Handgemachte Kleidung, Kleid-Layering Mini-Capsule 2019, Me Made Mittwoch

Ein neues Outfit aus meiner DIY Mini Capsule-Wardrobe: Cleo Latzkleid + Edie Top + Caramel Cardigan | MeMadeMittwoch

Es ist so ein gutes Gefühl zu merken, dass die Pläne, die ich für meine Mini-Capsule ausgetüftelt habe, tatsächlich funktionieren. Dass die Einzelteile wirklich so gut zusammenpassen, wie ich es mir vorgestellt habe. Und dass ich sie auch wirklich so gerne trage, wie ich es mir gewünscht habe.

Das Outfit, das ich euch heute – pünktlich zum MeMadeMittwoch – zeigen kann, ist für mich ein schöner erster Beweis dafür, dass meine Mini-Garderobe vielseitig ist und auch wirklich im Alltag funktioniert.

Eine erste Outfit-Kombi mit meiner Cord-Cleo habe ich euch hier ja schon gezeigt.

Dieses Mal habe ich das Latzkleid von Tilly and the Buttons mit einem ¾-Arm Shirt aus rosa Romanit-Jersey kombiniert. Es ist das Edie Top von Sew over it London. Der Schnitt ist Teil des eBooks „My Capsule Wardrobe – Work to Weekend“ und ich habe direkt zwei davon genäht. Eine dunkelgraue Edie-Version ist nämlich auch schon fertig.

Die wunderschöne Linienführung des Ausschnitts hat mich direkt angesprochen und war der ausschlaggebende Punkt dafür, diesen Schnitt mit in meine Mini-Capsule aufzunehmen. Und ich bereue es nicht – Edie ist super. Sie ist schnell genäht und macht was her. Ein tolles Basic Teil, das durch den tiefen Uboot-Ausschnitt trotzdem das gewisse Etwas hat.

Um die Kombination aus Shirt und Kleid Islandwetter-tauglich zu machen, habe ich meinen selbstgestrickten Caramel Cardi übergezogen und schon war es ein perfektes Island-Urlaub-Outfit. An unserem ersten Ferienhaus in Island sind die Fotos für diesen Beitrag entstanden, darum passt er auch so gut zum “Ich packe meinen Koffer”-Sommer-Special des MeMadeMittwoch.

Weil ich mit jedem Teil, das ist nähe, ein größerer Fan werde, verliere ich gerne noch ein paar Worte über die Sew over it eBooks. Lisa Comfort, die Designerin hinter dem Label Sew over it London, hat neben ihren zahlreichen retro angehauchten Schnitten auch zwei eBooks herausgegeben. Beide eBooks präsentieren eine perfekt miteinander kombinierbare Mini-Garderobe. Die erste Ausgabe steht unter dem Motto „My Capsule Wardrobe – City Break“ – hier sind alle Kleidungsstücke enthalten, die man für einen Städte-Trip benötigt. Von der Skinny Jeans, über ein Hemdblusenkleid und einen Jeansrock bis hin zu einem leichten Mantel. Lisa Comfort modelt alle Schnitte selber – vor der wunderbaren Kulisse von Paris. Allein in den Bildern zu schwelgen finde ich extrem inspirierend.

Aus diesem eBook habe ich schon zwei Teile genäht. Einen Rock und ein Longsleeve – hier habe ich euch die Teile bereits gezeigt. Und auch für meine aktuelle Mini-Capsule steht noch eine weitere, kürzere Version des Erin Rocks aus schwarzem Cord auf meiner Liste.

Das zweite eBook – aus dem auch der Schnitt für mein Edie Top ist – heißt „My Capsule Wardrobe – From Work to Weekend“. Die hier enthaltenen Schnitte zeichnen sich dadurch aus, dass man sie sowohl für die Arbeit als auch für die Freizeit nähen und stylen kann. Je nach Stoffwahl und je nachdem für welche Variante des Schnittes man sich entscheidet. Ich finde das Konzept super und hoffe auf viele weitere Ausgaben dieser eBook Reihe!

Leider komme ich mit meinen weiteren geplanten Kleidungsstücken viel langsamer voran, als mir lieb ist. In meinem Kopf sehe ich schon die komplette Garderobe vor mir und kombiniere nach Herzenslust Teile zu den schönsten Outfits. Aber in der Realität ist seit Wochen kein Teil fertig geworden. Und das obwohl in meinem Nähzimmer schon zwei fertig zugeschnittene Kleidungsstücke darauf warten, vernäht zu werden.

Was mich davon abhält? Ganz klar die Temperaturen! Ich kann mich bei über 30°einfach nicht dazu aufraffen, nach oben in mein Nähzimmer zu gehen. Im Somme sitze ich lieber an einem schattigen Platz im Garten und stricke mit einem Podcast auf den Ohren gemütlich vor mich hin.

Aber irgendeine Strategie muss ich mir überlegen. Denn eigentlich juckt es mir in den Fingern und ich möchte unbedingt an die Nähmaschine. Vielleicht versuche ich es am Wochenende mal ganz früh morgens.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Alles Liebe – Wiebke

Handgemachte Kleidung, Stricken

Mein ältestes UFO ist fertig! – Der Sous Sous Sweater von Norah Gaughan

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber für mich ist ein bevorstehender Urlaub ja immer ein Produktivitäts-Beschleuniger. Einzig und allein dem Abflugdatum für unseren Island Urlaub habe ich es zu verdanken, dass ich meinen inneren Schweinehund überwinden und diesen Pullover fertigstellen konnte. 

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Die letzten Arbeitsschritte forderten Zusammennähen, Fäden vernähen und zusätzliches Annähen der Halsausschnitt-Blende von Hand. Vor diesen Dingen habe ich mich mal wieder viel zu lange gedrückt. Als ich mich dann aber daran gesetzt habe, hat es eigentlich gar nicht so doll weh getan. Das geht mir jedes Mal so.

