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Mein Tutorial für den Pailletten Perlen Plunder FAL: Punchneedle Patches!

Heute darf ich mein Amt als offizielle Plunderpatin des #paillettenperlenplunderfal antreten und euch mit einer ordentlichen Ladung Inspiration versorgen. Nichts mache ich lieber als das! Für diesen besonderen Anlass habe ich mir ein DIY-Projekt ausgedacht, dass richtig viel Spaß macht.

Ihr wollt wissen, was es ist? Ok ich verrate es: Wir schnappen uns die Punchneedle und designen eigene Aufnäher, mit denen wir unsere Garderobe verschönern können! Oder anders gesagt: Wir punchen Patches und pimpen damit unsere Klamotten. 😀

Ich habe die Anleitung für euch in zwei Einheiten aufgeteilt.
Teil 1 ist ein Punchneedle Crash-Kurs mit dem Basiswissen, das ihr für dieses kleine Projekt benötigt.
In Teil 2 geht es dann darum, wie ihr aus eurem Punchneedle-Bild einen Aufnäher machen könnt. Alles klar? Los geht’s!

Material

  • Punchneedle
  • Stickrahmen
  • Monk’s Cloth
  • Wolle in euren Wunsch-Farben
  • Schere
  • Vliesofix
  • Bügeleisen
  • 2 kleine Stoffreste
  • Nähmaschine + Nähgarn
  • 2 Sicherheitsnadeln

Punchneedle Crash-Kurs

7 Basics mit denen ihr direkt lospunchen könnt!

1. Welches Garn ist geeignet?

Faser

Grundsätzlich kannst du für Punchneedle Arbeiten jedes Garn nutzen, das dir gefällt. (Perfekt auch zur Reste-Verwertung!)
Jetzt kommt allerdings eine Einschränkung: Für dieses Projekt muss es auf jeden Fall eine Faser sein, die etwas Hitze abkann und beim Bügeln auf Stufe 2 nicht schmilzt. Ihr solltet also einen Bogen um Acrylwolle machen und lieber Schurwolle oder Baumwolle nutzen.

Garnstärke

Bei der Frage nach der Garnstärke kommt es auf die Punchneedle an, die ihr nutzt. In der Regel sollte bei der Beschreibung eurer Nadel eine Empfehlung für die Garnstärke enthalten sein.
Bei den originalen Oxford Punchneedles aus Holz könnt ihr euch an folgender Richtlinie orientieren:
Regular-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 6-8 mm verstricken würdet.
Fine-Nadeln: Garne, die ihr mit Nadelstärke 4,5 – 5,5 mm verstricken würdet.

Von Rico gibt es z.B. auch eine Punchneedle aus Plastik mit mehreren Aufsätzen, mit denen ihr auch dünne Wolle und Stricktwist verarbeiten könnt.

Für die Idee, die ich euch heute zeige, ist es aber unerheblich, welche Stärke deine Nadel hat. Du kannst jede Punchneedle nutzen!

2. Welcher Stoff ist geeignet?

Der Stoff, den man am besten zum Punchen nutzen sollte, heisst Monk’s Cloth und ist in Deutschland noch nicht ganz so einfach zu finden. Darum verrate ich euch meine Bezugsquelle, damit ihr euch mit dem geeigneten Material ausstatten könnt. Tut euch selber einen Gefallen und nutzt bitte keine Jute oder Sackleinen – diese Gewebe funktionieren leider nicht so gut zum punchen.

Ich habe meinen Monk’s Cloth hier im Etsy Shop von The Joyful Punch gekauft.

3. Wie fädele ich das Garn ein?

Zuerst fädelst du den Faden durch das Loch in der Nadelspitze und ziehst ihn ca. 10 cm nach oben heraus. Dann fädelst du das andere Ende des Fadens durch die Metallöse am unteren Ende der Nadel und ziehst den Faden so weit nach unten durch, bis am oberen Ende nur noch 2 cm aus der Nadelspitze herausschauen. Der Faden legt sich beim Durchziehen automatisch in den Schlitz am Nadel-Griff.

4. Wie halte ich die Punchneedle?

Du nimmst die Nadel ganz bequem so in die Hand, wie du einen Stift halten würdest. Achte darauf, dass die offene Seite der Nadel immer in die Arbeitsrichtung – also in die Richtung, in die du punchen möchtest – zeigt. Wenn du einen Richtungswechsel arbeiten möchtest, dann drehst du die Nadel – während sie im Stoff steckt – einfach so, dass die offene Seite wieder in die Richtung zeigt, in die es weiter gehen soll.

5. Wie mache ich den Anfang?

Du hast deine Nadel eingefädelt. Du hast deinen Monk’s Cloth in einen Stickrahmen gespannt. Aber wie machst du den Anfang? Kein Problem: Um mit dem Punchen zu beginnen, stichst du einfach einmal von oben nach unten durch den Stoff. Dann greifst du unter den Stoff und ziehst den Faden, der vorne aus der Nadel herausguckt ein paar Centimeter nach unten durch. Das ist der Anfang – von hier aus kannst du lospunchen.

6. Wie mache ich die Stiche?

Für unser Projekt brauchst du dir für deine Stiche nur vier einfache Richtlinien zu Herzen zu nehmen.

Gepuncht wird immer von oben nach unten

Du schiebst den Faden mit Hilfe der Nadel also immer von oben nach unten in das Geflecht des Stoffes. Indem du die Nadel nach jedem „punch“ ein paar Millimeter weiter bewegst, entsteht deine Linie. Die Struktur des Monk’s Cloth verhindert, dass die Wolle wieder nach oben flutscht, wenn du die Nadel aus dem Stoff ziehst. Dadurch entstehen auf der Unterseite des Stoffes Schlingen. Auf der Oberseite entsteht ein Bild, dass eher an eine Stick-Arbeit erinnert. Traditionellerweise entsteht bei Punchneedle-Arbeiten das „schöne“ Bild auf der Unterseite des Stoffes, also auf der Seite mit den Schlingen. Für unsere Patches nutzen wir aber die Oberseite als „schöne“ Seite. Beim punchen siehst du also direkt das Bild, das später auch auf deinem Patch zu sehen sein wird. Weil es so schnell und einfach geht, fühlt es sich fast an, als ob du mit Wolle auf Stoff malen würdest.

