Shoppingfreies Jahr 2018

Unser shoppingfreies Jahr // August-Bericht und Link-Up

Unser shoppingfreies Jahr – August Bericht

Gab es Herausforderungen und/oder Versuchungen?

Ja und Nein. Sascha und ich waren ja in unserem Sommerurlaub drei Tage in Amsterdam. Und Amsterdam ist definitiv eine Shopping-Stadt. Es ist unfassbar, wie viele Menschen sich im Shopping-Rausch durch die Straßen in der Innenstadt schieben. Diese Menschenmassen haben mich tatsächlich richtig umgehauen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Amsterdam SO voll ist. Na ja – mein Herzallerliebster hatte jedenfalls auch Lust auf Shoppen und so haben auch wir uns ins Getümmel gestürzt und ein paar Läden durchforstet.

Und hier kommen wir zu dem Punkt der Versuchungen. Ja, natürlich war es verführerisch die neue Herbstmode fix und fertig auf den Kleiderständern zu sehen. Nur ein kurzer Gang zur Kasse wäre nötig, um neue Outfits mit nach Hause nehmen zu können ohne dass man sich kostbare Nähzeit freischaufeln muss.

Aber gleichzeitig gab es auch ein fettes, rotes “Nein“. Denn auf der anderen Seite war es absolut keine Versuchung. Die Geschäfte waren teilweise richtig abstoßend. Man konnte den Läden ansehen, dass sich Massen von irren Weibern im Rausch durch die Gänge gewühlt haben. Überall flogen Klamotten achtlos auf dem Boden herum. Es gab keinen einzigen ordentlich gefalteten T-Shirt Stapel mehr – nur noch Wühltische. Kurz: Es sah aus, als hätte ein Tornado gewütet. Und dazu dieser Geruch. Irgendwie ist mir das früher nicht so extrem aufgefallen. Aber die Klamotten riechen so fies nach Plastik und Chemie, dass man es teilweise schon vor den Geschäften auf der Straße riechen kann.

Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich. Denn es bestätigt mich in meiner Challenge noch einmal umso mehr.

Und trotzdem berichte ich – auch dieses mal wieder ohne schlechtes Gewissen – dass ich ein Teil gekauft habe. Aber nicht in einem von diesen katastrophengebiets-ähnlichen Fast-Fashion-Tempeln. Sondern in einem obercoolen Second Hand Laden am Waterlooplein. Ich liebe, liebe, liebe Second Hand Läden! Früher – also Ende der 90er – habe ich mit meinen Freundinnen die Kleiderstangen in unserem Düsseldorfer Second Hand Laden regelmäßig nach coolen Adidas Trainingsjacken und Schlaghosen abgesucht. Aber irgendwann hat der Laden dicht gemacht und es gab keine Alternative. Kommt nur mir das so vor, oder sind Second Hand Läden – also coole Second Hand Läden mit richtigen Vintage Klamotten – echt selten geworden? Naja, in Amsterdam gibt es jedenfalls einen.

Und Sascha und ich hatten einen mords Spaß dabei, die alten Schätze zu entdecken. Und bei einem dieser Vintage-Schätze konnte ich nicht widerstehen. Es ist ein schwerer, langer, schwarzer Samt-Blazer mit richtig spitzem Kragen. Ich bin ganz verliebt in diesen Blazer und freue mich schon total darauf, ihn im Herbst zu tragen!

Sind neue handgemachte Kleidungsstücke in den Schrank gewandert?

Ja! Ja! Ja! Endlich hatte ich – Urlaub sei Dank! – mal wieder ausgiebig Zeit zum Nähen. Das erste Teil, dass ich im August genäht habe, habe ich euch hier auch schon gezeigt. Es ist das Sointu Kimono Tee von Named Clothing.

Und dann habe ich noch meine SoHo Shorts von Liesl & Co. fertig genäht. Darüber bin ich aus mehreren Gründen super happy. Zum einen ist es das erste Teil, das ich von meinen Make Nine abhaken kann. Und zum anderen ist es ein super Kleidungsstück für den Herbst. Ich habe schon ein paar schöne Kombinationsmöglichkeiten im Kopf und freue mich darauf, bald Fotos für euch zu machen und euch das Teil hier zu präsentieren.

Welche neuen Erkenntnisse habe ich dazu gewonnen?

Die Erkenntnisse, die ich diesen Monat hatte, stammen aus einem Gespräch, das ich mit anhören durfte. Und zwar aus dem Interview, das Elke in ihrem Podcast “Näh deinen Stil” mit Sindy von Mein gewisses Etwas geführt hat.

Sindy ist für mich ein großes Vorbild was die Themen Capsule Wardrobe, Stilfindung und minimalistischer Kleiderschrank angeht. Ich finde es einfach großartig, wie perfekt ihre selbstgenähten Kleidungsstücke zu ihr und auch zueinander passen.