Eigentlich, ganz ganz eigentlich macht mir das „finishen“ von selbstgestrickten Kleidungsstücken sogar Spaß. Es fordert zwar Geduld. Aber es ist auch wie eine Extraportion Liebe und Sorgfalt, die man den Strickstücken noch einmal mit auf den Weg gibt, bevor sie endgültig von den Nadeln und in die Welt entlassen werden. Ich versuche mal, mir das für mein nächstes Projekt zu merken. Vielleicht brauche ich dann kein näher rückendes Flugdatum, um es fertig zu bekommen.

Dieser Sous Sous Sweater hat 1 Jahr und 9 Monate gebraucht, um fertig zu werden. Zwischendurch hat er oft wochenlang als UFO in der Ecke gelegen, bevor ich ihm wieder Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt habe. Eigentlich war er ein viel zu ambitioniertes Projekt, denn tatsächlich war er das allererste Kleidungsstück, das ich – abgesehen von Schals und Tüchern – angeschlagen habe.

Der Pullover war so lange ein UFO, dass ich in der Zwischenzeit mehrere Schals, Kopfbedeckungen und sogar eine Strickjacke fertig gestrickt habe. Aber zu dem Start-Zeitpunkt des Pullovers war ich mir noch nicht sicher, ob ich überhaupt das Durchhaltevermögen habe, ein größeres Strickprojekt zu Ende zu bringen. Darum habe ich auch nicht in teure Wolle investiert.

Eine Sache war mir aber absolut klar: Damit das Projekt auch über einen längeren Zeitraum interessant für mich bleibt, muss es drei Dinge erfüllen. Es muss eine Herausforderung sein. Es muss eine motivierende Farbe haben. Und ich muss es unbedingt anziehen wollen.

Also wurde mein erstes Kleidungsstück-Projekt ein roter Sous Sous Sweater von Norah Gaughan.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Der Pullover wird flach in Einzelteilen gestrickt und muss nachher zusammengenäht werden. Das Grundmuster aller Teile ist ein großes Perlmuster, in das auf der Front und Rückseite mittig ein schönes Zopfmuster eingebettet ist. Auch mittig auf den tief angesetzten Ärmel ist ein kleines Muster eingearbeitet. Ich finde das Design des Pullis einfach nur genial – es ist so gut ausgewogen und modern!

Mit dem Kabelmuster bin ich von Anfang an super zurechtgekommen. Es ist so eingängig, dass ich es zwischenzeitlich sogar auswendig konnte. Probleme haben mir lediglich die Abnahmen am V-Ausschnitt bereitet. Die sahen im ersten Versuch so fürchterlich aus, dass ich in einer Not-OP am offenen Herzen bestimmt 15 cm aufgeribbelt habe, um den Teil – nach ausgiebiger Beratung mit Strick-Guru Mama – noch einmal neu zu stricken. Danach konnte ich mit dem Ergebnis leben.

Bevor ich die Einzelteile im Matrazenstich zusammengenäht habe, habe ich sie mit dem Bügeleisen durch ein feuchtes Tuch dampf geblockt. Das Zusammennähen hat auch gut geklappt – ich habe die Teile mit Hilfe von Näh-Clips zusammengehalten, so dass nichts verrutschen konnte. Als letzter Arbeitsschritt musste im Nacken noch eine Blende angenäht werden, um den rückseitigen Halsausschnitt zu versäubern. Dies habe ich per Hand mit dünnem, roten Nähgarn gemacht und es hat erstaunlich gut geklappt. Ich habe dabei darauf geachtet, dass die Stiche fast unsichtbar bleiben, so dass die Nacken-Kante jetzt wirklich sehr ordentlich aussieht.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Mit der Erfahrung, die ich in der Zwischenzeit beim Stricken und ganz allgemein beim Kleidung Selbermachen gesammelt habe, würde ich ein paar Dinge anders machen, wenn ich jetzt noch einmal mit dem Pulli anfangen würde. Allen voran würde ich in hochwertigere Wolle investieren, denn ich weiß ja jetzt, dass ich Stricken LIEBE und definitiv meine Projekte zu Ende bringe. Und ich würde mir eine Farbe aussuchen, die etwas leichter zu kombinieren ist als Knallrot.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Aber das alles mindert meine Freude über diesen Pullover nicht im Geringsten. Ich bin stolz darauf, diese Zopfmuster-Herausforderung gemeistert zu haben und freue mich sehr über das neue handgestrickte Kleidungsstück für meine Garderobe.

Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog
Sous Sous Sweater | Drinnen + Draussen Blog

Das kühle Island-Wetter kam mir natürlich sehr gelegen. So konnte ich den Pulli einweihen und die tolle Kulisse dazu nutzen, schöne Fotos für den Blog zu machen. Ich hoffe, sie gefallen euch!

Alles Liebe – Wiebke


Hier kommen die Projekt-Details

Muster: Sous Sous Sweater von Norah Gaughan

Wolle: Drops Merino Extra fine in rot

Nadelstärke: 4

Hier entlang geht es zu meiner Ravelry Projekt-Seite, falls ihr euch die Idee dort speichern möchtet.


Dieser Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag , bei Handmade on Tuesdays

und bei Auf den Nadeln.

Tutorials

Mein Tutorial für den Pailletten Perlen Plunder FAL: Punchneedle Patches!

Heute darf ich mein Amt als offizielle Plunderpatin des #paillettenperlenplunderfal antreten und euch mit einer ordentlichen Ladung Inspiration versorgen. Nichts mache ich lieber als das! Für diesen besonderen Anlass habe ich mir ein DIY-Projekt ausgedacht, dass richtig viel Spaß macht.

Ihr wollt wissen, was es ist? Ok ich verrate es: Wir schnappen uns die Punchneedle und designen eigene Aufnäher, mit denen wir unsere Garderobe verschönern können! Oder anders gesagt: Wir punchen Patches und pimpen damit unsere Klamotten. 😀

Ich habe die Anleitung für euch in zwei Einheiten aufgeteilt.
Teil 1 ist ein Punchneedle Crash-Kurs mit dem Basiswissen, das ihr für dieses kleine Projekt benötigt.
In Teil 2 geht es dann darum, wie ihr aus eurem Punchneedle-Bild einen Aufnäher machen könnt. Alles klar? Los geht’s!