Verliere nicht den Kontakt zum Untergrund

Wenn du die Nadel beim Punchen nach oben aus dem Stoff ziehst, achte darauf, dass du die Spitze nicht zu weit nach oben ziehst. Versuche, mit der Spitze der Nadel immer den Kontakt zum Stoff zu behalten und sie mit Kontakt über den Stoff zu schieben/rutschen, anstatt als sie darüber zu heben.

Nutze das Raster des Stoffe

Durch die grobe Struktur des Monk’s Cloth spürst du beim Weiterschieben der Nadel die Struktur des Geflechts. So kannst du dir merken, wie viele „Hubbel“ du mit der Nadel weiterrutschst, bevor du den nächsten Stich machst. Auf diese Weise kannst du ganz einfach dafür sorgen, dass deine Stiche gleichmäßig werden.

Um die Flächen deines Bildes mit Stichen zu füllen, mach es wie beim Ausmalen:

Punche zuerst einmal die komplette Umrandung deiner Farbfläche und arbeite dich dann spiralförmig nach innen vor. Setze deine Stiche schön dicht aneinander, so dass zwischen den Linien keine sichtbaren Leerräume entstehen.

7. Wie trenne ich den Faden, wechsle die Farbe oder beende die Arbeit?

Um den Faden zu trennen, stich mit der Nadel nach unten durch den Stoff und halte die Nadel hier. Auf der Unterseite schneidest du den Faden ungefähr auf halber Höhe der Nadelspitze ab. Dann ziehst du die Nadel wieder nach oben heraus. Fertig. Jetzt kannst du die Nadel entweder mit einer neuen Farbe bestücken, mit dem gleichen Faden an einer anderen Stelle deines Bildes weiterpunchen oder deine Arbeit beenden.

Punch it! Patch it! Wear it!

So wird aus deinem Punchneedle-Bild ein Patch!

Punch it!

  • Motiv aussuchen und auf den Stoff übertragen
  • Stoff in den Stickrahmen einspannen
  1. Punche dein Bild indem du mit der ersten Farbfläche anfängst. Punche zuerst die Konturen der Fläche.
  2. Fülle die Fläche dann spiralförmig aus, bis keine Lücken mehr zu sehen sind.
  3. Dann wechsel zur nächsten Farbfläche und starte hier wieder mit der Kontur.
  4. Arbeite dich Fläche für Fläche durch dein Motiv, bis du es komplett “ausgemalt” hast.

Füge ganz nach deinem Geschmack eine Hintergrundfarbe und einen Rahmen hinzu.

Patch it!

Damit aus deinem gepunchten Motiv ein Patch wird, gehst du wie folgt vor:

  1. Schneide ein Stück Vliesofix zu, das großzügig über dein gepunchtes Motiv passt (ca. 2 cm Rand).
  2. Lege das Vliesofix mit der rauhen Seite auf die Rückseite/Unterseite des Punchneedle-Bildes. In unserem Falle ist dies die Seite mit den Schlingen. Bügele das Vliesofix entsprechend der Anleitung auf die Schlingen-Seite auf.
  3. Achte darauf, dass du das Vliesofix mit dem Bügeleisen nah an den Rand des Designs presst, so dass dein Bild gut “eingepackt” ist und die Schlingen durch den Kleber fixiert werden. Lass das Vliesofix abkühlen.
  4. Zieh vorsichtig das Papier des Vliesofix ab.

Wear it!

Möchtest du deinen Patch dauerhaft an einem Kleidungsstück anbringen oder möchtest du zwischendurch mal tauschen? Ich zeige dir beide Möglichkeiten, deinen Patch tragbar zu machen.

Wenn du deinen Patch auf unterschiedlichen Kleidungsstücken tragen möchtest, dann folge diesen Schritten:

  1. Schneide ein Stück Stoff in der Größe deines Stückes Monk’s Cloth zu. Lege den Stoff auf die Seite mit der Vliesofix Klebeschicht.
  2. Bügel den Stoff entsprechend der Vliesofix-Anleitung auf. Lass den Patch abkühlen.

Schneide den Patch aus und gib dabei ca 1,5 cm Nahtzugabe hinzu.

3. Schneide ein weiteres Stück Stoff in der Größe deines Patches zu.
4. Nähe die beiden Teile rechts auf rechts mit der Nähmaschine (oder von Hand) knappkantig zusammen. Du kannst einen Reißverschluss-Fuß nutzen, um mit der Nadel so nah wie möglich an den Rand des Patches zu kommen. Lass eine Wendeöffnung für den Patch offen.
5. Wende den Patch durch die Öffnung.
6. Nähe die Wendeöffnung von Hand zu. Wenn du magst, kannst du die Rückseite des Patches einmal bügeln.

Mit Hilfe von Sicherheitsnadeln wird aus deinem Patch ein Anstecker! So kannst du ihn nach Lust und Laune auf Jacke, Pullover oder Rucksack tragen.

Wenn du ein ganz bestimmtes Kleidungsstück mit gepunchten Deko-Elementen verzieren möchtest, kannst du sie auch direkt mit dem Vliesofix auf das entsprechende Kleidungsstück aufbügeln.

Wenn du den Patch aufgebügelt hast und er abgekühlt ist, kannst du ihn mit deiner Nähmaschine applizieren. Stelle dazu einen engen aber möglichst breiten Zickzack-Stich ein (Denk daran, das Stichbild vorher einmal auf einem Reststück zu testen!) und nähe einmal rundherum. Fertig!

Ich hoffe sehr, dass euch diese Anleitung zu den verrücktesten Ideen inspiriert und wir beim #paillettenperlenplunderfal der Frickelcast Mädels noch viele bunte Punchneedle-Patches zu sehen bekommen!

Ganz wichtig:

Bitte vergesst nicht, eure Werke bei Instagram zu zeigen und mit den richtigen Hashtags zu versehen, damit wir sie auch alle bewundern können und ihr für die begleitende Verlosung in den Lostopf hüpft! Hier zur Erinnerung noch einmal die Hashtags:

#paillettenperlenplunderfal
#pppfal
#plunderpatinnr3

Bitte taggt ausserdem:

@frickelcast
@jetztkochtsieauchnoch
@feierabendfrickeleien
@wiebke_loevenforst

Ich freue mich schon sehr auf eure Einfälle und eure plunderigen Werke!

