Shoppingfreies Jahr 2018, Tipps & Tools

Unser shoppingfreies Jahr // Tipps & Tools: Kleidung reparieren

Jetzt, wo ich mir vorgenommen habe ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, gehe ich mit den – auf einmal viel viel wertvoller gewordenen – Kleidungsstücken in meinem Schrank wesentlich liebevoller um als vorher.
Das hört sich vielleicht beim ersten Lesen etwas befremdlich an – ich kann verstehen, wenn ihr jetzt eure Augenbrauen hochgezogen habt. Aber lasst es mich erklären.

Zuerst einmal muss ich ohne Umschweife gestehen, dass ich bisher ein Mensch war, der seinem Kleiderschrank-Inhalt keine große Liebe in Form von Pflege entgegengebracht hat.
Ich hasse Wäsche machen.
Das niemals enden wollende Waschen, Falten und Einsortieren ist meine absolute Straf-Aufgabe.

Und von Bügeln sprechen wir hier mal gar nicht, denn das mache ich wirklich nur beim Nähen oder in absoluten Ausnahmefällen. Sonst nicht. Und wenn ich in einem T-Shirt ein kleines Lock entdeckt habe oder es zu ausgeblichen war, dann habe ich es weggeworfen ohne mit der Wimper zu zucken.

Sascha ist da anders – er findet, dass man Kleidung Wertschätzung entgegenbringen muss, indem man sie gut pflegt, sorgfältig faltet und in einen ordentlichen Kleiderschrank einräumt. Allein ihm habe ich es zu verdanken, dass meine Schrankhälfte jetzt seit zwei Jahren aufgeräumt ist. Er hat sich damals die Mühe gemacht, mit mir gemeinsam einmal ALLES auszuräumen, zu sortieren und wieder neu einzuräumen. Und ich habe es tatsächlich geschafft, die Ordnung beizubehalten. Das war der erste Schritt.

Seitdem ich vor einem Jahr angefangen habe, Kleidung selber zu nähen, hat sich an meiner bisherigen Einstellung schon eine ganze Menge geändert.

Um meine handgemachten Stücke kümmere ich mich wie um Haustiere. Ich lege sie zum Waschen vorsichtig in Wäschenetze und achte mit Argusaugen darauf, dass sie nicht im Trockner landen. Ich bügele sie und lege sie sorgfältig in meinen Schrank.

Und jetzt, wo ich weiß, dass ich auch meine Kauf-Kleidung nicht einfach so austauschen kann, betrachte ich auch diese Stücke mit einem anderen Blick.
Ein alter Chef von mir hatte einen Standard-Spruch, den er gerne und oft kundgetan hat. Er sagte immer: “Knappheit schafft Begehrlichkeit”. An diesen Spruch muss ich in letzter Zeit wieder öfter denken, denn es stimmt. Und das meinte ich mit meinem ersten Satz: Meine Kleidung ist auf einmal wertvoller geworden – sie ist mir mehr ans Herz gewachsen und kein Wegwerf-Artikel mehr.

Und wenn man T-Shirts oder Hosen mit Löchern nicht einfach so wegwerfen kann, weil es die einzigen ihrer Art im Kleiderschrank sind, dann kommt man unweigerlich zu dem Punkt, an dem man über das Reparieren von Kleidung nachdenken muss.

Ich habe im letzten Jahr schon zwei T-Shirts von Sascha geflickt, weil er mich darum gebeten hat (wie gesagt, er ist bisher wesentlich netter zu seiner Kleidung gewesen als ich), daher weiß ich, dass meine Maschine super gut flicken kann. Denn von den Ergebnissen war ich richtig begeistert. Außerdem hat es sich gut angefühlt, etwas zu reparieren. Nachhaltig und liebe- bzw. respektvoll.

Und jetzt sind also zum ersten mal meine eigenen Klamotten dran.

