Nähen, Stricken

DIY Strick-Zubehör // Mein selbst genähtes Stricknadel-Etui

Das viele Stricken und Yoga üben der letzten Wochen hat mich offenbar mehr Federn gekostet, als ich wahrhaben wollte. Denn als letzte Woche auf einmal morgens nach dem Aufwachen mein linkes Handgelenk beim Aufstützen geschmerzt hat, war ich tatsächlich erst einmal überrascht.

Als der Schmerz auch Nachmittags noch da war und mir klar wurde, dass ich jetzt wohl erst einmal pausieren muss – und zwar sowohl mit dem Yoga als auch mit dem Stricken – bin ich leicht panisch geworden. Alles, was ich denken konnte war: “Oh Gott – jetzt bitte keine Sehnenscheiden-Entzündung! Oh Gott – jetzt bitte keine Sehnenscheiden-Entzündung!” Denn die kann ich gerade – mitten in meiner Yogalehrer-Ausbildung – wirklich nicht gebrauchen. Darum bin ich auf die Bremse getreten und habe eine ganze Woche lang gar nichts anstrengendes mit meinen Händen gemacht. Meine Strategie ist: Lieber etwas vorsichtiger sein, als nachher wochenlang ausfallen. Und offenbar war es die richtige Strategie. Gestern war ich das erste Mal wieder beim Yoga und es hat ganz gut geklappt. Ich habe meine Hand zwar gemerkt, aber es hat nicht weh getan. Ich denke, wenn ich es jetzt langsam angehen lasse und nicht übertreibe, dann wird alles wieder gut und ich kann weiter üben.

Mit dem Stricken bin ich aber weiterhin vorsichtig. Darum mache ich mit meinem Frühlingsjäckchen gerade keine Fortschritte.

Aber etwas Schönes zum zeigen habe ich trotzdem für euch. Ich habe nämlich (vor den Handgelenks-Schmerzen) ein Stricknadeletui für meine auswechselbaren Nadelspitzen genäht.

Inspiriert dazu hat mich dieses wunderschöne Etui von Twig & Horn. Entdeckt habe ich die Etuis auf der Seite von Quince & Co und war direkt verliebt. Mittlerweile gibt es die wunderschönen Teile auch im Maschenfein Shop. Mir sind sie aber leider viel zu teuer und ausserdem ist da ja noch mein shoppingfreies Jahr. So ein Etui fällt zwar nicht unter die Kategorie Kleidung, aber trotzdem dachte ich mir, dass ich so ein Täschchen bestimmt auch selber nähen kann.

Darum habe ich sehr lange auf die Fotos gestarrt
und mir mit ratterndem Kopf ein Schnittmuster ausgetüftelt. Vor zwei Wochen konnte ich dann endlich ausprobieren,
ob meine Anleitung so aufgeht wie ich es mir überlegt habe.

Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ganz zufrieden. Auch wenn ich mit meiner Druckknopf-Zange etwas auf Kriegsfuß stehe und darum jetzt zwei Druckknöpfe auf der Außenseite vorhanden sind, (von denen aber nur einer funktioniert) finde ich meine neue Nadeltasche sehr hübsch.

Genäht habe ich sie aus schwarzem Canvas. Als Innenfutter habe ich einen dünnen, hellroten Baumwollstoff genutzt. Zusätzlich dazu brauchte ich nur noch einen Reißverschluss, einen Druckknopf und ein Stück Lederband.

Im Innenteil gibt es x Einsteckfächer für Nadelspitzen in unterschiedlichen Stärken. Ausserdem habe ich extrabreite Fächer für Zopfnadeln abgeteilt.

Auf der gegenüberliegenden Seite, gesichert durch den Reißverschluss, befinden sich drei Fächer für die Kabel und anderen Kleinkram. So findet alles, was man so an Strickzubehör benötigt, seinen Platz in diesem Etui.

Ich bin ganz happy, dass ich durch dieses DIY eine ganze Menge Geld sparen konnte und jetzt trotzdem so ein hübsches Täschchen mein Eigen nennen darf.

Was meint ihr? Seid ihr auch so verrückt nach Täschchen und Strickzubehör?

Alles Liebe – Wiebke


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TT-Taschen und Täschchen

Nähen

Mein neuer DIY Näh-Tisch

Ich bin überglücklich, euch heute mein neu eingerichtetes Nähzimmer zeigen zu können!20171001_195636.jpgSascha und ich haben in den letzten Wochen fleißig daran gearbeitet, mein Kreativ-Reich zu optimieren. Warum das nötig war? Gute Frage, schließlich hatte ich auch vorher schon einen ganzen Raum nur für mich. Für viele, viele Macherinnen ist das eine absolute Luxus-Vorstellung – ich weiß… Aber ihr werdet mir sicherlich zustimmen, wenn ich sage: Auch das größte Zimmer kann einem den Näh-Spaß verderben, wenn zu wenig Stauraum und zu wenig Arbeitsfläche vorhanden ist. Wenn das Chaos die Handgriffe erschwert und man die halbe Zeit auf dem Fußboden herumkriecht, weil nur dort die Arbeitsfläche groß genug zum Zuschneiden ist, dann nervt das nicht nur. Es sorgt auch für Rückenschmerzen und permanent eingeschlafene Unterschenkel – und das will ja schließlich niemand!