Material

  • Punchneedle
  • Stickrahmen
  • Monk’s Cloth
  • Wolle in euren Wunsch-Farben
  • Schere
  • Vliesofix
  • Bügeleisen
  • 2 kleine Stoffreste
  • Nähmaschine + Nähgarn
  • 2 Sicherheitsnadeln

Punchneedle Crash-Kurs

7 Basics mit denen ihr direkt lospunchen könnt!

1. Welches Garn ist geeignet?

Faser

Grundsätzlich kannst du für Punchneedle Arbeiten jedes Garn nutzen, das dir gefällt. (Perfekt auch zur Reste-Verwertung!)
Jetzt kommt allerdings eine Einschränkung: Für dieses Projekt muss es auf jeden Fall eine Faser sein, die etwas Hitze abkann und beim Bügeln auf Stufe 2 nicht schmilzt. Ihr solltet also einen Bogen um Acrylwolle machen und lieber Schurwolle oder Baumwolle nutzen.

Garnstärke

Bei der Frage nach der Garnstärke kommt es auf die Punchneedle an, die ihr nutzt. In der Regel sollte bei der Beschreibung eurer Nadel eine Empfehlung für die Garnstärke enthalten sein.
Bei den originalen Oxford Punchneedles aus Holz könnt ihr euch an folgender Richtlinie orientieren:
Regular-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 6-8 mm verstricken würdet.
Fine-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 4,5 – 5,5 mm verstricken würdet.

Von Rico gibt es z.B. auch eine Punchneedle aus Plastik mit mehreren Aufsätzen, mit denen ihr auch dünne Wolle und Stricktwist verarbeiten könnt.

Für die Idee, die ich euch heute zeige, ist es aber unerheblich, welche Stärke deine Nadel hat. Du kannst jede Punchneedle nutzen!

2. Welcher Stoff ist geeignet?

Der Stoff, den man am besten zum Punchen nutzen sollte, heisst Monk’s Cloth und ist in Deutschland noch nicht ganz so einfach zu finden. Darum verrate ich euch meine Bezugsquelle, damit ihr euch mit dem geeigneten Material ausstatten könnt. Tut euch selber einen Gefallen und nutzt bitte keine Jute oder Sackleinen – diese Gewebe funktionieren leider nicht so gut zum punchen.

Ich habe meinen Monk’s Cloth hier im Etsy Shop von The Joyful Punch gekauft.

3. Wie fädele ich das Garn ein?

Zuerst fädelst du den Faden durch das Loch in der Nadelspitze und ziehst ihn ca. 10 cm nach oben heraus. Dann fädelst du das andere Ende des Fadens durch die Metallöse am unteren Ende der Nadel und ziehst den Faden so weit nach unten durch, bis am oberen Ende nur noch 2 cm aus der Nadelspitze herausschauen. Der Faden legt sich beim Durchziehen automatisch in den Schlitz am Nadel-Griff.

4. Wie halte ich die Punchneedle?

Du nimmst die Nadel ganz bequem so in die Hand, wie du einen Stift halten würdest. Achte darauf, dass die offene Seite der Nadel immer in die Arbeitsrichtung – also in die Richtung, in die du punchen möchtest – zeigt. Wenn du einen Richtungswechsel arbeiten möchtest, dann drehst du die Nadel – während sie im Stoff steckt – einfach so, dass die offene Seite wieder in die Richtung zeigt, in die es weiter gehen soll.

5. Wie mache ich den Anfang?

Du hast deine Nadel eingefädelt. Du hast deinen Monk’s Cloth in einen Stickrahmen gespannt. Aber wie machst du den Anfang? Kein Problem: Um mit dem Punchen zu beginnen, stichst du einfach einmal von oben nach unten durch den Stoff. Dann greifst du unter den Stoff und ziehst den Faden, der vorne aus der Nadel herausguckt ein paar Centimeter nach unten durch. Das ist der Anfang – von hier aus kannst du lospunchen.

6. Wie mache ich die Stiche?

Für unser Projekt brauchst du dir für deine Stiche nur vier einfache Richtlinien zu Herzen zu nehmen.

Gepuncht wird immer von oben nach unten

Du schiebst den Faden mit Hilfe der Nadel also immer von oben nach unten in das Geflecht des Stoffes. Indem du die Nadel nach jedem „punch“ ein paar Millimeter weiter bewegst, entsteht deine Linie. Die Struktur des Monk’s Cloth verhindert, dass die Wolle wieder nach oben flutscht, wenn du die Nadel aus dem Stoff ziehst. Dadurch entstehen auf der Unterseite des Stoffes Schlingen. Auf der Oberseite entsteht ein Bild, dass eher an eine Stick-Arbeit erinnert. Traditionellerweise entsteht bei Punchneedle-Arbeiten das „schöne“ Bild auf der Unterseite des Stoffes, also auf der Seite mit den Schlingen. Für unsere Patches nutzen wir aber die Oberseite als „schöne“ Seite. Beim punchen siehst du also direkt das Bild, das später auch auf deinem Patch zu sehen sein wird. Weil es so schnell und einfach geht, fühlt es sich fast an, als ob du mit Wolle auf Stoff malen würdest.

Verliere nicht den Kontakt zum Untergrund

Wenn du die Nadel beim Punchen nach oben aus dem Stoff ziehst, achte darauf, dass du die Spitze nicht zu weit nach oben ziehst. Versuche, mit der Spitze der Nadel immer den Kontakt zum Stoff zu behalten und sie mit Kontakt über den Stoff zu schieben/rutschen, anstatt als sie darüber zu heben.

Nutze das Raster des Stoffe

Durch die grobe Struktur des Monk’s Cloth spürst du beim Weiterschieben der Nadel die Struktur des Geflechts. So kannst du dir merken, wie viele „Hubbel“ du mit der Nadel weiterrutschst, bevor du den nächsten Stich machst. Auf diese Weise kannst du ganz einfach dafür sorgen, dass deine Stiche gleichmäßig werden.

