Bloggertalk, Shoppingfreies Jahr 2018

Shoppingfreies Jahr 2018 // Blogger-Talk mit Fredi von Seemannsgarn handmade

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Damit wir während unseres shoppingfreien Jahres immer mit frischem Input und Inspiration versorgt sind, habe ich einige Nähbloggerinnen auf den Blog eingeladen und zum Interview gebeten.

Den Anfang macht heute die liebe Fredi – ich bin sicher, ihr kennt sie und ihren Blog Seemannsgarn handmade. Unterhalten haben wir uns unter anderem über das spannende Thema Nähplanung und Stilfindung. Aber lest selbst…


Wie lange nähst du schon Kleidung für dich selber und wie bist du zum Nähen gekommen?1-e1516710236907.jpg

Ich nähe jetzt seit fast vier Jahren Kleidung. Mein erstes Kleid habe ich im August 2014 genäht und stolz auf meinem Blog gezeigt – seitdem sind viele Kleidungsstücke dazu gekommen. Bevor ich mich an Kleidung gewagt habe, habe ich kleine Täschchen genäht. Ich habe damals die Nähmaschine meiner Mama entdeckt und einfach angefangen. Seitdem geht’s nicht mehr ohne!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Welche Kleidungsstücke dürfen in deinem Kleiderschrank auf keinen Fall fehlen und mit welchen (eventuell gerade angesagten) Teilen oder Schnitten wirst du nicht warm?

Meinen momentanen Stil würde ich als schlicht beschreiben, was sowohl Farben als auch Schnitte betrifft – ich nähe weniger mit auffallenden Mustern und wenn, dann in gedeckten Farben. Und irgendwie ist mein Stil auch praktisch in möglichst stilvoller Art und Weise. Niemals fehlen dürfen Jacken. Ich bin absoluter Jacken-Junkie und nähe sie auch mit am liebsten. Jacken kann man einfach am besten und vielfältigsten kombinieren. Was ich dagegen überhaupt nicht verstehe sind Cut-Outs z.B. an Ärmeln. Der Trend geht absolut an mir vorbei.

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Hast du das Gefühl, dass du durch das Nähen eigener Kleidungsstücke deinem eigenen Stil näher gekommen bist? In wieweit hängt Nähen für dich mit dem Thema Stilfindung zusammen?

Ich würde behaupten, dass ich durch das Nähen am Anfang erstmal einen Schritt zurück gemacht habe, was Stilfindung angeht. Bei mir ging das anfangs nicht wirklich Hand in Hand. Ich habe mit bunten, verspielten Stoffe angefangen, weil diese Stoffe zu der Zeit einfach ‚in‘ waren in der Nähwelt. Erst seit etwa 1 1/1 Jahren beschäftige ich mich mehr mit dem, was mir auch im Alltag gut gefällt und nicht nur, weil ein Stoff auf dem Nähtisch hübsch aussieht. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es mir deutlich leichter fallen würde, ‚meinen‘ Stil zu finden, wenn ich ausschließlich Kleidung kaufen würde. Man erspart sich Fehlkäufe bei Schnittmustern, weil man etwas einfach anprobiert und entscheidet, dass es zum eigenen Stil passt oder nicht. Bei genähter Kleidung ist da immer der Schritt dazwischen, bei dem etwas schief gehen kann und das Resultat eben doch nicht zum Stil passt. Und trotzdem hat mir das Nähen geholfen, einfach bewusster mit dem Thema Stil umzugehen und mir meine Gedanken dazu zu machen.

Wie hat sich die Auswahl deiner Nähprojekte in den letzten Jahren entwickelt? Hat sich in deiner Herangehensweise an ein neues Projekt seit deinen Näh-Anfängen bis heute etwas verändert? Warst du früher impulsiver? Inwieweit hilft dir deine Näherfahrung, heute Schnitte und Stoffe direkt besser einschätzen zu können?

Die größte Veränderung beim Planen ist für mich wohl die gewesen, dass ich heute mehr die Kombinierbarkeit meiner Kleidung anstrebe. Früher habe ich ein Shirt genäht, weil ich einen coolen Stoff hatte und Lust, diesen zu vernähen. Heute frage ich mich vorher: Passt das zu den anderen Stücken in meinem Kleiderschrank? Womit kann ich es kombinieren? Werde ich es wirklich gerne anziehen?

Was Stoffe und Materialien angeht, habe ich in den letzten Jahren sehr viel gelernt. Es gibt nicht nur Jersey und Sweat – das war eine große Einsicht! Es gibt tolle Stoffe, die dem Stil, den ich verwirklichen will, so viel besser entsprechen. Aber da gibt es auch gerade eine ‚Neuorientierung‘ bei den bekannten Stoffhändlern. Auch bei Schnittmustern würde ich mich so einschätzen, dass ich selten einen richtigen Schnitt-Fehlkauf lande. Manchmal liegt es aber auch einfach an der Konzeption des Schnittes, dass man damit nicht warm wird.