Alles Liebe – Wiebke


Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag

Handgemachte Kleidung, Kleid-Layering Mini-Capsule 2019, Motto-Capsules

Cleo Latzkleid & York Top – Das erste Outfit aus der Mini-Capsule

Wenn ihr mir bei Instagram folgt, habt ihr es höchst wahrscheinlich schon mitbekommen. Denn momentan poste ich dort kaum etwas anderes. Ich nehme dieses Jahr an der Challenge „The 100 day project“ teil. Dabei geht es darum, sich etwas vorzunehmen, das man dann 100 Tage lang täglich umsetzt und bei Instagram davon berichtet. Weltweit nehmen jedes Tag viele Künstler, Macher, Schreiber, Fotografen usw an dieser Aktion teil und nehmen ihr Follower mit auf die Reise. Und dieses Jahr bin auch ich mit von der Partie.

Meine persönliche Challenge: #100daysofmorningmakes

Ich habe mir vorgenommen, mir jeden Tag morgens Zeit für Kreativität zu nehmen. Unter der Woche bedeutet das für mich: Um 5 Uhr aufstehen, damit ich vor der Arbeit eine Stunde Zeit für meine kreativen Projekte habe. An freien Tagen ist es natürlich wesentlich entspannter.

Ich merke schon jetzt – nachdem knapp ¼ der Zeit vorbei ist, dass diese kleinen Zeiteinheiten wirklich nicht zu unterschätzen sind.

Eine dreiviertel Stunde hier
und eine halbe Stunde dort
summieren sich schnell zu einem ganzen Arbeitstag.

Diese morgendlichen Nähzeit-Fenster sind der Grund dafür, dass ich heute mein erstes Outfit aus meiner Mini Capsule Wardrobe zeigen kann.

Kurz zur Erinnerung: Hier habe ich ausführlich von meinen Plänen berichtet, eine Mini Capsule Wardrobe bestehend aus 10 Kleidungsstücken zu nähen.

Meine Cord-Cleo ist ein waschechtes Morning Make. Entstanden in 45 Minuten Abschnitten vor 6 Uhr morgens. Wenn ich das hier so schreibe, klingt das echt verrückt. Aber geklappt hat es super!

Wie auch die beiden anderen Versionen des Schnittes, die sich schon in meinem Kleiderschrank befinden, mag ich diese Cleo sehr. Und ich glaube, diese Cord-Version wird von den dreien am häufigsten getragen werden. Latzkleider sind ja eh schon so vielseitig, da man sie super kombinieren und mit anderen Teilen layern kann. Aber diese neutrale Farbe macht das Kombinieren noch einmal deutlich einfacher.

Meine rote Cleo ist mir an manchen Tagen zu auffällig. Meine weiße Cleo ist eindeutig ein reines Sommerkleid. Aber diese Cord Cleo ist ein Teil für jeden Tag. Die kann lässig. Die kann schick. Die geht mit Bluse und Pumps. Die geht mit Hoodie und Vans. Die geht mit Lederjacke und Doc’s.

Genau das war mein Ziel. Denn eigentlich bestehen meine Brot-und-Butter-Outfits aus Jeans mit T-Shirt. Mit meiner Kleid Layering Mini-Capsule wollte ich es schaffen, auch Kleider zu Brot-und-Butter-Outfits für mich zu machen. Ich glaube, das ist mir jetzt schon geglückt.  Und es kommt noch eine weitere Cleo dazu! Mit der geplanten schwarzen Jeans-Cleo eröffnen sich noch einmal so viele Kombinationen.

Hier seht ihr die Cord-Cleo mit meinem Seamwork York-Top aus schwarz-weiß kariertem Baumwoll-Stoff.

Dieses Oberteil lag eeeeeewig halb genäht auf meinem Nähtisch herum. Ich bin an dem benötigten Schrägband hängen geblieben, das zum Einfassen des Ausschnittes und für den Schlitz-Verschluss auf der Rückseite benötigt wird. Kennt ihr das auch? Manchmal drücke ich mich vor einem kleinen Arbeitsschritt und lege dadurch Projekte für Wochen lahm. Aber im Rahmen der „Mach das UFO fertig!“ Aktion von den Frickelcast Mädels habe ich mir einen Ruck gegeben.

Das Schrägband selber herzustellen hat letztendlich kein bisschen weh getan. Ich habe mir dieses Youtube Video angeschaut und endlich mal meinen Schrägbandformer eingeweiht, der hier schon so lange auf seinen Einsatz gewartet hat. Und schon hatte ich alles, was ich brauchte um mein York Top fertig zu nähen.

So ist ein super bequemes Oberteil aus Webware entstanden. Eine Mischung aus Bluse und Longsleeve und somit auch wieder ein vielseitig kombinierbares Teil, das ich nicht mehr missen möchte.

Schwarz-weiß karierte Blusen kann man ja nie genug haben. Finde ich.

So, ihr Lieben. Ich hoffe, dass ich euch in den nächsten Tagen weitere Cleo-Outfits zeigen kann. Denn die nächsten zwei Oberteile sind schon fertig. Ich muss nur noch dazu kommen, schöne Fotos zu machen.

Alles Liebe von Wiebke

 

PS: Dieser Beitrag wandert zur Du für Dich am Donnerstag Linkparty


Schnitt Latzkleid: Cleo Dress von Tilly and the Buttons

Stoff: Breitcord in der Farbe Camel von Stoffolino

Schnitt Bluse: York Top von Seamwork

Stoff: s/w Gingham Baumwoll-Stoff aus dem Stoffoutlet Mönchengladbach

Shoppingfreies Jahr 2018

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke | 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

Inspiration, Erlebnisse & Lieblingsstücke – 10 Highlights meines shoppingfreien Jahres 2018.

In meinem letzten Post hatte ich ja schon geschrieben, dass ich den Januar über noch intensiv reflektiert habe – vor allem über mein shoppingfreies Jahr und was ich daraus mitnehme. Meine größten Erkenntnisse aus dem Jahr habe ich hier ja bereits mit euch geteilt.

Jetzt möchte ich noch einmal 10 Highlights aus dem letzten Jahr mit euch teilen. Es ist eine bunte Mischung aus Erlebnissen, Inspirationen und Lieblings-Stücken.

 1. Karen Templer

Auch wenn ich die stylishen und hochwertigen Strick-Accessoires aus dem Hause Fringe Supply Co. schon etwas länger kannte (seit letztem Jahr bin ich stolze Besitzerin einer Field Bag), habe ich mich noch nie mit der Macherin hinter der Marke beschäftigt. Letztes Jahr bin ich dann zufällig über ein Podcast-Interview auf Karen Templer und ihr Engagement für die Slowfashion-Bewegung aufmerksam geworden und habe mich auf ihrem Blog etwas umgeschaut. Sie ist die Gründerin der Instagram-Aktion #slowfashionoctober oder #slowtober und beschäftigt sich sehr intensiv mit ihrer Garderoben-Planung. Sie strickt nicht nur, sondern näht auch und ich finde sowohl ihren Style als auch ihre Herangehensweise an die Outfit Planung einfach unfassbar inspirierend.