Um die Flächen deines Bildes mit Stichen zu füllen, mach es wie beim Ausmalen:

Punche zuerst einmal die komplette Umrandung deiner Farbfläche und arbeite dich dann spiralförmig nach innen vor. Setze deine Stiche schön dicht aneinander, so dass zwischen den Linien keine sichtbaren Leerräume entstehen.

7. Wie trenne ich den Faden, wechsle die Farbe oder beende die Arbeit?

Um den Faden zu trennen, stich mit der Nadel nach unten durch den Stoff und halte die Nadel hier. Auf der Unterseite schneidest du den Faden ungefähr auf halber Höhe der Nadelspitze ab. Dann ziehst du die Nadel wieder nach oben heraus. Fertig. Jetzt kannst du die Nadel entweder mit einer neuen Farbe bestücken, mit dem gleichen Faden an einer anderen Stelle deines Bildes weiterpunchen oder deine Arbeit beenden.

Punch it! Patch it! Wear it!

So wird aus deinem Punchneedle-Bild ein Patch!

Punch it!

  • Motiv aussuchen und auf den Stoff übertragen
  • Stoff in den Stickrahmen einspannen
  1. Punche dein Bild indem du mit der ersten Farbfläche anfängst. Punche zuerst die Konturen der Fläche.
  2. Fülle die Fläche dann spiralförmig aus, bis keine Lücken mehr zu sehen sind.
  3. Dann wechsel zur nächsten Farbfläche und starte hier wieder mit der Kontur.
  4. Arbeite dich Fläche für Fläche durch dein Motiv, bis du es komplett “ausgemalt” hast.

Füge ganz nach deinem Geschmack eine Hintergrundfarbe und einen Rahmen hinzu.

Patch it!

Damit aus deinem gepunchten Motiv ein Patch wird, gehst du wie folgt vor:

  1. Schneide ein Stück Vliesofix zu, das großzügig über dein gepunchtes Motiv passt (ca. 2 cm Rand).
  2. Lege das Vliesofix mit der rauhen Seite auf die Rückseite/Unterseite des Punchneedle-Bildes. In unserem Falle ist dies die Seite mit den Schlingen. Bügele das Vliesofix entsprechend der Anleitung auf die Schlingen-Seite auf.
  3. Achte darauf, dass du das Vliesofix mit dem Bügeleisen nah an den Rand des Designs presst, so dass dein Bild gut “eingepackt” ist und die Schlingen durch den Kleber fixiert werden. Lass das Vliesofix abkühlen.
  4. Zieh vorsichtig das Papier des Vliesofix ab.

Wear it!

Möchtest du deinen Patch dauerhaft an einem Kleidungsstück anbringen oder möchtest du zwischendurch mal tauschen? Ich zeige dir beide Möglichkeiten, deinen Patch tragbar zu machen.

Wenn du deinen Patch auf unterschiedlichen Kleidungsstücken tragen möchtest, dann folge diesen Schritten:

  1. Schneide ein Stück Stoff in der Größe deines Stückes Monk’s Cloth zu. Lege den Stoff auf die Seite mit der Vliesofix Klebeschicht.
  2. Bügel den Stoff entsprechend der Vliesofix-Anleitung auf. Lass den Patch abkühlen.

Schneide den Patch aus und gib dabei ca 1,5 cm Nahtzugabe hinzu.

3. Schneide ein weiteres Stück Stoff in der Größe deines Patches zu.
4. Nähe die beiden Teile rechts auf rechts mit der Nähmaschine (oder von Hand) knappkantig zusammen. Du kannst einen Reißverschluss-Fuß nutzen, um mit der Nadel so nah wie möglich an den Rand des Patches zu kommen. Lass eine Wendeöffnung für den Patch offen.
5. Wende den Patch durch die Öffnung.
6. Nähe die Wendeöffnung von Hand zu. Wenn du magst, kannst du die Rückseite des Patches einmal bügeln.

Mit Hilfe von Sicherheitsnadeln wird aus deinem Patch ein Anstecker! So kannst du ihn nach Lust und Laune auf Jacke, Pullover oder Rucksack tragen.

Wenn du ein ganz bestimmtes Kleidungsstück mit gepunchten Deko-Elementen verzieren möchtest, kannst du sie auch direkt mit dem Vliesofix auf das entsprechende Kleidungsstück aufbügeln.

Wenn du den Patch aufgebügelt hast und er abgekühlt ist, kannst du ihn mit deiner Nähmaschine applizieren. Stelle dazu einen engen aber möglichst breiten Zickzack-Stich ein (Denk daran, das Stichbild vorher einmal auf einem Reststück zu testen!) und nähe einmal rundherum. Fertig!

Ich hoffe sehr, dass euch diese Anleitung zu den verrücktesten Ideen inspiriert und wir beim #paillettenperlenplunderfal der Frickelcast Mädels noch viele bunte Punchneedle-Patches zu sehen bekommen!

Ganz wichtig:

Bitte vergesst nicht, eure Werke bei Instagram zu zeigen und mit den richtigen Hashtags zu versehen, damit wir sie auch alle bewundern können und ihr für die begleitende Verlosung in den Lostopf hüpft! Hier zur Erinnerung noch einmal die Hashtags:

#paillettenperlenplunderfal
#pppfal
#plunderpatinnr3

Bitte taggt ausserdem:

@frickelcast
@jetztkochtsieauchnoch
@feierabendfrickeleien
@wiebke_loevenforst

Ich freue mich schon sehr auf eure Einfälle und eure plunderigen Werke!

Alles Liebe – Wiebke


Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag

Handgemachte Kleidung, Kleid-Layering Mini-Capsule 2019, Motto-Capsules

Cleo Latzkleid & York Top – Das erste Outfit aus der Mini-Capsule

Wenn ihr mir bei Instagram folgt, habt ihr es höchst wahrscheinlich schon mitbekommen. Denn momentan poste ich dort kaum etwas anderes. Ich nehme dieses Jahr an der Challenge „The 100 day project“ teil. Dabei geht es darum, sich etwas vorzunehmen, das man dann 100 Tage lang täglich umsetzt und bei Instagram davon berichtet. Weltweit nehmen jedes Tag viele Künstler, Macher, Schreiber, Fotografen usw an dieser Aktion teil und nehmen ihr Follower mit auf die Reise. Und dieses Jahr bin auch ich mit von der Partie.