Genauer gesagt zwei Yogahosen. Die brauche ich nämlich in den nächsten Monaten sehr dringend. Außerdem hat Sascha mir auch schon wieder drei Kleidungsstücke zum Flicken herausgelegt. Ein ausgerissener Jeansknopf, eine Manteltasche und ein anzunähender Knopf. Ich habe also einen richtigen Reparier-Stapel, den ich in den nächsten Tagen abarbeiten werde. Hier ein paar Beispiel-Löcher aus meinem Stapel. Es ist sogar ein Memade Teil dabei – mein orange-gestreifter Sloane Sweater.

Wie sieht es in eurem Kleiderschrank aus?
Könnten ein paar eurer Stücke auch etwas Zuwendung gebrauchen?
Wie steht ihr zum Thema Flicken und Reparieren?

Für alle, die sich dem Thema in der kommenden Zeit auch nähern wollen, habe ich einige Anleitungen aus dem Netz zusammengesucht.

6 hilfreiche Techniken, mit denen ihr fast all eure Kleidungsstücke reparieren könnt.

  1. Die perfekte Anleitung, um richtig professionell Knöpfe anzunähen findet ihr hier.
  2. Löcher in Jeanshosen flicken #1 – Knie oder Oberschenkel
  3. Löcher in Jeanshosen flicken #2 – Schritt 
  4. – 6. In diesem Video werden gleich drei verschiedene Techniken zum Flicken von Löchern mit der Nähmaschine erklärt.

 

PS:
Bei der Recherche bin ich auf den Blog Widerstand ist zweckmäßig gestoßen – Maria engagiert sich sehr für das Thema Nachhaltigkeit und veranstaltet eine Linkparty mit dem Motto “Fix it – Reparieren ist nachhaltig.” Ich finde ihren Blog auf vielen Ebenen sehr inspirierend, darum an dieser Stelle den Lesetipp für euch.

Alles Liebe – Wiebke

Zum Weiterlesen

4 Gedanken zu „Unser shoppingfreies Jahr // Tipps & Tools: Kleidung reparieren“

  1. Hallo Wiebke!

    Ich freue mich sehr darüber, dass Dir mein Blog gefällt und Du einige Tipps finden konntest, die Dir weiter geholfen haben. Sogar über das Problem mit den ausgerissenen Knöpfen an der Hose habe ich mal geschrieben

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/09/01/fix-it-reparieren-ist-nachhaltig-6/

    Deinen Beitrag habe ich auch gleich zu meiner Linkparty verlinkt. Du sprichst einen mir sehr wichtigen Punkt an. Es geht nämlich in Wirklichkeit vor allem um die Wertschätzung der Kleidung. Die ist vielen Menschen aufgrund der Dumpingpreise abhanden gekommen. Wenn man seine Kleidung wertschätzt, geht man anders damit um, pflegt sie und repariert sie, damit sie lange leben kann.

    Ich freue mich sehr, dass Du das Thema aufgreifst! Danke fürs Verlinken!

    lg
    Maria

    1. Hallo Maria,
      ach super – vielen Dank, dass du meinen Beitrag auch bei dir verlinkt hast. Das finde ich super 🙂
      Und danke auch für deinen Link zu dem Knopf-Reparatur Beitrag. Das hilft mir sehr!
      Ich bin wirklich froh, dass ich deinen tollen Blog entdeckt habe – mach bitte weiter so!
      Liebe Grüße von Wiebke

  2. Ein sehr schöner Artikel, liebe Wiebke! Ich gehe mit meinen selbstgenähten Sachen auch viel pfleglicher um. Ein Waschnetz habe ich aber bisher nicht – kann man das nicht auch Selbermachen und hast du eine Anleitung dafür?
    Viele liebe Grüße aus HH
    Ute

    1. Huhu liebe Ute,
      es freut mich, dass dir der Artikel gefällt!
      Also ich habe die Wäschenetze irgendwann einmal bei Tchibo gekauft, also sind meine nicht selber gemacht. Ich ich bin sicher, dass man die auf jeden Fall selber machen kann! Wenn man einen etwas durchlässigeren/gitterartigen Stoff findet, braucht man doch nur noch einen Reissverschluss und dann dürfte es nicht allzu viel Arbeit sein. 🙂
      Liebe Grüße,
      Wiebke

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