 2. Visual Mending

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf das Buch “Mending Matters” von Katrina Rodabaugh aufmerksam geworden bin. Ich glaube aber, es war über den Blog von Karen Templer. Jedenfalls war ich schockverliebt in der Sekunde, als ich ein Bild ihrer geflickten Jeans gesehen habe.  Kathrin macht sich für “visual mending” – also sichtbares Flicken von Kleidungsstücken stark. Sie vertritt die Einstellung, dass geflickte Stellen nicht versteckt werden sollten, da sie ein Kleidungsstück nur schöner machen.

Ausbessern, Stopfen und Flicken als Kunstform – die Idee lässt mein Herz höher schlagen.

Und ich gebe ihr recht: Die kunstvoll im japanischen Sashiko-Stil geflickten Jeans sind wirklich kleine Kunstwerke. Dass durch diese Verschönerung auch noch die Lebensdauer von Kleidungsstücken erheblich verlängert wird gerät dabei fast – aber auch nur fast – zur Nebensache. Ich finde es bei der heutigen Wegwerf-Mentalität absolut wichtig, das Thema Flicken immer und immer wieder anzusprechen.

Denn selbst für viele begeisterte Näherinnen ist dieses Thema noch so mit dem mühseligen und angestaubten Socken-Stopfen verbunden, dass es sie davor graust, zerschlissene Kleidungsstücke auszubessern. Darum glaube ich, dass die Idee des kunstvollen “Visual Mendings” ordentlich frischen Wind in diesen ungeliebten Bereich der Handarbeit bringen kann. Ich habe mir jedenfalls direkt Sashiko Garn bestellt und angefangen, eine Jeans zu flicken. Zwei weitere löchrige Lieblingsjeans liegen auch schon bereit.

3. Sew Liberated

Die Schnitte und der Style von Sew Liberated waren eine DER Entdeckungen für mich in 2018. Ich denke, auf die Schnittmuster des Indie-Labels bin ich über die Strick-Community auf Instagram aufmerksam geworden. Einige amerikanische Strick-Designerinnen lieben die entspannten Kleider-Schnitte der Designerin Meg Mcelwee. Und ich jetzt auch. Als ich mich zu Megs Instagram Feed durchklickte, war ich nicht auf diese enorme Inspirations-Flut gefasst, die dort auf mich wartete. Denn ich kann es nicht anders sagen: Ich liebe Megs Art sich zu kleiden. Sie trägt viel selbst geschneiderte Kleidung und schichtet ihre Kleider so gekonnt übereinander, dass ein ganz besonderer und sehr lässiger Stil dabei herauskommt. Auf dem Moodboard in meinem Nähzimmer hängen mittlerweile eine ganze Menge ihrer Outfit-Fotos und in meiner Schnittmuster-Sammlung befinden sich drei ihrer Kleiderschnitte. Ich kann es kaum erwarten, selber ein paar Sew Liberated Teile aus coolem Ethno-Stoff in meinem Kleiderschrank zu haben.

  4. Elle Puls Podcast mit Sindy von Mein Gewisses Etwas

Einen der größten Aha-Momente des Jahres 2018 hatte ich beim Hören dieser Folge des Podcasts “Näh deinen Stil” von Elle Puls. In dieser Episode unterhält Elke sich mit Sindy – der Frau, die den großartigen Nähblog “Mein gewisses Etwas” schreibt. Es geht um das Thema, wie Nähen bei der eigenen Stilfindung helfen kann. Bei ein paar Erfahrungen, die Sindy auf ihrer Reise gemacht hat und die sie in dem Interview mit den Hörern teilt, hat es bei mir sowas von laut KLICK gemacht. Ich konnte mich so mit ihren Gedanken identifizieren und habe mich so verstanden und abgeholt gefühlt, dass es mir richtig gut getan hat, dem Gespräch der beiden zuzuhören.

Jeder, die auf dem Weg zu ihrer selbst genähten Garderobe zwischendurch mal ins Stocken gerät. Jeder, die sich mit Gedanken wie “Das schaffe ich nie. Ich komme nie dort an, wo andere Näherinnen schon sind.” quält, kann ich nur empfehlen, dieses Interview zu hören. Danach werdet ihr euch beruhigt und motiviert fühlen und wieder voller Zuversicht eurer Traum-Garderobe entgegen schneidern.

 5. Das Kleiderschrank-Projekt

Dieses Buch ist definitiv die Geheimzutat gewesen, die mich während des shoppingfreien Jahres am stärksten nach vorne – hin zu meiner Stil-Vision – gebracht hat. Ich habe Anuschkas Blog schon vor einigen Jahren entdeckt, als ich mich das erste mal – rein theoretisch – mit dem Thema Capsule Wardrobe beschäftigt habe. Ihre klare und analytische, aber trotzdem sehr inspirierte Herangehensweise an das Thema der Garderobenplanung fand ich schon damals sehr ansprechend. Daher war ich mir sehr sicher , dass ihr Buch richtig gut sein muss. Und genau so ist es auch: “Das Kleiderschrank-Projekt” ist eher ein Kurs als ein Buch.

Es nimmt die Leserin an die Hand und zeigt ihr Schritt für Schritt wie sie eine klare Stil-Vision entwickeln und diese dann auch in die Realität umsetzen kann. Aber man sollte sich keine Illusionen machen: Sich dem Kleiderschrank-Projekt zu widmen, bedeutet Arbeit und Engagement.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man aus dem Buch das meiste herausholen kann, wenn man auch bereit ist, Zeit in das Projekt zu investieren.

Ich habe Anfang November 2018 begonnen, mit dem Buch zu arbeiten und bin noch nicht durch.

Ich sehe es als langfristiges Projekt
und finde es gut,
die Erkenntnisse zwischendurch
sacken zu lassen.

Mit der “Kleid-Layering Mini-Capsule”, die ich in meinem letzten Blogpost angekündigt habe, setze ich die ersten Teile um, die ich dank des Buches für meine Garderobe identifiziert habe. Ich kann kaum erwarten zu sehen, wie die ersten Teile aus meiner Vision zur Realität werden. Und ich freue mich schon darauf, die nächsten Kapitel in Angriff zu nehmen.