Meine persönliche Challenge: #100daysofmorningmakes

Ich habe mir vorgenommen, mir jeden Tag morgens Zeit für Kreativität zu nehmen. Unter der Woche bedeutet das für mich: Um 5 Uhr aufstehen, damit ich vor der Arbeit eine Stunde Zeit für meine kreativen Projekte habe. An freien Tagen ist es natürlich wesentlich entspannter.

Ich merke schon jetzt – nachdem knapp ¼ der Zeit vorbei ist, dass diese kleinen Zeiteinheiten wirklich nicht zu unterschätzen sind.

Eine dreiviertel Stunde hier
und eine halbe Stunde dort
summieren sich schnell zu einem ganzen Arbeitstag.

Diese morgendlichen Nähzeit-Fenster sind der Grund dafür, dass ich heute mein erstes Outfit aus meiner Mini Capsule Wardrobe zeigen kann.

Kurz zur Erinnerung: Hier habe ich ausführlich von meinen Plänen berichtet, eine Mini Capsule Wardrobe bestehend aus 10 Kleidungsstücken zu nähen.

Meine Cord-Cleo ist ein waschechtes Morning Make. Entstanden in 45 Minuten Abschnitten vor 6 Uhr morgens. Wenn ich das hier so schreibe, klingt das echt verrückt. Aber geklappt hat es super!

Wie auch die beiden anderen Versionen des Schnittes, die sich schon in meinem Kleiderschrank befinden, mag ich diese Cleo sehr. Und ich glaube, diese Cord-Version wird von den dreien am häufigsten getragen werden. Latzkleider sind ja eh schon so vielseitig, da man sie super kombinieren und mit anderen Teilen layern kann. Aber diese neutrale Farbe macht das Kombinieren noch einmal deutlich einfacher.

Meine rote Cleo ist mir an manchen Tagen zu auffällig. Meine weiße Cleo ist eindeutig ein reines Sommerkleid. Aber diese Cord Cleo ist ein Teil für jeden Tag. Die kann lässig. Die kann schick. Die geht mit Bluse und Pumps. Die geht mit Hoodie und Vans. Die geht mit Lederjacke und Doc’s.

Genau das war mein Ziel. Denn eigentlich bestehen meine Brot-und-Butter-Outfits aus Jeans mit T-Shirt. Mit meiner Kleid Layering Mini-Capsule wollte ich es schaffen, auch Kleider zu Brot-und-Butter-Outfits für mich zu machen. Ich glaube, das ist mir jetzt schon geglückt.  Und es kommt noch eine weitere Cleo dazu! Mit der geplanten schwarzen Jeans-Cleo eröffnen sich noch einmal so viele Kombinationen.

Hier seht ihr die Cord-Cleo mit meinem Seamwork York-Top aus schwarz-weiß kariertem Baumwoll-Stoff.

Dieses Oberteil lag eeeeeewig halb genäht auf meinem Nähtisch herum. Ich bin an dem benötigten Schrägband hängen geblieben, das zum Einfassen des Ausschnittes und für den Schlitz-Verschluss auf der Rückseite benötigt wird. Kennt ihr das auch? Manchmal drücke ich mich vor einem kleinen Arbeitsschritt und lege dadurch Projekte für Wochen lahm. Aber im Rahmen der „Mach das UFO fertig!“ Aktion von den Frickelcast Mädels habe ich mir einen Ruck gegeben.

Das Schrägband selber herzustellen hat letztendlich kein bisschen weh getan. Ich habe mir dieses Youtube Video angeschaut und endlich mal meinen Schrägbandformer eingeweiht, der hier schon so lange auf seinen Einsatz gewartet hat. Und schon hatte ich alles, was ich brauchte um mein York Top fertig zu nähen.

So ist ein super bequemes Oberteil aus Webware entstanden. Eine Mischung aus Bluse und Longsleeve und somit auch wieder ein vielseitig kombinierbares Teil, das ich nicht mehr missen möchte.

Schwarz-weiß karierte Blusen kann man ja nie genug haben. Finde ich.

So, ihr Lieben. Ich hoffe, dass ich euch in den nächsten Tagen weitere Cleo-Outfits zeigen kann. Denn die nächsten zwei Oberteile sind schon fertig. Ich muss nur noch dazu kommen, schöne Fotos zu machen.

Alles Liebe von Wiebke

 

PS: Dieser Beitrag wandert zur Du für Dich am Donnerstag Linkparty


Schnitt Latzkleid: Cleo Dress von Tilly and the Buttons

Stoff: Breitcord in der Farbe Camel von Stoffolino

Schnitt Bluse: York Top von Seamwork

Stoff: s/w Gingham Baumwoll-Stoff aus dem Stoffoutlet Mönchengladbach

Shoppingfreies Jahr 2018

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke | 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke – 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

In meinem letzten Post hatte ich ja schon geschrieben, dass ich den Januar über noch intensiv reflektiert habe – vor allem über mein shoppingfreies Jahr und was ich daraus mitnehme. Meine größten Erkenntnisse aus dem Jahr habe ich hier ja bereits mit euch geteilt.

Jetzt möchte ich noch einmal 10 Highlights aus dem letzten Jahr mit euch teilen. Es ist eine bunte Mischung aus Erlebnissen, Inspirationen und Lieblings-Stücken.

 1. Karen Templer

Auch wenn ich die stylishen und hochwertigen Strick-Accessoires aus dem Hause Fringe Supply Co. schon etwas länger kannte (seit letztem Jahr bin ich stolze Besitzerin einer Field Bag), habe ich mich noch nie mit der Macherin hinter der Marke beschäftigt. Letztes Jahr bin ich dann zufällig über ein Podcast-Interview auf Karen Templer und ihr Engagement für die Slowfashion-Bewegung aufmerksam geworden und habe mich auf ihrem Blog etwas umgeschaut. Sie ist die Gründerin der Instagram-Aktion #slowfashionoctober oder #slowtober und beschäftigt sich sehr intensiv mit ihrer Garderoben-Planung. Sie strickt nicht nur, sondern näht auch und ich finde sowohl ihren Style als auch ihre Herangehensweise an die Outfit Planung einfach unfassbar inspirierend.