In dem Interview hat Sindy sehr ausführlich davon berichtet, dass der Weg hin zu diesem gut ausgearbeiteten Stil und zu ihrer aktuellen Garderobe ein sehr langer und teilweise auch harter war. Denn auch sie hat über einen langen Zeitraum mit der Herausforderung gelebt, mit einem relativ leeren Kleiderschrank auskommen zu müssen. Auch sie hatte ihren Kleiderschrank mit dem Ziel der Stilfindung rigoros ausgemistet, beschlossen nichts mehr zu kaufen und  dann nur wenig Zeit zum Nähen.

Es hat mir so viel Mut gemacht, zu hören, dass es sich für Sindy total ausgezahlt hat, diese Situation einfach auszuhalten, sich nicht beirren zu lassen und Schritt für Schritt auf dem Weg weiter zu gehen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat es bei ihr fast 4 Jahre gedauert, bis sie an dem Punkt war, an dem sie jetzt mit ihrer handgemachten Garderobe steht. Das finde ich so toll und so ein lohnenswertes Ziel… aus diesem Interview habe ich wirklich viel Motivation mitgenommen.

Meine Erkenntnis lautet: Wenn man dran bleibt und sich nicht vor dem langen Weg scheut, ist die handgemachte Capsule Wardrobe wirklich möglich! Danke dafür, Sindy!

Wie sind die Nähpläne für den kommenden Monat?

Ich habe die nächsten Teile meiner Make Nine Challenge im Visier. Aktuell bin ich auf der Suche nach dem perfekten Stoff für meinen Zinnia Rock und meinen Toaster Sweater. Stoffmuster sind auf dem Weg zu mir und ich hoffe, dass ich mit diesen Projekten weiter komme.

Für ein York Top habe ich schon Stoff zu Hause. Dieses Teil möchte ich im September gerne fertig bekommen.

 

Das war mein shoppingfreier August  – wie ist es euch ergangen? Ich wünsche euch auf jeden Fall einen schönen Start in die kühlere Jahreszeit und Motivation und Ideenreichtum für eure Herbst-Garderobe!

Alles Liebe – Wiebke

 


Und jetzt seid ihr dran – ich lasse das Link-Up das ganze Jahr über offen, damit ihr eure August-Berichte auch noch nachtragen könnt, wenn ihr es nicht rechtzeitig geschafft habt.

Wenn ihr erst jetzt von der Aktion erfahren habt, aber gerne noch einsteigen möchtet, dann seid ihr natürlich herzlich Willkommen! Hier im Ursprungspost zu “Unser shoppingfreies Jahr” könnt ihr noch einmal alles zu der Aktion nachlesen.

(Denkt daran, diesen Beitrag in eurem Post zu verlinken – sonst könnt ihr euch nicht in das Link-Up eintragen.)
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Handgemachte Kleidung

MeMade in Amsterdam // Ein Sointu Kimono Shirt aus Blusen-Denim

Unseren Sommerurlaub haben Sascha und ich dieses Jahr größtenteils zu Hause verbracht. Tatsächlich sitze ich gerade – an unserem letzten offiziellen Urlaubstag – im Schlafanzug auf dem Wohnzimmerteppich. Eigentlich hatte ich so gar keine Lust mich vor mein Notebook zu setzen – ab nächster Woche sitze ich eh wieder den Großteil meiner Tage vor dem Bildschirm. Aber ich habe mich dann doch durchgerungen. Denn ich habe endlich, endlich mal wieder etwas Genähtes zu zeigen. Und dann auch noch vor der wunderbaren Kulisse Amsterdams. Denn nur zu Hause waren wir dann doch nicht. Drei Tage lang sind wir durch die bunten, lauten und unglaublich vollgestopften Straßen und Gassen Amsterdams gelaufen.

Wir haben auf dem Trödelmarkt am Waterlooplein gestöbert, viel zu viele Pommes gegessen, verrückte Klamotten in Second Hand Läden anprobiert, bei einer Grachten-Rundfahrt etwas über die Geschichte der Niederländischen Hauptstadt gelernt, uns das nächtliche Treiben auf den Walletjes angesehen und unser Frühstück im viktorianischen Wintergarten des Grandhotel Krasnapolsky genossen.

Und selbstveständlich waren wir auch bei Stephen & Penelope – dem Wollparadies von Stephen West a.k.a Westknits. Aber davon berichte ich später noch einmal.

Und glücklicherweise konnte ich Sascha dazu überreden, ein paar Fotos von mir in meinem neuen Sointu Kimono Tee zu machen.

Schnitt: Sointu Kimono Tee von Named Clothing

Stoff: Blusen Denim aus dem Mönchengladbacher Stoff-Outlet

Dieses Shirt lag – zusammen mit einer SoHo Shorts – fertig zugeschnitten und schon mit aufgebügeltem Vlies seit MINDESTENS drei Monaten (ich könnte nachgucken, seit wann ich hier davon schreibe, aber es ist mir gerade zu peinlich) auf meinem Nähtisch und hat sehr geduldig darauf gewartet, dass ich mal wieder Zeit für einen Nähtag habe. Und jetzt war es endlich soweit. Den ersten Urlaubstag habe ich direkt genutzt und mich mit Musik und Proviant in meinem Nähzimmer veschanzt. Ausser um das Badezimmer aufzusuchen bin ich auch nicht eher wieder herausgekommen, als bis das Shirt fertig war.