 6. Fibreshare

Ein großes Highlight in 2018 war meine erste Teilnahme an der internationalen Woll-Tausch Aktion FibreShare. Für eine Anmeldegebühr von 8 Dollar ist man dabei. Ashley und Beth – die zwei Frauen hinter FibreShare – machen die Zuordnung der über 3000 Tausch-Partner aus aller Welt tatsächlich von Hand! Sie werten die Fragebogen aus, die man zu Beginn der Aktion ausfüllen muss und versuchen Partner zu finden, die etwas gemeinsam haben. Bei mir hat es tatsächlich wunderbar geklappt. Ich habe zwei ganz tolle Stricker aus den USA als Tausch-Partner bekommen, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe.

Die ganze Aktion war ein großer Spaß für mich – es war so eine Freude, das Paket für die andere Person zu packen. Und es war ein Wahnsinns- Adrenalin-Schub, als das eigene Paket nach all der Warterei endlich angekommen ist. Ein Gefühl wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag. Ich kann es jedem zur empfehlen, diese Erfahrung zu machen!

 7. Wollfestival Düsseldorf

Gemeinsam mit meiner Mama habe ich mich in Düsseldorf das erste Mal ins Getümmel eines Wollfestivals gestürzt. Was für ein Erlebnis! So viel Wolle auf einem Fleck – wir waren im 7. Woll-Himmel. Ich war von der ganzen Pracht allerdings so überfordert, dass ich mehrere Runden auf dem Festival drehen musste, um mich dazu durchringen zu können, etwas zu kaufen. Ich hatte im Vorfeld schon die Befürchtung, dass ich all meine Strickpläne in der Sekunde vergessen würde, in der ich die Veranstaltungsräume betrete. Darum hatte ich mir vorsorglich eine Einkaufsliste geschrieben. Na ja – auf diese Liste habe ich an dem Tag keinen einzigen Blick geworfen und Wolle für ein ganz anderes Projekt gekauft.  Auch schön.

Meine Mama war da wesentlich professioneller – sie hat direkt beim dritten Stand zugeschlagen und sehr fokussiert für bestimmte Projekte Wolle geshoppt. Vielleicht läuft es dieses Jahr ja besser für mich, jetzt wo ich kein blutiger Festival-Anfänger mehr bin. Die Karten hängen jedenfalls schon am Kühlschrank. Und mit dem Sparen fange ich auch schon mal an. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den nächsten Besuch. Es war so faszinierend zu sehen, wie viele Strickbegeisterte es gibt und wie viel Freude sie daran hatten, sich unter Gleichgesinnten ihrem Lieblingshobby zu widmen. Darum gehört das Wollfestival für mich definitiv auch zu den Jahres-Highlights.

8. Ich bin interviewt worden!

Meine liebe Freundin Biggy ist Art-Coach und letztes Jahr hatte ich die Chance an einem ihrer Art-Coaching Retreats teilzunehmen. Eine großartige Erfahrung – jedem, der seine kreativen Energien mal wieder ordentlich durchschütteln möchte, kann ich Art-Coaching wärmstens empfehlen. Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist, dass ich auf diesem Retreat die tolle Melanie Hoessel kennengelernt habe. Sie war von meinem shoppingfreien Jahr so begeistert, dass sie mich zu diesem Thema für ihren Blog interviewt hat. Wenn ihr neugierig seid – hier könnt ihr das Interview nachlesen.

 9. Mein Caramel Cardigan

Meine Highlights können natürlich nicht ohne meine liebsten selbstgemachten Teile auskommen. Es gibt zwei Teile auf die ich ganz besonders stolz bin. Ein gestricktes und ein genähtes Teil. Das gestrickte Teil ist ganz klar meine Streifenjacke. Sie ist das erste richtige Kleidungsstück, das ich gestrickt habe und es grenzt für mich noch immer an Zauberei. Dabei zuzusehen, wie Reihe für Reihe auf den Nadeln ein tragbares Kleidungsstück entsteht, ist im Moment die coolste kreative Erfahrung, die ich mir vorstellen kann.

 10. Mein Weihnachtskleid

Und zu guter letzt: Mein liebstes Nähstück 2018. Es ist mein Weihnachtskleid und leider habe ich es immer noch nicht geschafft, einen Blogpost dazu zu erstellen. In erster Linie liegt es daran, dass ich noch keine schönen Tragefotos gemacht habe. Tatsächlich gibt es nur ein einziges Foto, auf dem das Kleid in voller Länge zu sehen ist und das ist leider ganz scheußlich ausgeleuchtet. Trotzdem darf das Kleidungsstück in meiner Highlight-Liste nicht fehlen. Und darum zeige ich euch auch dieses schlimme Foto. Denn ich LIEBE dieses Kleid…

… es war mein erster Versuch an einem Hemdblusenkleid. Gleichzeitig war es mein erster Versuch an einer Oberteil-Knopfleiste und – noch gruseliger – an einem Hemdkragen. Genäht habe ich das Isca Shirtdress von Marilla Walker aus einem wunderschönen, etwas schwereren Schottenkaro Stoff. Und abgesehen davon, dass die Karos an den Nähten nicht überall perfekt passen, habe ich alle Näh-Herausforderungen gemeistert. Ich bin super happy und sehr angefixt, weitere Blusen und Hemdblusenkleider in Angriff zu nehmen.

 

So, ihr Lieben – das waren meine 10 Kreativ-Highlights aus 2018 und damit ist meine etwas verlängerte Jahres-Rückschau abgeschlossen. Jetzt freue ich mich darauf, mit frischer Energie und Motivation meine neuen Nähprojekte in Angriff zu nehmen!

Alle Liebe – Wiebke

Handgemachte Kleidung, Kleid-Layering Mini-Capsule 2019, Motto-Capsules

Meine Nähpläne für das 1. Halbjahr 2019 // Meine erste Motto-Capsule

Das Jahr 2019 hat für mich nicht mit einem Raketenstart begonnen. Ich bin nicht mit den super Kreativ-Zielen fest vor Augen gen Horizont los gerannt. Nein, dieses Jahr habe ich eher noch etwas Rückschau gebraucht. Ich musste mein shoppingfreies Jahr noch etwas sacken lassen und darüber reflektieren, was ich aus dieser Zeit mit in das neue Jahr nehmen möchte. Und ich wollte mich noch ein paar UFO’s (= unfinished objects, also angefangene aber noch nicht vollendete Projekte) widmen.

