Gärtnern, Seed Starter

Seed Starter # 12 / Erntedank & Projekt Abschluss

Pünktlich zum bevorstehenden Erntedank-Fest schließe ich mein diesjähriges Seed Starter Projekt mit einem Foto-Rückblick ab.

Von Anfang an war eine meiner Haupt-Motivationen, dieses Projekt hier so akribisch zu dokumentieren, dass ich mich auf genau diesen Moment gefreut habe. Der Moment, wenn ich Foto für Foto das Wachstum einer Pflanze dokumentieren kann. Vom Samen bis zur erntereifen Frucht – also bis zum Samen der nächsten Generation.

Ich hatte oft, während ich die Blogposts zu dieser Serie geschrieben habe, die Vision von einem kleinen Daumenkino, um das Wachstum zu visualisieren.

Jetzt habe ich mich aber für ein Diashow-Video entschieden. Ich hoffe es gefällt euch – seht die Tomaten wachsen!

Seed Starter 2017 – From seed to food in 57 seconds.

Auch wenn die Bilder eigentlich ausreichen, um das Projekt zusammenzufassen. Ein paar Worte und Gedanken möchte ich noch teilen und festhalten.

Die Anzucht-Phase, als ich die kleinen Pflänzchen auf der Fensterbank ganz nah bei mir hatte, und ich sie jeden Tag betüddeln und bemuttern musste, dafür aber auch mit täglichen Erfolgserlebnissen belohnt wurde, hat mir am meisten Spaß gemacht. Vielleicht, weil das Projekt zu der Zeit noch neu war und ich noch vollen Anfangs-Elan hatte. Vielleicht aber auch, weil es sich easy in den Alltag integrieren ließ.

Die Phase, in der die Pflanzen draussen gelebt und ihre Früchte produziert haben, habe ich als sehr arbeitsintensiv empfunden. Natürlich ist es so, dass der Rest des Gartens nicht abwartet, bis ich mit meiner Gemüsezucht fertig bin. Im Sommer wächst alles gleichzeitig. Alle Pflanzen brauchen Pflege und Wasser und Schnitt. Und wenn dies wirklich JEDEN EINZELNEN TAG nötig ist, um die Pflanzen am Leben zu halten und ich nach der Arbeit jeden Tag mindestens 1.5 Stunden im Garten verbringen muss… dann ist das für unseren Alltag einfach zu viel und unrealistisch. Ihr merkt es vielleicht schon an meiner Ausdrucksweise – aus dem “ich möchte” ist im Laufe des Sommers ein “ich muss” geworden. Und das war sehr zäh. Darum habe ich auch trotz großer Pläne keine weiteren Sorten mehr ausgesät.

Und auch wenn es dann zur Erntezeit wieder viel erfreulicher wurde, und ich wirklich jede einzelne Tomate und Gurke gefeiert und genossen habe, werde ich das Projekt in diesem Umfang nächstes Jahr nicht wiederholen.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich ein paar Kräuter pflanze und vielleicht auch ein paar Erdbeeren.

Aber wenn ich durch dieses Projekt eine Sache gelernt habe ist es diese:

Auch wenn mir das Gärtnern und in der Erde buddeln unheimlich viel Freude bereitet, schlägt meine Stimmung um, wenn das Arbeitspensum den kompletten Alltag überlagert. Daher habe ich mein allgemeines Garten-Ziel angepasst.  Grob ausgedrückt lautet es jetzt so:

Unser Garten soll so pflegeleicht wie möglich sein und dabei trotzdem schön aussehen und Platz für kleine spontane Garten-Ideen lassen.

Mal sehen, wie sich das in der nächsten Garten-Saison so umsetzen lässt. Jetzt bin ich erst einmal froh darüber, dass sich die Saison dem Ende neigt. Ich bin kein Mensch, der dem Sommer lange hinterher trauert. Auch wenn ich ihn jedes Jahr herbei sehne und genieße – eigentlich mag ich jede Jahreszeit. Und nach der großen Sommer-Aktivität freue ich mich immer auf die etwas ruhigeren und introvertierten Jahreszeiten.

So – das war mein persönliches Fazit zu diesem Projekt.

Und für alle, die neu hier sind und das Seed Starter Projekt von Anfang an verfolgen möchten, gibt es hier noch einmal die Übersicht über alle Beiträge der Serie.