 

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Darum habe ich mich bei Pinterest inspirieren lassen und mir eine Lösung für mein Zimmer ausgetüftelt. Dabei herausgekommen ist ein riesengroßer Multifunktions-Arbeitstisch.

 

Ein Tisch an dem ich Nähen kann. Ein Tisch, auf dem ich stehend (!) zuschneiden kann. Ein Tisch, auf dem ich Schnittmuster ausbreiten kann. Ein Tisch, an dem ich auch gemütlich sitzen und Schreibkram erledigen kann. Einfach ein Tisch für alles.

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Als zusätzlichen Bonus bringt dieser Superhelden-Tisch jede Menge Stauraum mit. Da er auf Rollen steht, kann ich ihn in meinem Zimmer so bewegen, wie es mir gefällt. Wenn die Sonne scheint, kann ich ihn ans Fenster schieben. Wenn es dunkel ist, schiebe ich ihn unter die Deckenlampe. Wenn ich Platz zum Saugen brauche, schiebe ich ihn an die Wand.

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Drei eingelassene Stiftebecher sorgen dafür, dass ich die nötigsten Utensilien immer zur Hand habe und eine Küchenhelfer-Stange, die wir unter der Arbeitsplatte angeschraubt haben, bietet die Möglichkeit, weitere Scheren, Lineale etc aufzuhängen.

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Die Konstruktion des Tisches basiert auf einem einfachen IKEA-Hack. Wir haben vier Kallax 4er-Würfel auf eine OSB Platte geschraubt. Unter der OSB Platte haben wir die Rollen angebracht. Als Arbeitsfläche dienen zwei Eckbacken Arbeitsplatten von IKEA, die wir noch etwas gekürzt haben. Und das war es eigentlich auch schon. Dann mussten wir nur noch den Umleimer und die Küchenhelfer-Stange anbringen, die drei Löcher für die Stiftehalter bohren und der Tisch war fertig.

Als letztes Detail haben wir für noch mehr Stauraum an einer Seite noch ein Regalbrett angeschraubt.

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Dass ich an diesem Tisch sowohl im Stehen, als auch im Sitzen arbeiten kann, ist definitiv der Punkt, der mir für die Konstruktion am wichtigsten war. Darum habe ich sehr genau darauf geachtet, wie hoch der Tisch wird und im Vorfeld recherchiert, welche Sitzhöhe zu welcher Tischhöhe passt.

Nach langem hin und her habe ich mich an den Maßen für einen Hoch-Esstisch orientiert. Und so ist es genau perfekt für mich.

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So – und jetzt freue ich mich darauf, den Tisch einzuweihen. Bisher habe ich nur Schnittmuster auf dem Tisch zusammengeklebt und brenne darauf, endlich das erste Mal daran zu nähen. Ich habe schon drei wunderbare neue Stoffe für den Herbst hier liegen, die endlich angeschnitten werden wollen. Ich hoffe, dass ich morgen am Feiertag ein paar Stunden Näh-Zeit finden werde.

Ich wünsche euch einen entspannten Feiertag!

Alles Liebe – Wiebke

Frühlings-Capsule 2017, Handgemachte Kleidung, Nähen

Meine Frühlings-Capsule

Heute zeige ich euch meine Frühlings-Capsule.

Sie besteht aus 37 Teilen.
22 davon existieren bereits und kommen aus meinem Kleiderschrank.
12 Teile existieren bis heute nur in meiner Fantasie und müssen noch genäht werden.
3 Teile muss/will/darf ich neu shoppen.

Diese Vorgehensweise ist eigentlich total unüblich für eine klassische Capsule und ich sehe die Capsule-Polizei schon verärgert die Stirn runzeln. Denn eigentlich soll man ja während der Saison nicht shoppen und so. Eigentlich werden die Teile zu Beginn der Saison festgelegt und that’s it. Aber bei meinem Handmade-Capsule-Project läuft es halt anders. Ich nähe während der Saison – anders bekomme ich das nicht hin. Ich weiß ganz genau, dass es für mich nicht klappen würde so weit im Voraus zu planen, dass ich alle zu nähenden Teile schon zu Beginn der Saison fertig im Schrank hängen habe. Nee, nee Leute – den Stress tu ich mir erst gar nicht an.

Ich nehme meine Capsule lieber als “To-Sew-Liste” und arbeite mich Stück für Stück und Outfit für Outfit durch.

Zumindest für meine blutigen Anfänge mit diesem Projekt. Vielleicht muss ich später ja wesentlich weniger Teile pro Saison nähen und das Nähen geht mir so schnell und routiniert von der Hand, dass es doch möglich wird, alle Teile pünktlich zum Saisonstart fertig zu haben. Aber so weit will ich noch gar nicht denken.