Den ganzen Januar über hatte ich nicht so unheimlich große Näh-Lust. Ich habe es mir lieber mit meinem Strickzeug auf dem Sofa gemütlich gemacht, als mich in mein Nähzimmer zu stellen und mich den drei angefangenen Kleidungsstücken zu stellen, die in dem Zimmer vorwurfsvoll auf mich warten. Mein Näh-Mojo und mit ihm die Vision für meine Nähpläne 2019 haben ganz schön auf sich warten lassen.

Zum Glück habe ich mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Denn so ist es nun mal mit der Kreativität. Es gibt Ebbe und Flut und manchmal muss man einfach ein bisschen abwarten.

Meine Geduld hat sich ausgezahlt, denn dieses Wochenende war es glücklicherweise soweit: Die Inspiration hat zugeschlagen. Endlich konnte ich die Vision für meine Nähpläne vor meinem inneren Auge sehen.

Diese Vision wollte ich natürlich nicht direkt wieder ziehen lassen. Also habe ich am Wochenende Nägel mit Köpfen gemacht. Ich habe recherchiert, ich habe Listen gemacht, ich habe Skizzen gemacht und dann habe ich Stoff geshoppt. Jede Menge Stoff. Stoff für 10 Kleidungsstücke.

Denn meine Vision ist nicht einfach nur ein Outfit gewesen.
Meine Vision umfasst eine Mini-Capsule.

Die Stücke sind untereinander – sowohl was die Schnitte, als auch was die Farben betrifft – perfekt kombinierbar, so dass ich allein aus diesen 10 Teilen 20 unterschiedliche Outfits zusammenstellen kann. Und weil 4 der 10 Stücke Kleider sind, nenne ich dieses Projekt: „Die Kleid-Layering Mini-Capsule“.

Hier kommt die Liste.

Die Kleid-Layering Mini-Capsule

  1. Kleid Cleo | Tilly and the buttons | Camel-brauner Cord
  2. Kleid Cleo | Tilly and the buttons | schwarzer Denim
  3. Rock Erin | Sew over it London | schwarzer Cord
  4. Kleid Edie | Sew over it London | brauner Bienen-Muster Jersey
  5. Kleid Else | Schneidernmeistern | oranger Blumen-Druck Viscose-Jersey
  6. Shirt Jane | Seamwork | rosa Jersey
  7. Shirt Jane | Seamwork | weißer Jersey
  8. Edie Top | Sew over it London | grauer Jersey
  9. Edie Top | Sew over it London | rosa Romanit-Jersey
  10. Shirt | Stoff & Stil | brauner Bienen-Muster Jersey

Was mir an dieser Mini-Capsule besonders wichtig ist: Sie passt perfekt zu vielen Teilen aus meiner bestehenden Garderobe. So kann ich diese 10 Teile mit Kleidungsstücken aus meinem Kleiderschrank zu einer perfekten Capsule Wardrobe ergänzen. Wenn das nicht mal eine Vision ist!

Was mir ebenfalls wichtig ist: Die Capsule ist nicht saisonal. Denn das habe ich bei meinen ersten Versuchen mit dem Capsule Wardrobe Modell ja bereits festgestellt:

Ich mag keine saisonalen Garderoben. Ich liebe Layering, oder anders gesagt, den Zwiebel-Look und trage 80% meiner Garderobe das ganze Jahr über.

Darum werde ich keine Capsules mehr rund um eine Saison bauen. Aber:

Die Idee,
Capsules rund um andere Themen zu erstellen,
wie zum Beispiel hier das Kleid-Layering,
finde ich großartig.

Während meines shoppingfreien Jahres und durch die Arbeit mit dem Buch „Das Kleiderschrank Projekt“ habe ich ein paar größere Erkenntnisse zu meinem Wunsch-Stil gehabt.

Mein Plan ist, diese Erkenntnisse zu – sagen wir mal – insgesamt 4 Mottos für Capsule Wardrobes zu verdichten. Dann kann ich mich diesen übergeordneten Themen nach und nach mit je einer einzelnen Mini-Capsule widmen und diese so – mit Hilfe des Capsule Wardrobe Prinzips – in meine Garderobe integrieren.

Dadurch, dass ich durch die Capsules stets
ein Gesamtbild vor Augen habe,
kann ich sicher sein,
dass ich immer konsequent auf meine Stil-Vision hinarbeite.

Also für mich hört sich das super an. Ich werde mich dieses Jahr an meiner Motto-Capsule Methode versuchen und bin schon jetzt gespannt, was ich Ende 2019 darüber berichten kann.

Los geht es mit der ersten Motto-Capsule ab März.

Den Februar nutze ich für Vorbereitungen. Die Stoffe müssen ja noch vorgewaschen werden, Knöpfe und Zubehör will gekauft werden. Und ein paar UFO’s will ich vorher noch fertigbekommen. Aber das sollte jetzt kein Problem mehr sein, denn mit der Vision kam auch mein Näh-Mojo zurück. Juhuu! Ich habe am Samstag direkt ein paar Stunden am Nähtisch verbracht und mein York-Top zu 90% fertig gestellt. Das erste der drei Näh-UFO’s ist also so gut wie geschafft.

Auf ein kreatives Näh-Jahr 2019!

Alles Liebe – Wiebke

Shoppingfreies Jahr 2018

Was ich aus meinem shoppingfreien Jahr gelernt habe. Meine 7 wichtigsten Take-Aways.

Auf diesem Blogpost habe ich mich schon das ganze Jahr 2018 über gefreut: Darüber zu reflektieren, was ich durch das Shopping-Fasten gelernt habe und diese Erkenntnisse dann hier festzuhalten. Ich habe mir schon im Januar 2018 zu Beginn der Aktion vorgestellt, dass ich mich voller Inspiration und vielleicht auch etwas weiser an meinen Computer setze und motiviert einen tollen Blogpost schreibe.

Nun ja… dieser Zeitpunkt, an den ich so oft gedacht habe, ist jetzt gekommen: Das shoppingfreie Jahr ist vorbei. Challenge bestanden. Das neue Jahr ist sogar schon zwei Wochen alt. Leider hat die Muse für diesen Blogpost etwas auf sich warten lassen. Aber jetzt ist es endlich soweit und ich starte das Blog-Jahr 2019 mit meinen 7 wichtigsten Erkenntnissen aus dem shoppingfreien Jahr 2018.