Dieses ist mein zweites Sointu Shirt. Das erste habe ich letztes Jahr aus Jersey genäht -so wie es auch in der Anleitung empfohlen wird. Das Shirt trage ich wirklich sehr gerne und häufig. Darum sollte noch ein weiteres in meinen Schrank wandern – dieses mal allerdings nicht aus dehnbarem Jersey, sondern aus Webware. Genauer gesagt, aus dünnem Blusen-Denim.

Da ich den Schnitt des Shirts ja schon kannte und daher wusste, wie viel Extraweite enthalten ist, habe ich mir nicht allzu viel Sorgen gemacht und den Schnitt ohne Anpassungen genau so wie letztes Jahr noch einmal genäht. Und es hat super geklappt. Das Shirt passt und sitzt und ich mag es genau so gerne wie seinen Vorgänger. Ich finde, durch den etwas festeren Stoff kommt die Kimono-Form sogar noch etwas besser zur Geltung.

 

Das Arbeiten mit dem Denim hat mich direkt zu einer weiteren Version inspiriert, denn ich frage mich jetzt die ganze Zeit, ob das Shirt in dunklem Leinen – Schwarz oder Dunkelblau – nicht auch toll aussehen würde… Ich glaube, das ruft nach einer dritten Version.

So – und jetzt geniesse ich noch die letzten Urlaubsmomente und werde mich meinem ursprünglichen Frühlingsjäckchen widmen, damit es noch ein Herbstjäckchen werden kann. Und dieser Beitrag wandert zu den Dienstagsdingen und zum creadienstag.

Alles Liebe von Wiebke

Handgemachte Kleidung, Stricken

Auf den Nadeln im August

Ich freue mich total, einen neuen Meilenstein bei meinem Frühlingsjäckchen, dem Caramel Cardigan von Isabell Krämer, erreicht zu haben. Ich habe es nämlich endlich so weit geschafft, dass ich den Körper abketten konnte. Juhuu!

Mir ist absolut klar, dass ich eine echte Strickschnecke bin – allein der Name “Frühlingsjäckchen” spricht ja schon Bände. Angefangen habe ich mit dieser kuscheligen Strickjacke nämlich im Rahmen des Frühlingsjäckchen Knit-Alongs. Das war Ende Februar. Jap – so lange habe ich bis hierhin gebraucht. Und damit bin ich absolut im Reinen, denn ausser an dieser Jacke zu stricken und meinem Vollzeit-Job nachzugehen, habe ich in der Zeit noch eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin absolviert. Bäm! Und da war echt nicht mehr viel Zeit übrig. An Nähen war nicht zu denken. Aber ein paar Reihen stricken am Abend – das ging eigentlich immer.

So hatte ich das Gefühl, wenigstens ein bisschen was mit meinen Händen zu machen und gleichzeitig hat es mir total geholfen, meine Gedanken beisammen zu halten und in dem ganzen Trubel nicht durchzudrehen.

Da ich jetzt mit der Ausbildung fertig bin, möchte ich es mit dem Jäckchen auch werden. Damit es wenigstens als Herbstjäckchen dienen kann. Und da kam mir unser Urlaub natürlich sehr gelegen. Ich habe ein paar sehr genüssliche Netflix-Stricktage auf der Couch verbracht und konnte so gestern den Hauptteil abschliessen.

Heute werde ich mit den Ärmel Nummer 1 starten. Ich habe vom Düsseldorfer Wollfestival ausser wunderschöner Wolle auch ein addi CraSyTrio mitgebracht. Damit werde ich es versuchen. Bin mal gespannt, wie gut ich damit zurecht komme.

Neben dem Jäckchen habe ich in den letzten Wochen zwei Edda Einkaufsnetze gehäkelt. Diese Netze – ob in der gestrickten oder in der gehäkelten Variante – sind in der Strickszene ja gerade der absolute Renner. Und ich kann sehr gut verstehen warum.

Es tut einfach so gut, zwischendurch mal ein einfaches, schnelles Projekt einzuschieben, mit dem man in wenigen Tagen fertig werden kann. Ein schnelles Erfolgserlebnis für Zwischendurch. Und dann auch noch so stylisch und praktisch.

Ich möchte Eddas in allen Farben für mich selber und ich habe das Bedürfnis, Eddas an alle möglichen Menschen zu verschenken. Die bunte Edda habe ich an meine beste Freundin verschenkt. Die schwarze an meine liebe Mama. Als nächstes bekommt Sascha eine Edda in Petrol und Wolle für eine Natur-farbene liegt hier auch schon bereit. Also wie ihr lest -der Edda-Virus hat mich auch infiziert!

So – das war mein aktueller Woll-Bericht. Damit wandere ich jetzt in Marisas Link-Sammlung und schaue mal, was die anderen so “Auf den Nadeln” haben.

Alles Liebe – Wiebke