 2. Visual Mending

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf das Buch “Mending Matters” von Katrina Rodabaugh aufmerksam geworden bin. Ich glaube aber, es war über den Blog von Karen Templer. Jedenfalls war ich schockverliebt in der Sekunde, als ich ein Bild ihrer geflickten Jeans gesehen habe.  Kathrin macht sich für “visual mending” – also sichtbares Flicken von Kleidungsstücken stark. Sie vertritt die Einstellung, dass geflickte Stellen nicht versteckt werden sollten, da sie ein Kleidungsstück nur schöner machen.

Ausbessern, Stopfen und Flicken als Kunstform – die Idee lässt mein Herz höher schlagen.

Und ich gebe ihr recht: Die kunstvoll im japanischen Sashiko-Stil geflickten Jeans sind wirklich kleine Kunstwerke. Dass durch diese Verschönerung auch noch die Lebensdauer von Kleidungsstücken erheblich verlängert wird gerät dabei fast – aber auch nur fast – zur Nebensache. Ich finde es bei der heutigen Wegwerf-Mentalität absolut wichtig, das Thema Flicken immer und immer wieder anzusprechen.

Denn selbst für viele begeisterte Näherinnen ist dieses Thema noch so mit dem mühseligen und angestaubten Socken-Stopfen verbunden, dass es sie davor graust, zerschlissene Kleidungsstücke auszubessern. Darum glaube ich, dass die Idee des kunstvollen “Visual Mendings” ordentlich frischen Wind in diesen ungeliebten Bereich der Handarbeit bringen kann. Ich habe mir jedenfalls direkt Sashiko Garn bestellt und angefangen, eine Jeans zu flicken. Zwei weitere löchrige Lieblingsjeans liegen auch schon bereit.

3. Sew Liberated

Die Schnitte und der Style von Sew Liberated waren eine DER Entdeckungen für mich in 2018. Ich denke, auf die Schnittmuster des Indie-Labels bin ich über die Strick-Community auf Instagram aufmerksam geworden. Einige amerikanische Strick-Designerinnen lieben die entspannten Kleider-Schnitte der Designerin Meg Mcelwee. Und ich jetzt auch. Als ich mich zu Megs Instagram Feed durchklickte, war ich nicht auf diese enorme Inspirations-Flut gefasst, die dort auf mich wartete. Denn ich kann es nicht anders sagen: Ich liebe Megs Art sich zu kleiden. Sie trägt viel selbst geschneiderte Kleidung und schichtet ihre Kleider so gekonnt übereinander, dass ein ganz besonderer und sehr lässiger Stil dabei herauskommt. Auf dem Moodboard in meinem Nähzimmer hängen mittlerweile eine ganze Menge ihrer Outfit-Fotos und in meiner Schnittmuster-Sammlung befinden sich drei ihrer Kleiderschnitte. Ich kann es kaum erwarten, selber ein paar Sew Liberated Teile aus coolem Ethno-Stoff in meinem Kleiderschrank zu haben.

  4. Elle Puls Podcast mit Sindy von Mein Gewisses Etwas

Einen der größten Aha-Momente des Jahres 2018 hatte ich beim Hören dieser Folge des Podcasts “Näh deinen Stil” von Elle Puls. In dieser Episode unterhält Elke sich mit Sindy – der Frau, die den großartigen Nähblog “Mein gewisses Etwas” schreibt. Es geht um das Thema, wie Nähen bei der eigenen Stilfindung helfen kann. Bei ein paar Erfahrungen, die Sindy auf ihrer Reise gemacht hat und die sie in dem Interview mit den Hörern teilt, hat es bei mir sowas von laut KLICK gemacht. Ich konnte mich so mit ihren Gedanken identifizieren und habe mich so verstanden und abgeholt gefühlt, dass es mir richtig gut getan hat, dem Gespräch der beiden zuzuhören.

Jeder, die auf dem Weg zu ihrer selbst genähten Garderobe zwischendurch mal ins Stocken gerät. Jeder, die sich mit Gedanken wie “Das schaffe ich nie. Ich komme nie dort an, wo andere Näherinnen schon sind.” quält, kann ich nur empfehlen, dieses Interview zu hören. Danach werdet ihr euch beruhigt und motiviert fühlen und wieder voller Zuversicht eurer Traum-Garderobe entgegen schneidern.

 5. Das Kleiderschrank-Projekt

Dieses Buch ist definitiv die Geheimzutat gewesen, die mich während des shoppingfreien Jahres am stärksten nach vorne – hin zu meiner Stil-Vision – gebracht hat. Ich habe Anuschkas Blog schon vor einigen Jahren entdeckt, als ich mich das erste mal – rein theoretisch – mit dem Thema Capsule Wardrobe beschäftigt habe. Ihre klare und analytische, aber trotzdem sehr inspirierte Herangehensweise an das Thema der Garderobenplanung fand ich schon damals sehr ansprechend. Daher war ich mir sehr sicher , dass ihr Buch richtig gut sein muss. Und genau so ist es auch: “Das Kleiderschrank-Projekt” ist eher ein Kurs als ein Buch.

Es nimmt die Leserin an die Hand und zeigt ihr Schritt für Schritt wie sie eine klare Stil-Vision entwickeln und diese dann auch in die Realität umsetzen kann. Aber man sollte sich keine Illusionen machen: Sich dem Kleiderschrank-Projekt zu widmen, bedeutet Arbeit und Engagement.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man aus dem Buch das meiste herausholen kann, wenn man auch bereit ist, Zeit in das Projekt zu investieren.

Ich habe Anfang November 2018 begonnen, mit dem Buch zu arbeiten und bin noch nicht durch.

Ich sehe es als langfristiges Projekt
und finde es gut,
die Erkenntnisse zwischendurch
sacken zu lassen.

