppingfreien Jahr gelernt habe. Meine 7 wichtigsten Take-Aways.

Auf diesem Blogpost habe ich mich schon das ganze Jahr 2018 über gefreut: Darüber zu reflektieren, was ich durch das Shopping-Fasten gelernt habe und diese Erkenntnisse dann hier festzuhalten. Ich habe mir schon im Januar 2018 zu Beginn der Aktion vorgestellt, dass ich mich voller Inspiration und vielleicht auch etwas weiser an meinen Computer setze und motiviert einen tollen Blogpost schreibe.

Nun ja… dieser Zeitpunkt, an den ich so oft gedacht habe, ist jetzt gekommen: Das shoppingfreie Jahr ist vorbei. Challenge bestanden. Das neue Jahr ist sogar schon zwei Wochen alt. Leider hat die Muse für diesen Blogpost etwas auf sich warten lassen. Aber jetzt ist es endlich soweit und ich starte das Blog-Jahr 2019 mit meinen 7 wichtigsten Erkenntnissen aus dem shoppingfreien Jahr 2018.

Natürlich sind meine Erkenntnisse sehr subjektiv. Ich hoffe trotzdem, dass die ein oder andere von euch vielleicht trotzdem etwas daraus mitnehmen kann und vielleicht sogar ihre eigene Fasten-Challenge startet.

Hier kommen sie also:

Meine 7 wichtigsten Take-Aways aus dem shoppingfreien Jahr 2018.

1.

Was ich vor dem shoppingfreien Jahr noch nicht über mich wusste: Ich finde uni-farbene Kleidungsstücke toll und kleide mich gerne monochrom. Insbesondere schlägt mein Herz für All-Black oder All-White Outfits. Gerne auch in unterschiedlichen Schattierungen. Ich finde, so kommen raffinierte Schnitte wunderbar zur Geltung und man kann toll mit Accessoires spielen. Diese Erkenntnis war für mich neu. Denn eigentlich greife ich in Shopping-Situationen im Zweifelsfall IMMER zu einer bunten Variante des Kleidungsstücks oder des Stoffs, wenn ich die Wahl habe. Bunt erscheint mir interessanter und spaßiger. Vor allem beim Nähen oder Stricken – ich finde Handarbeit macht mit bunten Materialien mehr Spaß. Ich habe tatsächlich bisher noch nie auch nur ein einziges uni schwarzes oder uni weißes Kleidungsstück genäht. Aber jetzt – nachdem ich diese Erkenntnis hatte- habe ich mir für 2019 fest vorgenommen, dies zu ändern.

Mein Take-Away für 2019: Mehr uni nähen!

2.

Ich möchte mich für meine Nähplanung weniger von Schnitten inspirieren lassen, sondern mehr von Lücken in meinem Kleiderschrank. Diese zu entdecken war eines der wichtigsten Take-Aways des shoppingfreien Jahres für mich.

Denn echte Kleiderschrank-Lücken entdeckt man nur mit Zeit und indem man den Kleiderschrank nicht zwischendurch vollstopft. Lücken, die einen wirklichen Bedarf darstellen, zeigen sich erst, wenn man eine ganze Zeit mit einer bestehenden Garderobe lebt und sich mit ihr auch auseinandersetzt.

Mein Take-Away für 2019: Mehr Basic-Oberteile (aus Webware) nähen!

3.

Wenn ich in 2018 eine Sache gelernt habe, dann diese: Stilfindung ist ein Prozess und bedeutet Arbeit. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mir die Zeit genommen habe, mir mit Hilfe des Buches „Das Kleiderschrank-Projekt“ über meine Vorstellung einer idealen Garderobe klarer zu werden.

Das Buch begleitet mich jetzt schon über drei Monate und wann immer ich etwas Zeit habe, nehme ich mir die nächste Lektion vor. Auch wenn ich das Buch selber noch nicht bis zum Ende durchgearbeitet habe, kann ich es bereits jetzt empfehlen. Ohne “Das Kleiderschrank-Projekt” hätte ich mich nie so intensiv damit auseinandergesetzt, was ein Kleidungsstück braucht, um mir sowohl zu gefallen als auch gut zu stehen. Und diese Erkenntnisse sind Gold für meine Nähplanung.

Mein Take-Away für 2019: „Das Kleiderschrank-Projekt“ weiter durcharbeiten und auf dieser Basis meine Näh- und Strickprojekte planen.

4.