Besonders interessant finde ich es, dass auf meiner Shopping-Liste für die Frühlings-Capsule tatsächlich nur Schuhe stehen. Und dabei bin ich gar nicht so eine Schuh-Verrückte… aber vielleicht liegt es auch genau daran, dass ich hier noch Bedarf habe. Anscheinend liegt ein schwerer Fall von Schuh-Investitionsstau vor. Innnteressannnt….

So – genug der Worte. Hier meine 37 Teile. Die zu nähenden Teile erkennt ihr daran, dass ich immer eine Bildkombi aus Schnitt und dem dafür geplanten Stoff erstellt habe. Ich hoffe, so könnt ihr meine Vision teilen und euch die fertigen Stücke gut vorstellen. Sobald ich mit dem Nähen weiter komme, aktualisiere ich die Übersicht Stück für Stück.

Oberteile – Kurzarm (5 Teile)

 Zu Nähen:

Kimono Shirt “Sointu” von Named in gestreiftem Jersey von Stoff & Stil

Burda Off-shoulder Top (2/2017) aus blau-weißem Gingham Stoff

Oberteile – Langarm (9 Teile)

Burda Bluse aus lila-farbenem Baumwoll-Satin

Sweater “Sloane” von Named aus orange-weiß gestreiftem Sweat von Stoffbüro

Basic-Longsleeve von Stoff & Stil aus rot-weiß gestreiftem Jersey

Basic-Longsleeve von Stoff & Stil aus hellblau-weiß gestreiftem Jersey

Cardigans, Blazer (3 Teile)

Zu Nähen:

Blouson ( entweder März-Ausgabe Burda Style oder Maneela) aus gewebter Viskose von Stoff & Stil

Röcke, Kleider & Jumpsuits (9 Teile)

Zu Nähen:

Kleid Cleo von Tilly and the buttons aus weißem Denim

Ethno Hose (Februar-Ausgabe Burda Style) aus dem Original-Stoff

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Girl-Friday Culotte aus hellblauem Baumwoll-Chambrey von Stoff & Stil

Burda Marlene-Hose aus weißem Twill von Stoff & Stil

Jeans-Rock von Stoff & Stil aus dunkelblauem Stretch-Denim von Stoff & Stil

Jacken (3 Teile)

Schuhe (8 Paar)

Noch zu shoppen:

Rosa Slingback-Pumps von Asos

Weiße Blockabsatz-Pumps von Asos

Schwarze Mules von Asos

Handgemachte Kleidung, Nähen

You’ve come a long way, baby

Wenn einen eine kühne Idee anspringt, dann greift man entweder zu und springt ins Abenteuer oder man schüttelt sie ab und geht unbeirrt weiter seines Weges.

Da ich – ganz typisch für meine Scanner-Persönlichkeit – jeden Tag von durchschnittlich 24 irren Ideen angesprungen werde, habe ich es mir angewöhnt, die meisten Ideen weiterziehen zu lassen. Aus reinem Selbstschutz habe ich gelernt, dass ich leider nicht alles gleichzeitig ausprobieren kann, was mich interessiert.

Aber manchmal – sehr selten – da ist die Energie einer Idee so vibrierend und strahlend und besonders, dass man ganz genau weiß – das ist meine. Die nehm ich. Zu der sage ich ja.

Und genau so war es mit mir und der Idee zu diesem Projekt. Das Projekt, mir eine Capsule Wardrobe selber auf den Leib zu schneidern. Sie sprang mich an, landete auf meiner Schulter, guckte mir tief in die Augen und fragte: Hey Baby, wie wär’s denn mit uns beiden? Ich fühlte die Energie und war sofort hin und weg. Verliebt auf den ersten Gedanken.

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Mein Kopf war dagegen. Er so: Wiebke, du wolltest doch nicht mehr bloggen. Das hast du schon mehr oder weniger erfolgreich und mit mehr und weniger Spaß sehr lange gemacht. Du warst sehr erleichtert, als du deinem letzten Blog den Stecker gezogen hast. Weißt du das nicht mehr? Du hast dem Bloggen abgeschworen.

Mein Herz war dafür. Sie so: Ja das stimmt. Aber hier geht es doch gar nicht ums Bloggen. Hier geht es um das Projekt. Um die Herausforderung. Das Bloggen ist nur der Kanal, um die Erfahrung zu teilen und das Ganze zu dokumentieren. Außerdem ist es doch toll, andere Menschen zu inspirieren.

Daraufhin mischte sich auch noch mein innerer Kritiker ins Gespräch mit ein und holte zu einem Totschlag-Argument aus. Er so: Aber du kannst doch gar keine Klamotten nähen. Das hast du noch nie gemacht. Du weißt gar nicht, ob es dir Spaß macht. Und dann willst du dich direkt für so ein großes Projekt verpflichten?

Und mein Herz: Ist doch egal! Ich mach das jetzt. Die Idee fühlt sich toll an.

So gewann mein Herz und ich sage ja zu der hübschen kleinen Idee auf meiner Schulter. Auch wenn es noch so ein kühnes Unterfangen für mich ist. Auf ins Abenteuer!