Mit der “Kleid-Layering Mini-Capsule”, die ich in meinem letzten Blogpost angekündigt habe, setze ich die ersten Teile um, die ich dank des Buches für meine Garderobe identifiziert habe. Ich kann kaum erwarten zu sehen, wie die ersten Teile aus meiner Vision zur Realität werden. Und ich freue mich schon darauf, die nächsten Kapitel in Angriff zu nehmen.

 6. Fibreshare

Ein großes Highlight in 2018 war meine erste Teilnahme an der internationalen Woll-Tausch Aktion FibreShare. Für eine Anmeldegebühr von 8 Dollar ist man dabei. Ashley und Beth – die zwei Frauen hinter FibreShare – machen die Zuordnung der über 3000 Tausch-Partner aus aller Welt tatsächlich von Hand! Sie werten die Fragebogen aus, die man zu Beginn der Aktion ausfüllen muss und versuchen Partner zu finden, die etwas gemeinsam haben. Bei mir hat es tatsächlich wunderbar geklappt. Ich habe zwei ganz tolle Stricker aus den USA als Tausch-Partner bekommen, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe.

Die ganze Aktion war ein großer Spaß für mich – es war so eine Freude, das Paket für die andere Person zu packen. Und es war ein Wahnsinns- Adrenalin-Schub, als das eigene Paket nach all der Warterei endlich angekommen ist. Ein Gefühl wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag. Ich kann es jedem zur empfehlen, diese Erfahrung zu machen!

 7. Wollfestival Düsseldorf

Gemeinsam mit meiner Mama habe ich mich in Düsseldorf das erste Mal ins Getümmel eines Wollfestivals gestürzt. Was für ein Erlebnis! So viel Wolle auf einem Fleck – wir waren im 7. Woll-Himmel. Ich war von der ganzen Pracht allerdings so überfordert, dass ich mehrere Runden auf dem Festival drehen musste, um mich dazu durchringen zu können, etwas zu kaufen. Ich hatte im Vorfeld schon die Befürchtung, dass ich all meine Strickpläne in der Sekunde vergessen würde, in der ich die Veranstaltungsräume betrete. Darum hatte ich mir vorsorglich eine Einkaufsliste geschrieben. Na ja – auf diese Liste habe ich an dem Tag keinen einzigen Blick geworfen und Wolle für ein ganz anderes Projekt gekauft.  Auch schön.

Meine Mama war da wesentlich professioneller – sie hat direkt beim dritten Stand zugeschlagen und sehr fokussiert für bestimmte Projekte Wolle geshoppt. Vielleicht läuft es dieses Jahr ja besser für mich, jetzt wo ich kein blutiger Festival-Anfänger mehr bin. Die Karten hängen jedenfalls schon am Kühlschrank. Und mit dem Sparen fange ich auch schon mal an. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den nächsten Besuch. Es war so faszinierend zu sehen, wie viele Strickbegeisterte es gibt und wie viel Freude sie daran hatten, sich unter Gleichgesinnten ihrem Lieblingshobby zu widmen. Darum gehört das Wollfestival für mich definitiv auch zu den Jahres-Highlights.

8. Ich bin interviewt worden!

Meine liebe Freundin Biggy ist Art-Coach und letztes Jahr hatte ich die Chance an einem ihrer Art-Coaching Retreats teilzunehmen. Eine großartige Erfahrung – jedem, der seine kreativen Energien mal wieder ordentlich durchschütteln möchte, kann ich Art-Coaching wärmstens empfehlen. Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist, dass ich auf diesem Retreat die tolle Melanie Hoessel kennengelernt habe. Sie war von meinem shoppingfreien Jahr so begeistert, dass sie mich zu diesem Thema für ihren Blog interviewt hat. Wenn ihr neugierig seid – hier könnt ihr das Interview nachlesen.

 9. Mein Caramel Cardigan

Meine Highlights können natürlich nicht ohne meine liebsten selbstgemachten Teile auskommen. Es gibt zwei Teile auf die ich ganz besonders stolz bin. Ein gestricktes und ein genähtes Teil. Das gestrickte Teil ist ganz klar meine Streifenjacke. Sie ist das erste richtige Kleidungsstück, das ich gestrickt habe und es grenzt für mich noch immer an Zauberei. Dabei zuzusehen, wie Reihe für Reihe auf den Nadeln ein tragbares Kleidungsstück entsteht, ist im Moment die coolste kreative Erfahrung, die ich mir vorstellen kann.

 10. Mein Weihnachtskleid

Und zu guter letzt: Mein liebstes Nähstück 2018. Es ist mein Weihnachtskleid und leider habe ich es immer noch nicht geschafft, einen Blogpost dazu zu erstellen. In erster Linie liegt es daran, dass ich noch keine schönen Tragefotos gemacht habe. Tatsächlich gibt es nur ein einziges Foto, auf dem das Kleid in voller Länge zu sehen ist und das ist leider ganz scheußlich ausgeleuchtet. Trotzdem darf das Kleidungsstück in meiner Highlight-Liste nicht fehlen. Und darum zeige ich euch auch dieses schlimme Foto. Denn ich LIEBE dieses Kleid…

… es war mein erster Versuch an einem Hemdblusenkleid. Gleichzeitig war es mein erster Versuch an einer Oberteil-Knopfleiste und – noch gruseliger – an einem Hemdkragen. Genäht habe ich das Isca Shirtdress von Marilla Walker aus einem wunderschönen, etwas schwereren Schottenkaro Stoff. Und abgesehen davon, dass die Karos an den Nähten nicht überall perfekt passen, habe ich alle Näh-Herausforderungen gemeistert. Ich bin super happy und sehr angefixt, weitere Blusen und Hemdblusenkleider in Angriff zu nehmen.

 

So, ihr Lieben – das waren meine 10 Kreativ-Highlights aus 2018 und damit ist meine etwas verlängerte Jahres-Rückschau abgeschlossen. Jetzt freue ich mich darauf, mit frischer Energie und Motivation meine neuen Nähprojekte in Angriff zu nehmen!