Seed Starter Projekt 2017

#1 – Der Start

#2 – Was tut sich auf der Fensterbank

#3 – Die Tomaten Großoffensive

#4 – Größere Töpfe müssen her

#5 – Der Gemüse-Status

#6 – Der Blumen-Status

#7 – Blüten auf der Fensterbank

#8 – Wir bauen ein Tomatenhaus

#9 – Die erste Ernte

#10 – Endlich Tomatenzeit

#11 – Vom Beet in die Küche

Auch wenn sich das Fazit vielleicht beim ersten Lesen etwas negativ anhört, hat mir dieses Garten-Projekt im Großen und Ganzen unheimlich viel Spaß gemacht. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung und die Lektionen, die ich gelernt habe. Und ich weiß mit Sicherheit, dass ich spätestens im Januar wieder meine Gartenbücher wälzen und neue Ideen für die Saison 2018 ausbrüten werde. Aber bis dahin mache ich Garten-Pause.

Alles Liebe – Wiebke

Gärtnern, Im Hochbeet

Im Hochbeet / August

Ich habe immer das Gefühl, dass sich draußen in der Natur etwas ändert, sobald der Kalender auf August umschlägt. Eigentlich weiß ich, dass noch ein ganzer Sommer-Monat vor mir liegt. Aber irgendwie fühlt sich der Sommer schon nicht mehr so sommerlich an. Die Tage werden wieder spürbar kürzer, das Blattgrün ist nicht mehr so frisch, viele Blüten werden welk. Und dieses Jahr hat bei uns im Rheinland auch das Wetter nicht gerade dazu beitragen, dass sich die sommerliche Stimmung hält.

Im Gegenteil: Wenn ich in den Garten geguckt habe, dann war das Bild, das ich gesehen habe, ziemlich traurig. Zwei Hibiskus-Stämmchen in voller sommerlicher Blüte, dahinter aber eine Wiese auf der schon total viele braune Blätter lagen und über der ganzen Szene ein wolkenverhangener Himmel. Zwei Wochen lang sah es draußen bei uns so aus.

Sobald die Sonne wieder schien und wir den Rasen frisch gemäht hatten – also keine Blätter mehr herum lagen –  waren die Herbstgefühle aber zum Glück wieder wie weggewischt.

Aber genug davon – hier der August-Hochbeet-Report.

In unserem Stauden-Hochbeet…

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… haben sich die Bienen, Wespen und Schmetterlinge über eine zweite Blüten-Welle am Schmetterlingsflieder gefreut. Bei einer Gartenrunde konnte ich ein paar der fliegenden Besucher mit der Handykamera einfangen.

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Ich glaube, wenn der Schmetterlingsflieder mit seiner Blüte durch ist, dann ist die Blütezeit in diesem Beet vorbei. Die Sonnenhut-Blüten sind schon sehr verblasst – dieses Wochenende werde ich sie abschneiden. Und da sich unsere Herbst-Anemone leider nicht entwickelt hat, gibt es hier keine Blüten für den Spätsommer.

Aber das macht nichts. Denn dafür sind wir total begeistert davon, wie prächtig sich unsere Gräser im Ziergras-Hochbeet entwickeln.

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Das China-Schilf steht jetzt übermannshoch und ist richtig dicht geworden. Auch die zwei Rutenhirse-Pflanzen haben noch einmal einen Schuss gemacht.

Das ehemalige Malven-Hochbeet (ich habe mir noch keinen neuen Namen ausgedacht) ist auch wieder schön grün geworden.

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Die Zitronenmelisse wächst kräftig und auch das Schilf hat sich wieder ganz gut erholt. Ein neues Lampenputzer-Gras ist mit in das Beet eingezogen und so kann es jetzt auch bis zum nächsten Frühjahr bleiben.

Das Erdbeer-Hochbeet

… ist leer. Unsere Erdbeeren waren so verwuchert und von Ungeziefer befallen, dass Sascha sie in einem Anfall von Aufräum-Eifer einfach ausgemacht hat.

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Jetzt denken wir darüber nach das Beet bis zum nächsten Frühjahr einfach mit Balkon-Zierpflanzen zu verschönern. Mal sehen was es wird – nächsten Monat sehr ihr bestimmt mehr!

Bis dahin wünsche ich euch viele goldene Spätsommertage in euren grünen Oasen!

Alles Liebe – Wiebke