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Auf deinem Blog zeigst du häufiger Einblicke in deine Nähplanung und dein Näh-BuJo. Erzähle uns doch einmal, was es mit einem BuJo auf sich hat und wie du es für deine Nähplanung nutzt.

Ich habe vor einem Jahr das Bullet Journaling für mich entdeckt. Es geht darum, ein leeres Notizbuch zu nutzen, um seine Termine, Finanzen, Ideen, Projekte etc. zu planen. Klingt nicht spannend, aber ich kann mich dabei so kreativ ausleben und alles so gestalten, wie es für meine Bedürfnisse am besten passt. Dass das auch praktisch als Nähplaner ist, habe ich dann schnell festgestellt. Ich zeichne z.B. Outfitideen oder Projekte und mache Notizen.

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Inwieweit hilft dir deine Planung dabei, dass deine handgemachte Garderobe in sich stimmig und gut kombinierbar ist?

Ich würde sagen, dass ich da noch ganz am Anfang stehe. Es reicht ja nicht, dass ich mir für zukünftige Projekte überlege, wie ich sie kombiniere, sondern der Schrank ist ja schon voll mit genähten Sachen. Die versuche ich mir momentan wieder mehr ins Gedächtnis zu rufen und mit Mix & Match-Outfits zu zeigen, wie ich sie zusammen anziehen kann. Was mir aber auch sehr hilft bei der Planung, ist die Besinnung auf Farben und Schnitte, von denen ich weiß, dass ich sie gerne trage. Ich mag gedeckte Farben, grau und blau oder schwarz, weitere Oberteile und enge Hosen oder Röcke. Dass ich ein rosanes Maxikleid eher nicht tragen würde, ist da klar und da kann es einen noch so schönen Stoff oder Schnitt zu geben. Ich reflektiere aber auch viel, z.B. habe ich festgestellt, dass meine weit geschnittene Mom Jeans noch nicht so viele kombinierbare Oberteile findet, da ich zu weiten Hosen lieber enge Oberteile trage. Da ich aber bisher meist weite Oberteile genäht habe, fehlen Sachen zur Mom Jeans. Damit ergibt sich dann beispielsweise auch ein neues Projekt.

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Wenn eine Leserin durch dein Interview inspiriert wurde und ein eigenes Näh-BuJo starten möchte – was empfiehlst du für den Start? Wie fängt man am besten mit einem BuJo an?

Ich denke, da hilft nur: Ausprobieren. Man braucht nur ein paar Stifte und los geht’s. Alle Ideen können einfach als To-Sew-Liste notiert werden oder als Projekt erstmal gezeichnet werden. Wer zeichnen nicht so mag, kann auch Fotos aus Zeitschriften zur Inspiration aufkleben oder die Modellzeichnungen von Schnittmustern ausdrucken und anmalen. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass man einfach anfangen sollte und mit seinem Bujo ‚mitwächst‘. 😉

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Und jetzt zu deinen Plänen: Hast du dir für 2018 etwas Besonderes vorgenommen? Gibt es spannende Projekte oder Aktionen, von denen du erzählen möchtest?

Für 2018 sollen ein paar Dinge von meiner ‚Ich-wollte-jetzt-schon-so-lange-Liste‘ abgehakt werden. Das könnte eventuell etwas mit neuem Blog-Design und Online-Shop zu tun haben… 😉 Ansonsten lasse ich mich gerne vom Jahr inspirieren, ich werde sicher weiter das Thema Planung und Kombination verfolgen und dazu hoffentlich auch für die Leser spannende Beiträge schreiben.

Außerdem mache ich dieses Jahr bei der Challenge #2018makenine mit. Es geht dabei darum, sich 9 Projekte für das Jahr rauszusuchen, die man gerne umsetzen möchte. Es geht nicht darum, dass man sie nähen muss oder nur diese 9 nähen darf, sondern einfach, sich ein paar Gedanken zu machen. Ich finde es sehr spannend, damit meine Prioritäten für dieses Jahr zu setzen. Vielleicht werden auch noch Schnittmuster getauscht oder Projekte ersetzt, aber ich habe jetzt schon mal ein Bild davon, welche Kleidungsstücke mir für dieses Jahr wichtig sind. Daher ist es eine tolle Challenge für mich. 🙂

Alle Fotos von Frederike Matthäus // Seemannsgarn handmade

So ihr Lieben – ich hoffe, das Interview hat euch gefallen und ihr konntet das ein oder andere daraus mitnehmen.

Einen Tipp habe ich noch für euch: Fredi hat als Freebie für ihre Blogleser einen Nähplaner zum Download und Ausdrucken gestaltet. Wenn ihr für eure Nähplanung noch auf der Suche nach dem richtigen Tool seid, dann schaut doch mal bei ihr vorbei!

An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an Fredi für das schöne Interview!

Und euch wünsche ich einen tollen Tag!

Alles Liebe – Wiebke

 

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