Alle Liebe – Wiebke

Handgemachte Kleidung, Kleid-Layering Mini-Capsule 2019, Motto-Capsules

Meine Nähpläne für das 1. Halbjahr 2019 // Meine erste Motto-Capsule

Das Jahr 2019 hat für mich nicht mit einem Raketenstart begonnen. Ich bin nicht mit den super Kreativ-Zielen fest vor Augen gen Horizont los gerannt. Nein, dieses Jahr habe ich eher noch etwas Rückschau gebraucht. Ich musste mein shoppingfreies Jahr noch etwas sacken lassen und darüber reflektieren, was ich aus dieser Zeit mit in das neue Jahr nehmen möchte. Und ich wollte mich noch ein paar UFO’s (= unfinished objects, also angefangene aber noch nicht vollendete Projekte) widmen.

Den ganzen Januar über hatte ich nicht so unheimlich große Näh-Lust. Ich habe es mir lieber mit meinem Strickzeug auf dem Sofa gemütlich gemacht, als mich in mein Nähzimmer zu stellen und mich den drei angefangenen Kleidungsstücken zu stellen, die in dem Zimmer vorwurfsvoll auf mich warten. Mein Näh-Mojo und mit ihm die Vision für meine Nähpläne 2019 haben ganz schön auf sich warten lassen.

Zum Glück habe ich mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Denn so ist es nun mal mit der Kreativität. Es gibt Ebbe und Flut und manchmal muss man einfach ein bisschen abwarten.

Meine Geduld hat sich ausgezahlt, denn dieses Wochenende war es glücklicherweise soweit: Die Inspiration hat zugeschlagen. Endlich konnte ich die Vision für meine Nähpläne vor meinem inneren Auge sehen.

Diese Vision wollte ich natürlich nicht direkt wieder ziehen lassen. Also habe ich am Wochenende Nägel mit Köpfen gemacht. Ich habe recherchiert, ich habe Listen gemacht, ich habe Skizzen gemacht und dann habe ich Stoff geshoppt. Jede Menge Stoff. Stoff für 10 Kleidungsstücke.

Denn meine Vision ist nicht einfach nur ein Outfit gewesen.
Meine Vision umfasst eine Mini-Capsule.

Die Stücke sind untereinander – sowohl was die Schnitte, als auch was die Farben betrifft – perfekt kombinierbar, so dass ich allein aus diesen 10 Teilen 20 unterschiedliche Outfits zusammenstellen kann. Und weil 4 der 10 Stücke Kleider sind, nenne ich dieses Projekt: „Die Kleid-Layering Mini-Capsule“.

Hier kommt die Liste.

Die Kleid-Layering Mini-Capsule

  1. Kleid Cleo | Tilly and the buttons | Camel-brauner Cord
  2. Kleid Cleo | Tilly and the buttons | schwarzer Denim
  3. Rock Erin | Sew over it London | schwarzer Cord
  4. Kleid Edie | Sew over it London | brauner Bienen-Muster Jersey
  5. Kleid Else | Schneidernmeistern | oranger Blumen-Druck Viscose-Jersey
  6. Shirt Jane | Seamwork | rosa Jersey
  7. Shirt Jane | Seamwork | weißer Jersey
  8. Edie Top | Sew over it London | grauer Jersey
  9. Edie Top | Sew over it London | rosa Romanit-Jersey
  10. Shirt | Stoff & Stil | brauner Bienen-Muster Jersey

Was mir an dieser Mini-Capsule besonders wichtig ist: Sie passt perfekt zu vielen Teilen aus meiner bestehenden Garderobe. So kann ich diese 10 Teile mit Kleidungsstücken aus meinem Kleiderschrank zu einer perfekten Capsule Wardrobe ergänzen. Wenn das nicht mal eine Vision ist!

Was mir ebenfalls wichtig ist: Die Capsule ist nicht saisonal. Denn das habe ich bei meinen ersten Versuchen mit dem Capsule Wardrobe Modell ja bereits festgestellt:

Ich mag keine saisonalen Garderoben. Ich liebe Layering, oder anders gesagt, den Zwiebel-Look und trage 80% meiner Garderobe das ganze Jahr über.

Darum werde ich keine Capsules mehr rund um eine Saison bauen. Aber:

Die Idee,
Capsules rund um andere Themen zu erstellen,
wie zum Beispiel hier das Kleid-Layering,
finde ich großartig.

Während meines shoppingfreien Jahres und durch die Arbeit mit dem Buch „Das Kleiderschrank Projekt“ habe ich ein paar größere Erkenntnisse zu meinem Wunsch-Stil gehabt.

Mein Plan ist, diese Erkenntnisse zu – sagen wir mal – insgesamt 4 Mottos für Capsule Wardrobes zu verdichten. Dann kann ich mich diesen übergeordneten Themen nach und nach mit je einer einzelnen Mini-Capsule widmen und diese so – mit Hilfe des Capsule Wardrobe Prinzips – in meine Garderobe integrieren.

Dadurch, dass ich durch die Capsules stets
ein Gesamtbild vor Augen habe,
kann ich sicher sein,
dass ich immer konsequent auf meine Stil-Vision hinarbeite.

Also für mich hört sich das super an. Ich werde mich dieses Jahr an meiner Motto-Capsule Methode versuchen und bin schon jetzt gespannt, was ich Ende 2019 darüber berichten kann.

Los geht es mit der ersten Motto-Capsule ab März.

Den Februar nutze ich für Vorbereitungen. Die Stoffe müssen ja noch vorgewaschen werden, Knöpfe und Zubehör will gekauft werden. Und ein paar UFO’s will ich vorher noch fertigbekommen. Aber das sollte jetzt kein Problem mehr sein, denn mit der Vision kam auch mein Näh-Mojo zurück. Juhuu! Ich habe am Samstag direkt ein paar Stunden am Nähtisch verbracht und mein York-Top zu 90% fertig gestellt. Das erste der drei Näh-UFO’s ist also so gut wie geschafft.

Auf ein kreatives Näh-Jahr 2019!

Alles Liebe – Wiebke