Eine kleine, aber für mich wichtige Erkenntnis: Ich liebe Kleider. Eigentlich wusste ich das. Vor 5 Jahren habe ich noch total viele Kleider besessen und diese auch häufig getragen. Aber irgendwie ist mir das in der Hektik des Alltags abhandengekommen. Immer häufiger habe ich aus Bequemlichkeit zu Jeans + T-Shirt gegriffen, so dass meine Kleider verstaubt sind und ich einen Großteil irgendwann ausgemistet habe. Durch mein Shopping-Fasten war ich aber gezwungen, auch mal die Kleidungsstücke anzuziehen, um die ich sonst einen Bogen mache. So habe ich glücklicherweise meine Liebe zu Kleidern wiederentdeckt und wünsche mir wieder mehr davon in meinem Kleiderschrank. Aber keine extravaganten Einzelstücke, sondern gut kombinierbare Basic-Kleider, die alltagstauglich sind.

Mein Take-Away für 2019: Mehr Basic-Kleider nähen!

5.

Die grundlegendste Erkenntnis von allen: Ich habe genug anzuziehen! Aufgrund meiner Yogalehrer-Ausbildung hatte ich das erste halbe Jahr 2018 überhaupt keine Zeit zum Nähen. Das erste genähte Kleidungsstück ist tatsächlich erst Ende Mai in meinen Kleiderschrank gewandert. Und trotzdem musste ich an keinem einzigen Tag nackt zur Arbeit gehen. Als diese Erkenntnis einmal so richtig in mein Bewusstsein eingesickert ist, hat sich bei mir eine totale Entspannung eingestellt.

Auf einmal wusste ich: Dieses shoppingfreie Jahr ist erst der Anfang. Du musst dich nicht beeilen und auch nichts beschleunigen. Es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Und das ist auch gut so: Je mehr Zeit zu dir lässt, desto klarer wird dein Bild von dem was du wirklich möchtest.

Mein Take-Away für 2019: Bloß kein (Näh-)Stress!

6.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Fragen einige von euch interessieren: War es schlimm, ein Jahr nicht zu shoppen? Hattest du Entzugserscheinungen? Darauf kann ich sehr klar antworten: NEIN. Es ist mir absolut überhaupt nicht schwer gefallen. Shopping-Fasten tut nicht weh. Im Gegenteil: Je länger ich gefastet habe, desto besser habe ich mich gefühlt. Es war wie ein Befreiungsschlag.

Mir sind zwei Dinge klar geworden.
Zum einen, dass ich eigentlich kein einziges neues Kleidungsstück benötige, weil ich genug zum Anziehen habe.
Und zum anderen, dass ich durch die shoppingfreie Zeit das Tor sehr weit geöffnet habe,
um echte Inspiration aufzunehmen und zu erfahren.

Ich fühle mich so oft von Werbung oder Schaufensterpuppen in dem beeinflusst was mir gefällt. Und jetzt habe ich das Gefühl, meinem ureigenen Geschmack wieder ein ganzes Stück näher gekommen zu sein. Mit dieser Einstellung ist es eigentlich gar kein Verzicht für mich, sondern eher eine Wellness-Kur. Und darum geht es auch in 2019 genau so weiter. Ich bin glücklicherweise nämlich noch nicht angekommen.

Mein Take-Away für 2019: Shopping-Fasten ist Wellness, darum wird weitergemacht!

7.

Auch die Perfektionistin in mir hat etwas gelernt: Ausrutscher passieren und sind in Ordnung. Auch mit 98% ist ein Projekt erfolgreich und gelungen. Denn wie ihr vielleicht in meinen Monatsberichten gelesen habt – zu 100% enthaltsam war ich nicht. Ich habe sowohl bei unserem Trip nach Amsterdam als auch in unserem Dänemark Urlaub etwas gekauft. In Amsterdam war es Second Hand. In Dänemark nicht. Habe ich mich deswegen fertig gemacht? Habe ich meine Challenge deswegen für gescheitert erklärt? NEIN! Denn ich mache ja trotzdem weiter!

Wenn ich an 363 von 365 Tagen eines Jahres keine Kleidung gekauft habe, dann ist es immer noch ein richtig, richtig erfolgreiches shoppingfreies Jahr gewesen, auf das ich zu Recht stolz sein kann.

Und genau so solltet ihr es für eure Vorsätze und Challenges auch sehen. Seid freundlich zu euch selbst!

Mein Take-Away für 2019: Shoot for progress, not perfection! (Elise Blaha Cripe)

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderbares, kreatives und vielleicht sogar shoppingfreies Jahr 2019!

Alles Liebe – Wiebke

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