Natürlich sind meine Erkenntnisse sehr subjektiv. Ich hoffe trotzdem, dass die ein oder andere von euch vielleicht trotzdem etwas daraus mitnehmen kann und vielleicht sogar ihre eigene Fasten-Challenge startet.

Hier kommen sie also:

Meine 7 wichtigsten Take-Aways aus dem shoppingfreien Jahr 2018.

1.

Was ich vor dem shoppingfreien Jahr noch nicht über mich wusste: Ich finde uni-farbene Kleidungsstücke toll und kleide mich gerne monochrom. Insbesondere schlägt mein Herz für All-Black oder All-White Outfits. Gerne auch in unterschiedlichen Schattierungen. Ich finde, so kommen raffinierte Schnitte wunderbar zur Geltung und man kann toll mit Accessoires spielen. Diese Erkenntnis war für mich neu. Denn eigentlich greife ich in Shopping-Situationen im Zweifelsfall IMMER zu einer bunten Variante des Kleidungsstücks oder des Stoffs, wenn ich die Wahl habe. Bunt erscheint mir interessanter und spaßiger. Vor allem beim Nähen oder Stricken – ich finde Handarbeit macht mit bunten Materialien mehr Spaß. Ich habe tatsächlich bisher noch nie auch nur ein einziges uni schwarzes oder uni weißes Kleidungsstück genäht. Aber jetzt – nachdem ich diese Erkenntnis hatte- habe ich mir für 2019 fest vorgenommen, dies zu ändern.

Mein Take-Away für 2019: Mehr uni nähen!

2.

Ich möchte mich für meine Nähplanung weniger von Schnitten inspirieren lassen, sondern mehr von Lücken in meinem Kleiderschrank. Diese zu entdecken war eines der wichtigsten Take-Aways des shoppingfreien Jahres für mich.

Denn echte Kleiderschrank-Lücken entdeckt man nur mit Zeit und indem man den Kleiderschrank nicht zwischendurch vollstopft. Lücken, die einen wirklichen Bedarf darstellen, zeigen sich erst, wenn man eine ganze Zeit mit einer bestehenden Garderobe lebt und sich mit ihr auch auseinandersetzt.

Mein Take-Away für 2019: Mehr Basic-Oberteile (aus Webware) nähen!

3.

Wenn ich in 2018 eine Sache gelernt habe, dann diese: Stilfindung ist ein Prozess und bedeutet Arbeit. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mir die Zeit genommen habe, mir mit Hilfe des Buches „Das Kleiderschrank-Projekt“ über meine Vorstellung einer idealen Garderobe klarer zu werden.

Das Buch begleitet mich jetzt schon über drei Monate und wann immer ich etwas Zeit habe, nehme ich mir die nächste Lektion vor. Auch wenn ich das Buch selber noch nicht bis zum Ende durchgearbeitet habe, kann ich es bereits jetzt empfehlen. Ohne “Das Kleiderschrank-Projekt” hätte ich mich nie so intensiv damit auseinandergesetzt, was ein Kleidungsstück braucht, um mir sowohl zu gefallen als auch gut zu stehen. Und diese Erkenntnisse sind Gold für meine Nähplanung.

Mein Take-Away für 2019: „Das Kleiderschrank-Projekt“ weiter durcharbeiten und auf dieser Basis meine Näh- und Strickprojekte planen.

4.

Eine kleine, aber für mich wichtige Erkenntnis: Ich liebe Kleider. Eigentlich wusste ich das. Vor 5 Jahren habe ich noch total viele Kleider besessen und diese auch häufig getragen. Aber irgendwie ist mir das in der Hektik des Alltags abhandengekommen. Immer häufiger habe ich aus Bequemlichkeit zu Jeans + T-Shirt gegriffen, so dass meine Kleider verstaubt sind und ich einen Großteil irgendwann ausgemistet habe. Durch mein Shopping-Fasten war ich aber gezwungen, auch mal die Kleidungsstücke anzuziehen, um die ich sonst einen Bogen mache. So habe ich glücklicherweise meine Liebe zu Kleidern wiederentdeckt und wünsche mir wieder mehr davon in meinem Kleiderschrank. Aber keine extravaganten Einzelstücke, sondern gut kombinierbare Basic-Kleider, die alltagstauglich sind.

Mein Take-Away für 2019: Mehr Basic-Kleider nähen!

5.

Die grundlegendste Erkenntnis von allen: Ich habe genug anzuziehen! Aufgrund meiner Yogalehrer-Ausbildung hatte ich das erste halbe Jahr 2018 überhaupt keine Zeit zum Nähen. Das erste genähte Kleidungsstück ist tatsächlich erst Ende Mai in meinen Kleiderschrank gewandert. Und trotzdem musste ich an keinem einzigen Tag nackt zur Arbeit gehen. Als diese Erkenntnis einmal so richtig in mein Bewusstsein eingesickert ist, hat sich bei mir eine totale Entspannung eingestellt.

Auf einmal wusste ich: Dieses shoppingfreie Jahr ist erst der Anfang. Du musst dich nicht beeilen und auch nichts beschleunigen. Es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Und das ist auch gut so: Je mehr Zeit zu dir lässt, desto klarer wird dein Bild von dem was du wirklich möchtest.

Mein Take-Away für 2019: Bloß kein (Näh-)Stress!

6.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Fragen einige von euch interessieren: War es schlimm, ein Jahr nicht zu shoppen? Hattest du Entzugserscheinungen? Darauf kann ich sehr klar antworten: NEIN. Es ist mir absolut überhaupt nicht schwer gefallen. Shopping-Fasten tut nicht weh. Im Gegenteil: Je länger ich gefastet habe, desto besser habe ich mich gefühlt. Es war wie ein Befreiungsschlag.

Mir sind zwei Dinge klar geworden.
Zum einen, dass ich eigentlich kein einziges neues Kleidungsstück benötige, weil ich genug zum Anziehen habe.
Und zum anderen, dass ich durch die shoppingfreie Zeit das Tor sehr weit geöffnet habe,
um echte Inspiration aufzunehmen und zu erfahren.

Ich fühle mich so oft von Werbung oder Schaufensterpuppen in dem beeinflusst was mir gefällt. Und jetzt habe ich das Gefühl, meinem ureigenen Geschmack wieder ein ganzes Stück näher gekommen zu sein. Mit dieser Einstellung ist es eigentlich gar kein Verzicht für mich, sondern eher eine Wellness-Kur. Und darum geht es auch in 2019 genau so weiter. Ich bin glücklicherweise nämlich noch nicht angekommen.

Mein Take-Away für 2019: Shopping-Fasten ist Wellness, darum wird weitergemacht!

7.

Auch die Perfektionistin in mir hat etwas gelernt: Ausrutscher passieren und sind in Ordnung. Auch mit 98% ist ein Projekt erfolgreich und gelungen. Denn wie ihr vielleicht in meinen Monatsberichten gelesen habt – zu 100% enthaltsam war ich nicht. Ich habe sowohl bei unserem Trip nach Amsterdam als auch in unserem Dänemark Urlaub etwas gekauft. In Amsterdam war es Second Hand. In Dänemark nicht. Habe ich mich deswegen fertig gemacht? Habe ich meine Challenge deswegen für gescheitert erklärt? NEIN! Denn ich mache ja trotzdem weiter!

Wenn ich an 363 von 365 Tagen eines Jahres keine Kleidung gekauft habe, dann ist es immer noch ein richtig, richtig erfolgreiches shoppingfreies Jahr gewesen, auf das ich zu Recht stolz sein kann.

Und genau so solltet ihr es für eure Vorsätze und Challenges auch sehen. Seid freundlich zu euch selbst!

Mein Take-Away für 2019: Shoot for progress, not perfection! (Elise Blaha Cripe)

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderbares, kreatives und vielleicht sogar shoppingfreies Jahr 2019!

Alles Liebe – Wiebke

Handgemachte Kleidung, Stricken

Mein Frühlings-Jäckchen ist endlich fertig! // Caramel Cardigan

Ich freue mich so unglaublich, dass ich endlich mein allererstes selbstgestricktes Kleidungsstück in meinem Kleiderschrank begrüßen darf! Und ich bin sehr sehr stolz, euch das gute Stück heute beim Me Made Mittwoch präsentieren zu können.

Strickmuster: Caramel Cardigan von Isabell Kraemer

Wolle: De rerum natura “Gilliatt” in den Farben Sel, Potimarron, Goeland, Argile

Stricknadeln: Knit Pro 4mm + CraSy Trio 4mm für die Ärmel

Die ersten Maschen habe ich für diesen Cardigan bereits im März im Rahmen des Frühlingsjäckchen Knit-Alongs angeschlagen. Seitdem sind die Monate ins Land gezogen und ich habe mich – Yogalehrer-Ausbildung zum Trotz – Masche für Masche und Reihe für Reihe durch das Strickmuster gearbeitet. Auch wenn ich an manchen Abenden nur zwei Reihen geschafft habe, bevor mir auf der Couch die Augen zu gefallen sind, habe ich das Projekt nicht aus der Hand gelegt. So bin ich zwar sehr langsam aber dennoch stetig dem Ziel immer näher gekommen.

In unserem Dänemark Urlaub Mitte Oktober hatte ich dann genug wunderbare, gemütliche Strickzeit, um das Jäckchen endlich fertig zu stellen. Der zweite Ärmel musste noch zur Hälfte gestrickt werden und dann wollte die Jacke ja auch noch geblockt und die Fäden vernäht werden. Wohl weißlich hatte ich extra Wollwaschmittel mit in den Koffer gepackt. So kam es, dass meine Premiere in Sachen Strickstück blocken tatsächlich in einem dänischen Ferienhaus stattgefunden hat.

Auch für das Vernähen der Fäden habe ich mir ganz bewusst Zeit genommen. Da es ja mein erstes Kleidungsstück war, wollte ich es dieses mal vernünftig und sorgfältig machen. Bei meinen Schals und Tüchern habe ich diesen Arbeitsschritt vorher immer geschludert und die Fäden einfach irgendwie vernäht, ohne aber zu wissen, was ich da eigentlich mache.

Darum habe ich die Gelegenheit genutzt, um auch diesen Arbeitsschritt einmal von Grund auf zu lernen. Dazu habe ich meine Lieblings Strick-Youtuberin Elizzza von Nadelspiel konsultiert und mir dieses Video angesehen bevor ich losgelegt habe. Mit ihrer Anleitung hat es super geklappt. Ich hatte direkt das Gefühl, nun endlich zu wissen, was ich da eigentlich mache und meiner Jacke die Sorgfalt zukommen zu lassen, die sie verdient hat. Und bei den vielen Streifen hatte ich ja auch reichlich Gelegenheit zu üben.

Auch wenn die Jacke bei weitem nicht perfekt ist, liebe ich sie heiß und innig und werde sie mit Stolz tragen. Das erste Mal ausgeführt habe ich sie natürlich direkt im Urlaub. Und zwar zu einem windigen Strandspaziergang. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, die Jacke direkt in einer wetter-technisch so anspruchsvollen Situation testen zu können. Denn so durfte ich die Vorzüge von Kleidung aus Merino Wolle live am eigenen Körper erleben.

Ja, ich wusste, dass Merino Wolle super wärmt. Gelesen hatte ich auch, dass Merino Wolle sogar dann noch wärmt, wenn sie nass ist. Aber was ich nicht wusste ist, wie sehr sie vor Wind schützen kann. Die Ärmel meiner Jacke haben wirklich kaum etwas von dem doch sehr starken Nordsee-Wind durch gelassen. Das hat mich wirklich sehr beeindruckt und mir ist noch einmal bewusst geworden, dass Strick-Kleidung nicht nur hübsch und kuschelig, sondern auch extrem funktional ist. Vor allem, wenn man es mit raueren Wetterlagen zu tun hat.

Daher ist es auch gar nicht schlimm, dass mein Caramel Cardi kein Frühlings-Jäckchen geworden ist. Denn – so schlau bin ich mittlerweile auch – die Wolle, die ich ausgesucht habe, ist eindeutig eine Herbst- und Winter-Wolle. Für den nächsten Frühlingsjäckchen Knit-Along suche ich mir ein luftigeres Teil aus, dass ich dann mit dünnerer Wolle stricken werde. Damit sich das Kleidungsstück dann auch wirklich für den Frühling eignet.

Jetzt bin ich aber erst einmal sehr froh über mein neues Herbst-Jäckchen und freue mich auf viele Gelegenheiten, dieses schöne Teil zu Spaziergängen auszuführen!

Alles Liebe – Wiebke

 

PS: Wenn ihr möchtet, könnt ihr hier noch einmal meine Posts zu dem Knit-Along nachlesen.

Inspiration

Projektvorstellung

Erster Zwischenstand

Zweiter Zwischenstand

Dritter Zwischenstand